Spiel der Woche RHEINPFALZ Plus Artikel Wechselsorgen beim TuS Steinbach, Wechselglück beim SV Steinwenden

Der Knackpunkt im Spiel: Robin Metz (rechts) verpasst knapp seinen zweiten Treffer und damit die 3:0-Führung für Steinbach. Dani
Der Knackpunkt im Spiel: Robin Metz (rechts) verpasst knapp seinen zweiten Treffer und damit die 3:0-Führung für Steinbach. Daniel Bender (links im schwarzen Trikot) ist erleichtert, dass sein SVS dadurch im Spiel bleibt und zurückkommt.

In einem packenden Spiel trennten sich SV Steinwenden und TuS Steinbach nach zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten mit einem gerechten 2:2-Unentschieden. Steinbach führte mit 2:0. Steinwenden bewies Moral und hatte Frederik Christmann.

In der ersten Halbzeit ist genau das eingetreten, wovor Steinwendens Trainer Sascha Hammann vor der Partie eindringlich gewarnt hatte: „Die erste Halbzeit hat mich an unser Hauenstein-Spiel erinnert. Wir kamen überhaupt nicht in die Zweikämpfe und haben keinerlei Laufbereitschaft gezeigt. Der Gegner war definitiv die bessere Mannschaft und hat auch verdient geführt. Besonders ärgerlich war, dass dies durch zwei dumme individuelle Fehler passiert ist“, kritisierte er die Leistung vor der Pause.

Steinbach ging dezimiert ins Spiel, hatte nur zwei halbwegs gesunde Feldspieler auf der Bank, dominierte aber die erste Halbzeit mit imponierendem Einsatz und ging verdient in Führung. Hilfreich dabei waren zwei Gastgeschenke. In der neunten Minute konnte Ricki Schander von Florian Hasemann nur durch ein Foul gestoppt werden. Den fälligen Elfmeter verwandelte TuS-Spielertrainer Daniel Ghoul sicher zur 1:0-Führung für die Gäste. Wer glaubte, der SVS würde sich nun aufbäumen, sah sich getäuscht. Steinbach gewann weiterhin mehr Zweikämpfe und provozierte einen weiteren Fehler. SVS-Torhüter Romperto Bana hatte einen Ball bereits sicher, ließ ihn dann fallen. Robin Metz schaltete gedankenschnell und nutzte die Chance zum 0:2.

Das 3:0 auf dem Fuß

„In der ersten Halbzeit haben wir nichts zugelassen. Wir sind gut auf die zweiten Bälle gegangen und haben das Spiel aufziehen können, das wir uns vorgenommen hatten“, war TuS-Trainer Daniel Ghoul zur Pause zufrieden. Die Fans der Heimmannschaft hofften, dass ihre Spieler mit einer anderen Einstellung aus der Kabine kommen würden. Doch auch nach dem Wiederanpfiff bot sich zunächst das gleiche Bild. Steinbach gewann mehr Zweikämpfe und hielt gut dagegen. In der 50. Minute hatte Robin Metz das 3:0 auf dem Fuß, brachte jedoch aus kurzer Distanz den Ball nicht im Tor unter. Nach dem Spiel waren sich alle einig, dass dies eine entscheidende Szene war. „Das wäre wohl der Knock-out gewesen. Aber keinen Vorwurf an meinen Stürmer. Er machte ein starkes Spiel“, kommentierte Ghoul die Szene.

Die wurde zum Weckruf für den SVS, der nun stärker ins Spiel kam, jedoch vor dem Tor immer noch nicht zwingend genug agierte. Doch dann zahlten sich die Wechsel von SVS- Trainer Hammann und die Tatsache, dass Steinwenden von der Bank an diesem Tag mehr aus dem Vollen schöpfen konnte, aus. „Wir hatten nur zwei Spieler auf der Bank, die zudem gerade aus einer Verletzung zurück sind. Da konnte man keine großen Impulse erwarten. Im Unterschied dazu hat Steinwenden in der Pause schon frischen Schwung bringen können und dann noch den zweifachen Torschützen eingewechselt“, beschrieb Ghoul die Personalsituation.

Der Wendepunkt

Auch SVS-Trainer Hammann sah in den Wechseln die Ursache für die Wende: „Nach dem Dreifachwechsel in der zweiten Halbzeit und der vergebenen Chance von Steinbach ging ein Ruck durch die Mannschaft. Unter dem Strich war es dann wohl dadurch auch ein verdientes Unentschieden. Für uns waren es zwei Punkte zu wenig. Aber letztendlich war es vom Spielverlauf auch verdient“, sagte Hammann.

Der in der 67. Minute eingewechselte Frederik Christmann glich mit einem Doppelschlag innerhalb von zehn Minuten zum 2:2 aus. Für Steinbachs Torhüter und Kapitän Klaus Jürgen Siebecker und seine Abwehr begann nun eine turbulente Schlussphase. „Ein Kopfball geht 20 Zentimeter am Tor vorbei und in einer Situation, als ich schon geschlagen bin, schießt Hofstadt knapp vorbei. Wir dürfen uns dann auch nicht beschweren, wenn wir noch 2:4 verlieren“, schildert er diese Phase. Doch er und sein Team warfen sich mit großem Einsatz in jeden Ball, feierten jeden abgewehrten Schuss wie einen Sieg und sicherten sich einen verdienten Auswärtspunkt. „Im Endeffekt müssen wir das Spiel realistisch einordnen. Uns fehlen momentan vier Stammspieler. Mit elf einsatzfähigen Spielern eine Halbzeit gegen eine gestandene Verbandsliga-Mannschaft so zu dominieren war schon stark. Am Ende war es aber dann doch ein Kraftthema. So war es wohl für beide ein verdientes Unentschieden. Für uns ist es aber gefühlt zu wenig, da wir das 3:0 und damit die Entscheidung machen müssen“, analysiert TuS-Trainer Ghoul. Sein Kapitän Siebecker war nach der starken ersten Halbzeit nicht zufrieden mit der Punktausbeute, ordnet aber die Leistung seines Teams realistisch ein: „Wir sind Woche für Woche spielerisch auf einem Niveau mit den Gegnern. Trotzdem stehen wir auf Platz 17. Wir sehen, dass das Potenzial da ist. Aber die Kraft reicht aufgrund der Personalsituation momentan leider nicht für 90 Minuten.“

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