Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserschaden und Schimmel: Erlenbacher Kita geschlossen

Die protestantische Kita in Erlenbach ist seit 20. Juli zu.
Die protestantische Kita in Erlenbach ist seit 20. Juli zu.

Die Aufregung war groß: Von heute auf morgen, so schildern es Eltern, mussten die Kinder der protestantischen Kita Erlenbach aus der Einrichtung. Aufgrund eines Wasserschadens wurde sie vorübergehend geschlossen. Unklar war, wie es weitergeht, die Eltern hatten zudem Angst vor gesundheitlichen Folgen durch Schimmel. Nun gibt es erste Pläne.

Die protestantische Kita in Erlenbach besteht aus einem 1979 errichteten Altbau, der 1996/1997 komplett saniert wurde, sowie aus einem Neubau aus dem Jahr 2004. „Vom Leitungswasserschaden betroffen ist nur der Altbau, da der Neubau auf einer gesonderten Bodenplatte errichtet wurde“, erklärt Katherina Westrich, Vorsitzende der protestantischen Gesamtkirchengemeinde Kaiserslautern. Anfang Juni sei bemerkt worden, dass ein Warmwasserkessel korrodiere und Wasser austrete. Am 20. Juli habe sich abgezeichnet, dass Wasser unter die Bodenplatte und den Estrich gelaufen sei. „Wie lange das Wasser schon unter die Bodenplatte getropft ist, weiß niemand genau“, so Westrich. Eine Fachfirma habe Feuchtigkeitsmessungen gemacht, ein Schimmelgutachten wurde erstellt. „Der Schimmel befindet sich aber nur im unteren Bereich und unter den Fußbodenleisten“, die Schimmelsporen hätten sich nicht in der Luft ausgebreitet, sodass für Menschen ohne Vorerkrankungen „keine gesundheitsgefährdende Wirkung“ bestehe, erläutert Westrich die Ergebnisse der Gutachterin.

Die protestantische Kita in Erlenbach ist für 55 Kinder zugelassen. „Durch die Verabschiedung der Schulkinder sind im Moment 41 Plätze belegt. Es gibt vier Neuaufnahmen“, so Westrich. Seit 20. Juli ist die Kita geschlossen. Für die Kinder musste schnell eine Übergangslösung her. „Es gab eine große Unsicherheit“, berichtet Anna Schuff, Vorsitzende des Elternausschusses. „Wir wussten gar nicht, in welche Richtung es geht“, sagt sie. Unklar war, wo die Kinder untergebracht werden, und ob der Schimmel eine Gefahr darstelle. Die Stadt habe bei der Suche nach einem Ausweichquartier schnell und sehr gut unterstützt. Seit vergangenen Montag sind die Kinder in der städtischen Kita Rappelkiste untergebracht. Diese Einrichtung hat jetzt drei Wochen Betriebsferien.

Renovierung bis voraussichtlich Ende des Jahres

„Wenn alles gut läuft, soll die Renovierung bis Ende des Jahres abgeschlossen sein und die Kinder kehren dann zurück“, erklärt Westrich. Sie begegnet damit Gerüchten, die Kirche wolle den Schaden zum Anlass nehmen, die Erlenbacher Kita zu schließen und plane einen Neubau. „Wir wissen, dass Erlenbach zu wenig Kita-Plätze hat“, so Westrich. Es werde in Zukunft Überlegungen geben, „wie wir mehr Kita-Plätze schaffen können“. Das geschehe in Abstimmung mit der Stadt. Denkbar seien dafür ein Anbau oder Neubau, die Planungen seien aber noch nicht weit genug. Für die Sanierung müsse mit einem sechsstelligen Betrag gerechnet werden.

Die Eltern der Erlenbacher Kita-Kinder wurden am Montag über den aktuellen Stand und die Ergebnisse des Gutachtens informiert. „Es war ein guter Gesprächsabend, drei sehr intensive Stunden“, sagt Schuff. Es habe viele Emotionen und Ängste gegeben. Jetzt hätten die Eltern Klarheit, was vorgefallen sei und es sei eine Lösung in Aussicht, wie die Kinder ab September betreut werden. „Wir sind auf jeden Fall beruhigt, dass keine Gesundheitsgefahr besteht“, ergänzt Schuff. „Und die Kinder sind jetzt erst einmal unter, das war das Wichtigste.“ Insgesamt werde viel getan: Es solle geprüft werden, ob ein Fahrdienst eingerichtet werden kann, da einige Eltern Schwierigkeiten mit dem Fahren hätten. Auch die Möglichkeit der durchgehenden Teilzeitbetreuung solle nun erneut geprüft werden. Jetzt müssten in den kommenden Wochen und Monaten „den Worten Taten folgen“, sagt Schuff.

Westrich teilt mit, die Stadt habe angeboten, „dass wir weiter in der Rappelkiste bleiben können“. Die Räume müssten sich die Kinder und Erzieherinnen der Erlenbacher Kita dann ab September mit der städtischen Kita teilen.

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