Kaiserslautern
Was der Budokan Kaiserslautern und die Beatles gemeinsam haben
Aus dem Nichts vor genau 30 Jahren gegründet, zeichnet sich der Budokan Kaiserslautern seither durch ein beachtliches Vereinsleben aus. 250 Mitglieder zählt der Verein heute, kurz vor der Corona-Pandemie waren es sogar mal 300. „Das können wir auch wieder erreichen“, ist Marcus Gutzmer, Vereinsgründer, Vorsitzender und Landestrainer Kata, guter Dinge, dass der Verein die Corona-Delle bald wieder hinter sich lassen wird.
Die Mitglieder sind jung – ungefähr zwei Drittel der Budokan-Schüler sind noch keine 18 Jahre alt. Das liegt vermutlich daran, dass der Verein bereits für Zwei- bis Vierjährige Krabbelkarate anbietet und mit einem gut frequentierten Kindertraining den Aufbau der Karate-Fähigkeit stetig vorantreibt. Auch Erwachsene können im regelmäßigen Training an ihrer Kampfkunst feilen. Alles ohne Druck, wie Marcus Gutzmer betont. Wer an keinem Wettkampf teilnehmen will, ist genauso gerne als Karateschüler gesehen wie jene, die ehrgeizig nach Medaillen streben und seit Jahren konstant dafür sorgen, dass der Name Budokan bei nationalen und internationalen Wettkämpfen in den Ergebnislisten ganz oben zu finden ist. „Bei uns steht nicht unbedingt der Erfolg im Vordergrund, sondern der Mensch und die Sache selbst“, beschreibt Gutzmer das Credo des Vereins.
Offen für andere Kampfkünste
Bei großen Turnierausschreibungen taucht der Name Budokan Kaiserslautern auch als Veranstalter auf. Der Verein holt die Karateszene zum Kräftemessen regelmäßig in die Barbarossastadt, richtet zudem große Lehrgänge aus. Das funktioniere aber nur, wenn im Verein eine gewisse Harmonie herrscht und viele bei den Veranstaltungen anpacken. „Auf unsere Mitglieder ist echt Verlass“, ist der Vereinschef dankbar für das Miteinander. Zum Verein gehört seit 1998 auch eine Taekwondo-Abteilung – mit ein Zeichen dafür, dass der Budokan auch offen für andere Kampfkünste ist.
Dieses „Offen für alle Kampfkünste“-sein findet sich auch im Vereinsnamen. „Bei der Namensgebung hatte ich mich damals von der berühmten Nippon-Budokan-Kampfsporthalle in Tokio inspirieren lassen. Dort war ich selbst schon und war echt beeindruckt“, blickt Marcus Gutzmer zurück. „Budo“ ist der japanische Oberbegriff für alle Kampfsportarten und „kan“ heißt übersetzt Halle. Es war also die Halle des Kampfsports in Tokio, die dem Kaiserslauterer Verein zu seinem Namen verholfen hat. In der Budokan-Halle in Tokio fanden bei den Olympischen Spielen 1964 die Judowettkämpfe statt. Neben zahlreichen weiteren sportlichen Großveranstaltungen gibt es dort immer wieder große Konzerte – selbst die Beatles sind dort schon aufgetreten.
Gutzmer fand Kung Fu anfangs besser
Die Erfolgsgeschichte des Vereins war bei den ersten Karate-Erfahrungen des Gründers Marcus Gutzmer nicht wirklich vorhersehbar. Sein Vater, ein Karatetrainer, nahm ihn als kleinen Jungen immer mit in die Halle. „Als Kind habe ich die Leute nur aufgehalten. Mich wollte keiner dabei haben, und ich fand Karate nicht toll. Ich habe es damals gehasst“, erinnert sich der 52-Jährige lachend.
Ein spezielles Kindertraining habe es damals noch nicht gegeben. Gutzmer fand Kung Fu zunächst besser, ist dann Anfang der 1980er doch wieder beim Karate gelandet. Der gelernte Stahlbetonbauer nahm an Wettkämpfen teil und war dort sehr erfolgreich. Dann folgten der Trainer-Schein A, das Studium zum Diplom-Trainer, die Lizenz als Prüfer und die Gründung des Budokan Karate-Vereins Kaiserslautern, das Karate-Training mit Kindern und schließlich auch das Training mit Beeinträchtigten. Immer an seiner Seite: seine Frau Sandra Gutzmer, die mit ihm und weiteren Budokan-Karate-Meistern das tägliche Trainingsangebot bestreitet. Das Karate-Training des Budokan findet in der Gymnastik- oder Turnhalle der Lina-Pfaff-Realschule statt.
Info
Weitere Infos im Netz unter www.budokan-kaiserslautern.de.
Die Serie
In unserer Serie „Vereinssache“ stellen wir Vereine aus Stadt und Landkreis Kaiserslautern vor. Wer vorgestellt werden will, kann eine E-Mail an redkai@rheinpfalz.de schreiben.