Handball Weber beweist Improvisationstalent

Hört zu und reagiert: Thomas Weber, der neue Trainer des TuS Dansenberg.
Hört zu und reagiert: Thomas Weber, der neue Trainer des TuS Dansenberg.

Punktgewinn oder Punktverlust? Diese Frage war nach dem 23:23 (10:11) des TuS Dansenberg am Samstag beim TV Gelnhausen nicht leicht zu beantworten. Obwohl die Mannschaft von Trainer Thomas Weber bei dessen Debüt mit der letzten Aktion der Partie den Ausgleich kassierte, überwog ganz klar das Positive.

Nach einem fulminanten Treffer von Jan Claussen, der zwölf Sekunden vor dem Ende mit einem satten Wurf aus großer Entfernung zum 23:22 (60.) traf, galt es für die Schwarz-Weißen nur noch einen Angriff abzuwehren, um die Halle als Sieger zu verlassen. Man hätte im Anschluss von einer taktischen Meisterleistung gesprochen, lag der Tabellensiebte im zweiten Durchgang doch nur ein einziges Mal in Führung.

Die Gäste hatten ihre Rechnung jedoch ohne Jannik Geisler gemacht, der drei Sekunden vor dem Ende einen Siebenmeter herausholte, den Yannick Mocken im Anschluss zum 23:23-Endstand verwandelte. Unter dem Strich ging die Punkteteilung absolut in Ordnung, auch wenn die Gastgeber zunächst die tonangebende Mannschaft waren (4:1/11.). Dansenberg ließ sich vom guten Start des Tabellenvierten nicht beeindrucken und ging durch einen 4:0-Lauf Mitte der ersten Halbzeit mit 5:4 (18.) in Führung.

Vertrauensbeweis

Obwohl Fabian Serwinski beim Stand von 5:5 (19.) einen Siebenmeter vergab, schenkte ihm sein Trainer bei nächster Gelegenheit erneut das Vertrauen. Der zum Saisonende scheidende Rechtsaußen traf von der Linie zum 6:6 (21.) und bewies auch beim Strafwurf zum 14:14 (36.) Nervenstärke.

Der TVG lag nach dem Seitenwechsel fast durchgängig in Führung, verpasste aber gleich mehrfach die Gelegenheit, sich auf mehr als zwei Tore abzusetzen: 12:10, 14:12, 17:15, 18:16, 20:18. Dansenberg hatte in den entscheidenden Situationen stets die passende Antwort parat, kam wiederholt zum Ausgleich und ließ sich einfach nicht abschütteln.

Die Schwarz-Weißen präsentierten sich äußerst abwehrstark und hatten in Torwart Michel Fiedler einen überzeugenden Rückhalt. Der 19-jährige Keeper, der sich mit guten Leistungen beim TuS Dansenberg für die Teilnahme an der U21-Weltmeisterschaft im Sommer empfehlen will, ließ gleich mehrfach sein Können aufblitzen.

Claussen übernimmt Verantwortung

Im Spiel nach vorne waren es vor allem Routinier Jan Claussen (8 Tore) und Luca Steinführer (5), die die Akzente setzten. Claussen, seines Zeichens bester Feldtorschütze in der Südwest-Staffel, stellte seinen Wert für die Mannschaft einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis. Nach den kurzfristigen Ausfällen der beiden Rückraumspieler Torben Waldgenbach und Mihail Ivanov, die sich unter der Woche im Training verletzten, lastete noch mehr Verantwortung auf den Schultern des 30-Jährigen. Dass der gebürtige Kieler nicht nur der Torschütze vom Dienst, sondern auch eine genialer Pass- und Ideengeber ist, macht ihn für die ersatzgeschwächte Mannschaft, der aktuell fünf Spieler fehlen, umso wertvoller.

„Wenn man den gesamten Spielverlauf sieht, können wir mit dem Punkt ganz gut leben, auch wenn wir natürlich gerne gewonnen hätten. Die Mannschaft hat die Vorgaben sehr gut umgesetzt und das Tempospiel des TVG über weite Strecken sehr gut unterbunden“, lobte Weber: „Zu Beginn der Partie waren wir noch ein bisschen nervös, das hat sich dann aber schnell gelegt. Von daher können wir für den Anfang zufrieden sein, auch wenn es mit Sicherheit noch das ein oder andere zu tun gibt.“

Das Pfalz-Derby gegen die TSG Haßloch, die am Samstag (20 Uhr) ihre Visitenkarte in der Layenberger-Sporthalle abgibt, wirft seine Schatten bereits voraus. Ob sich das prall gefüllte Lazarett der Dansenberger bis dahin noch etwas lichtet, bleibt abzuwarten. Dass Weber improvisieren kann, hat er bei seinem Debüt gezeigt.

So spielten sie

TuS Dansenberg: Lüpke/Fiedler (Tor), Claussen (8), Steinführer (5), Serwinski (5/3), Reitemann (3), Biagui (2), M. Holstein, T. Holstein, Dettinger, Dietrich

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