Kaiserslautern Weichel schafft die Wiederwahl
Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) ist gestern von den Kaiserslauterer Wählern in seinem Amt bestätigt worden. Mit 53,6 Prozent der abgegebenen Stimmen und deutlichem Abstand zu seinen Mitbewerbern Nico Welsch (CDU) und Achim Bertram (FDP) ging er als klarer Sieger der OB-Wahl hervor.
Gestern Abend, 18.45 Uhr: Applaus brandet im Rathausfoyer auf. Der letzte Stimmbezirk, Dansenberg I, ist ausgezählt, das vorläufige Endergebnis steht fest. Auf Weichel entfielen 53,58 Prozent, der CDU-Kandidat Nico Welsch erhielt 41,0 Prozent der Stimmen, der Bewerber der Liberalen, Achim Bertram, konnte 5,42 Prozent einfahren. Der freudestrahlende Gewinner wurde von seinen Parteifreunden gefeiert. Von allen Seiten gab es Glückwünsche für den Sozialdemokraten, dem als erster amtierender Kaiserslauterer Oberbürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg die Wiederwahl gelungen ist. Weichel kostete den Erfolg aus, sprach mit Blick auf seine Wiederwahl von einem historischen Abend. Seine eigene Messlatte habe er freilich knapp verfehlt, denn sein Ziel sei gewesen, das Wahlergebnis von 2007 zu erreichen. Damals schaffte Weichel im ersten Anlauf 55,6 Prozent. Nachdenklich stimmte den Oberbürgermeister die schwache Wahlbeteiligung von 28,5 Prozent. Hier gelte es die Ursachen zu erforschen und nach Wegen zu suchen, um die Bürger wieder stärker an die Wahlurnen zu führen, betonte der Oberbürgermeister. Gegenüber der OB-Wahl im Jahr 2007 sank die Wahlbeteiligung um 13,2 Prozentpunkte. Auf einen Sieg im ersten Wahlgang hatte Weichel gehofft, wie er gestern Abend bestätigte. Sicher war er am Wahlsonntagmorgen allerdings nicht. Etwas nervös sei er schon, sagte Weichel, als er um 11 Uhr in der Goetheschule seine Stimme abgab. Zwar hätten die beiden Umfragen der RHEINPFALZ (wir berichteten) ihn als Favoriten ausgewiesen, doch habe es auch viele Unentschiedene gegeben, begründete er seine Skepsis. Entscheidend sei auch, ob die Bürger letztendlich zur Wahl gehen werden. „Es bleibt spannend bis zum Schluss“, meinte Weichel. Bei der Stimmenauszählung am Abend freilich lag Weichel von Anfang an vorn. Sein Herausforderer Nico Welsch hatte nur in acht von 74 Stimmbezirken ein besseres Ergebnis als der Amtsinhaber. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Brunhilde Tremmel war der Oberbürgermeister in die Goetheschule gekommen, um im Stimmbezirk 325 zu wählen. Trotz seiner guten Laune sieht man dem 59-Jährigen die Anstrengung an, die ihm der Wahlkampf abverlangt hat. „Er hatte ja kaum noch Freizeit“, betont seine Lebensgefährtin. Es sei schon anstrengend gewesen, räumt Weichel ein, berichtet aber im selben Atemzug über viele nette Begegnungen, gute Gespräche und Erfahrungen. Auch die Auseinandersetzung mit seinen Herausforderern, dem Christdemokraten Nico Welsch und dem Liberalen Achim Bertram, sei positiv verlaufen. „Es war ein fairer Wahlkampf, das war mir ganz wichtig“, betonte Weichel. Sein erster Gang führt ihn zu den Wahlhelfern. „Ihr leistet tolle Arbeit“, lobt er sie stellvertretend für die rund 600 Männer und Frauen, die gestern im Wahleinsatz waren. Gut gelaunt treffen Nico Welsch und seine Ehefrau Nina am Morgen im Wahllokal im Kursana-Seniorenheim in der Alex-Müller-Straße ein. Das Ehepaar ist froh, dass der Wahlkampf vorbei ist. Es habe Kraft gekostet, neben dem Beruf Wahlkampf zu machen, blickte der 37-jährige Jurist auf die vergangenen Wochen zurück. Er sei auf großes Interesse gestoßen, habe am Stand der CDU und bei vielen Hausbesuchen gute Gespräche führen können – „eine gute Erfahrung“, sagte Nico Welsch. Eine Prognose über den Ausgang der Wahl wagte er am Morgen nicht. Von Wahllokal zu Wahllokal reiste gestern ab 8 Uhr der Kandidat der FDP, Achim Bertram. Bis zum Abend hatte der 43-jährige Betriebswirt mehr als 20 Wahllokale besucht, „um den Wahlhelfern zu danken“, erzählte er. Wählen konnte der FDP-Kandidat nicht selbst, er wohnt in Imsbach.