Kaiserslautern Wegen möglichen Missbrauchs fördert „alt-arm-allein“ keine Deutschlandtickets mehr
Ende September hatte der Seniorenbeirat im Stadtrat nach einem kostenlosen Ticket für Fahrten in der City gefragt, für Senioren bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze.
Ein solches kostenloses Ticket sei in Kaiserslautern jedoch wegen der Kosten nicht zu realisieren, hatte die Verwaltung errechnet. Da es sich um eine freiwillige Leistung handelt, würde dies der klammen Stadt sowieso nicht genehmigt werden.
Zudem dürfen die SWK als Mitglied im VRN – dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar – nicht unentgeltlich Fahrgäste befördern, denn sonst müssten für die entstehenden Kosten die übrigen Verkehrsbetriebe beziehungsweise Kommunen aufkommen.
Die Stadt hatte deshalb an „alt-arm-allein“ verwiesen: Der Verein bezuschusst das Deutschlandticket für Bedürftige zur Hälfte. „alt-arm-allein“ hatte aber sofort deutlich gemacht, dass man weder das Personal noch die Mittel für eine flächendeckende Förderung von Fahrkarten für Senioren habe. Gespräche mit dem Verein haben laut Sozialdezernentin Anja Pfeiffer (CDU) ergeben, dass dieser „das Deutschlandticket wohl nicht mehr fördert“, wie sie im Sozialausschuss sagte, „weil es nicht mehr personalisiert ist.“
Vereinsvorsitzender Werner Stumpf bestätigt dies auf Nachfrage: „Das Deutschlandticket hatte in der Kartenvariante anfangs ein Foto und trug die Unterschrift des Nutzers“, berichtet er. Dies sei inzwischen jedoch geändert worden: Nicht nur das Foto sei verschwunden, sondern sogar der Name sei nicht mehr auf der Karte aufgedruckt.
„Das Deutschlandticket trägt nun nur noch eine Nummer, die jedoch nicht mit der Nummer vom Bankeinzug identisch ist“, erläutert er. Der Verein könne deshalb nicht einmal mehr überprüfen, ob das Ticket zu der Person gehört, die einen Zuschuss beantragt. „Damit ist dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet“, bedauert er die Umstellung. „Das ist der K.O. für unser System.“ Die Altenhilfe sei ihren Spendern verpflichtet, deshalb könne sie das Ticket nicht mehr fördern. „Das tut uns leid, denn Mobilität ist sehr wichtig.“ Der Verein versuche für Notlagen aber stets eine Lösung zu finden.