Kaiserslautern
Weihnachtsessen für Rentner und Alleinerziehende im Pfalztheater
Als sich die Tür des Pfalztheaters öffnete, war die Hektik der Vorweihnachtszeit von einem Moment auf den anderen verflogen. Es schien, als lotsten die beiden „Türsteher“ Gingerbread Man und Schneemann Olaf aus „Die Eiskönigin“ die rund 80 Gäste in eine bessere, eine heilere Welt: Eine festlich dekorierte Tafel, bunt beleuchtete Weihnachtsbäume, Geschenktüten für die Kinder, ein Weihnachtsmann und jede Menge Kuscheltiere.
Daneben war ein Mini-Theater aufgebaut – mit Bühne, Technik und eigenen Sitzen. Astrid Vosberg, die erst kürzlich als Solistin beim Adventskonzert im Großen Haus begeisterte, versuchte gemeinsam mit Frank Kersting am Klavier das Eis zu brechen. Umrahmt wurden die Klassiker „The Christmas Song“ und „The first Noel“ vom „Christbaum“ aus der Feder von Carl-August-Peter Cornelius: „Wie schön geschmückt der festliche Raum, die Lichter funkeln am Weihnachtsbaum. O fröhliche Zeit! O seliger Traum!“
In guter Tradition
Die Weihnachtsstimmung der Theater-Crew wirkte ansteckend. Zur Planung des ungewöhnlichen Buffets hatten die Organisatoren nur wenig Zeit. Schließlich ist die Käsemann Gastronomie und Catering GmbH Military Services Germany erst seit zwei Monaten Pächter in der Pfalztheater-Gastronomie. Das Unternehmen mit Sitz in Hockenheim hatte lange Jahre seinen Fokus auf die Rhein-Neckar-Region gelegt. Neben zwei amerikanischen Einrichtungen auf der Vogelweh und in Sembach sowie dem Fritz-Walter-Stadion ist das Theater der vierte Standort in Kaiserslautern.
Das Weihnachtsessen im Pfalztheater stehe in einer guten Tradition, stellt Inhaber Christian Käsemann fest. Gemeinsam mit seinen 50 Mitarbeitern habe er über viele Jahre hinweg vor Weihnachten die Tafeln der Rhein-Neckar-Region mit Lebensmitteln beliefert. „Es bleiben am Jahresende immer so viele Lebensmittel übrig, während andere zu wenig haben“, beschreibt er seine Motivation.
Zeit in netter Gesellschaft
So sei die Idee entstanden, Menschen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, eine besondere Freude in der Weihnachtszeit zu bereiten. Mit der SWK und dem C+C-Markt waren Unterstützer schnell gefunden, Privatpersonen spendeten Kuscheltiere. Auch das Pfalztheater-Team musste nicht lange überzeugt werden. Mit großer Hingabe sorgten Künstler und Techniker für das festliche Rahmenprogramm und eine ganz spezielle Atmosphäre. Geht es nach Christian Käsemann, dann soll die Veranstaltung im nächsten Jahr wiederholt werden. „Mit etwas mehr Vorlauf und deutlich mehr Gästen“, wie er anmerkt.
Neben dem Schweinsbraten mit Knödeln und den Chicken Nuggets mit Pommes schenkten die Organisatoren ihren Gästen auch gemeinsame Zeit in netter Gesellschaft. Zeit zum Austausch. Und Zeit zum Innehalten. Einige von ihnen werden Heiligabend alleine verbringen. Auch die Kinder hatten ihre Freude – und man kann nur erahnen, dass es für einige das erste traditionelle, friedvolle Weihnachtsessen ihres jungen Lebens war.
Weihnachtsschnulzen zum Finale
Hierzu gehört auch festliche Musik, weshalb sich Günther Fingerle zum Finale über einige Weihnachtsschnulzen, wie er sie nennt, hermachte. Bei „Walking in the Winter Wonderland“ schien es tatsächlich im Foyer des Pfalztheaters ein bisschen zu schneien. Einige schlossen die Augen und träumten von einer weißen Weihnacht. Und das Weihnachtsessen? War das auch nur eine Fantasievorstellung, die Astrid Vosberg in Heinrich Hoffmann von Fallerslebens Gedicht „Der Traum“ entdeckte: „Da wacht' ich auf aus meinem Traum, und dunkel war's um mich. Du lieber, schöner Weihnachtsbaum, sag an, wo find' ich dich?“ Fröhliche Weihnachten!