Kaiserslautern Was Estland mit der Pfalz verbindet ...
Estland hat am 1. Juli die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union übernommen. Zu diesem Anlass luden das Europa Direkt Informationszentrum Kaiserslautern, die Stadtverwaltung sowie die Botschaft Estlands zu einem estnischen Abend im Casimirschloss ein. Der estnische Botschafter Mart Laanemäe erläuterte in einer kurzen Ansprache die Schwerpunkte der Präsidentschaft seines Landes, aber auch was sein Land mit der Pfalz verbindet.
Auf den ersten Blick ist das kleine baltische Land so weit weg von der Pfalz. Doch gibt es zwischen diesem Land im Nordosten der Europäischen Union und der Region Pfalz historische Verbindungen und aktuell vielfältige Zusammenarbeit. Botschafter Laanemäe sagte anlässlich des estnischen Abends in Kaiserslautern, dass sein Land ein europafreundliches Land sei. Derzeit sei Estland ein Nettogewinner der EU. Das werde sie aber auch bleiben, wenn Estland Nettozahler werden sollte. Das, was Europa ausmacht, definierte der Botschafter mit dem Begriff „Herrschaft des Rechts“. Sein Land habe das europäische Recht auch historisch gekannt. Insofern sei für sein Volk der Europa-Gedanke nichts Fremdes gewesen. Auch habe es kulturelle Verbindungen zwischen seinem Land und Deutschland und speziell mit der Pfalz gegeben. Heute würden die Esten als ein Volk von Sängern genannt, alle fünf Jahre finde im Land ein Sängerfest statt. Das habe es auch in der Sowjetzeit gegeben, die hätten das Fest einfach sowjetisiert, aber nicht unterdrücken können. Diese Besonderheit würden die Esten der Pfalz verdanken. „Dies stammt eigentlich vom Hambacher Fest“, sagte der Botschafter, das bekanntlich im Jahre 1832 stattfand. Als Motto der EU-Ratspräsidentschaft nannte der Botschafter „Einigkeit und Gleichgewicht“. Ein Schwerpunkt der estnischen Ratspräsidentschaft soll die Schaffung des digitalen Binnenmarkts sein. Europa sei ein Binnenmarkt, was Warenaustausch angeht, nicht aber im Bereich des Digitalen. In diesem Bereich und der W-LAN-Abdeckung habe Estland eine Vorreiterrolle. Am estnischen Abend stellte Eva Wenzel-Staudt, Schulleiterin des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, die Partnerschaft ihrer Schule mit dem estnischen Tarvastu-Gymnasium in Mustla vor, die vor 20 Jahren beschlossen wurde. Paul Junker, Landrat des Landkreises Kaiserslautern, berichtete über die Partnerschaft seines Landkreises mit dem estnischen Landkreis Rapla.