Kaiserslautern
Wegen Bauarbeiten werden Siegelbacher Haltestellen trotz Ankündigung nicht angefahren
Eigentlich hätte es relativ entspannt für den Schülertransport anlaufen können. So hatte es sich jedenfalls Sven Philipp aus der Kreisverwaltung erhofft, der für die Koordination des Busverkehrs zuständig ist. Denn der ursprüngliche Plan des Landesbetriebs Mobilität (LBM) sah vor, dass die Bauarbeiten auf der B270 mit den Pfingstferien beginnen, also erst in der kommenden Woche.
Neben der B270 von Siegelbach bis zur Stadtgrenze in der Vogelweh wird auch der Abschnitt zwischen Siegelbach und Erfenbach erneuert. Dort verkehrt sonst der Bus, der die Kinder nach Otterberg in die Integrierte Gesamtschule (IGS) bringt.
Statt erst nächste Woche starteten die Bauarbeiten jedoch schon am Montag vergangener Woche. Die Umlegung der Busfahrstrecken für die Schüler gestaltete sich holprig – und so blieben etliche Schüler in den ersten Tagen auf der Strecke.
Der Busfahrer ließ die Haltestelle links liegen
Harald Kapfers Kind fährt normalerweise mit dem Bus von Siegelbach zur IGS in Otterberg. „Am Montag hingen an den Haltestellen Siegelbach Brücke, Erfenbachstraße und Zwerchäcker Hinweisschilder, dass diese während der Sperrung nicht angefahren werden“, berichtet Kapfer. „Stattdessen sollten die Fahrgäste die Haltestelle Zoo nutzen und dort die Linie 136 nehmen.“
Eigentlich kein Problem – wenn auch die Busfahrer dies wüssten. „Doch der Busfahrer fuhr weiterhin über seine übliche Strecke aus Siegelbach raus“, berichtet er von seiner Beobachtung. Und die Haltestelle Zoo wurde laut Kapfer gar nicht angefahren. „Also haben wir uns mit anderen Eltern zusammengetan und die Kinder zur Schule gebracht.“
Kapfer meldete den Missstand bei der Kreisverwaltung – „und da die auch nur bedingt Druck auf die Busunternehmen ausüben kann“, nahm er „weitere Recherchen“ vor. Sein Ergebnis: Es haperte offenbar bei der Kommunikation. Das Subunternehmen der DB Regiobus Mitte, das die Linie 136 bedient, „teilte mir mit, dass es erst am Donnerstag von der geänderten Linienführung erfahren hatte“.
Am Freitag fuhr der Busfahrer dann laut Kapfer erstmals die Haltestelle Zoo an. Die DB Regio GmbH informierte am Montag aus Mainz, sie habe „die Rückmeldung aus der zuständigen Niederlassung erhalten, dass heute ein Mitarbeiter die Beschilderung an der Haltestelle Zoo anbringen wird“. Dies bestätigt Kapfer, der Verkehr laufe nun offenbar wieder rund. Zwar müssten die Schüler rund 25 Minuten früher los, aber sehr viel länger dauere die Fahrt über die Umleitungsstrecke durch die Stadt nicht.
Linienkoordinator Sven Philipp von der Kreisverwaltung gesteht auf Nachfrage, „es lief etwas schleppend“. Straßensperrungen seien für den ÖPNV nicht so einfach wie für den Individualverkehr, gibt er zu bedenken. „Doch normalerweise läuft das.“ Die Kreisverwaltung als Aufgabenträger mache den Plan, und „wenn der steht, sind wir eigentlich raus“. Die Weitergabe der Information sei dann innerbetriebliche Aufgabe. In diesem Fall habe die Kommunikation bei der DB Regio „wohl nicht so geklappt“.
Kreisverwaltung koordiniert und gibt Information weiter
Wenn ein Problem bei ihm aufschlage, dann gebe er es an die Unternehmen weiter; laufe es dann noch nicht, „gehen wir auch raus und gucken nach“. Generell rät er den Bürgern, Probleme direkt an die Kreisverwaltung zu melden. Denn welches Unternehmen eine Linie bediene und welches Subunternehmen wiederum beauftragt sei, sei nicht immer von außen ersichtlich.
Dass der LBM den Beginn der Bauarbeiten um zwei Wochen vorverlegt hat, hat bei Philipp nicht gerade Freudensprünge ausgelöst. „Beim Start mit den Schulferien hätten wir etwas Zeit gehabt, bis es sich einpendelt – und nicht das Problem mit dem Schülerverkehr wie jetzt eben.“
Volker Priebe, stellvertretender Leiter des LBM, erläutert, dass die Baufirma den Vorschlag gemacht habe. „Wir beginnen zwei Wochen früher und sind durch die Optimierung dann insgesamt zwei Monate früher fertig“, lautete das überzeugende Argument. Anfangs habe man gehofft, die Arbeiten bei Siegelbach in 14 Tagen erledigen zu können, doch dann habe sich herausgestellt, dass fünf Wochen nötig seien. „Und so hätten wir es ohnehin nicht in den Ferien geschafft.“