Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel „Was Cooles, was Besonderes“: Lautern hat einen Abenteuerspielplatz der Superlative

Max Sprenger, Leiter des Zentrums für Sport, Gesundheit und Wohlbefinden an der RPTU, hat noch viele Ideen.
Max Sprenger, Leiter des Zentrums für Sport, Gesundheit und Wohlbefinden an der RPTU, hat noch viele Ideen.

Der markante Kletterturm an der Universität zieht Profis und Hobbysportler an. Jetzt ist ein Abenteuerspielplatz entstanden – sowie ein Paradies für Skater und Radakrobaten.

Max Sprenger ist die Begeisterung anzusehen. Er strahlt über das ganze Gesicht, schwärmt von den neuen Möglichkeiten, die auf dem 8000 Quadratmeter großen Areal, das an das TSG-Gelände angrenzt, entstanden sind. „Damit setzen wir Maßstäbe, weit über die Stadtgrenzen hinaus“, sagt der Leiter des Zentrums für Sport, Gesundheit und Wohlbefinden an der Rheinland-Pfälzisch Technischen Universität (RPTU). Ein bisschen erinnert die Szenerie an die alla hopp!-Anlagen, die der frühere SAP-Mitbegründer und Stifter Dietmar Hopp der Metropolregion Rhein-Neckar beschert hat. Dahinter steht die Idee, neue Bewegungs- und Begegnungsräume zu schaffen, zur Aktivität anzuspornen.

Auf 8000 Quadratmeter Fläche wird viel geboten: Neu ist der Abenteuerspielplatz Kitzland, der noch im Endausbau ist.
Auf 8000 Quadratmeter Fläche wird viel geboten: Neu ist der Abenteuerspielplatz Kitzland, der noch im Endausbau ist.
Zieht an: die Pumptrack-Anlage neben dem Kletterturm.
Zieht an: die Pumptrack-Anlage neben dem Kletterturm.
Auch ein Amphitheater für Veranstaltungen ist entstanden.
Auch ein Amphitheater für Veranstaltungen ist entstanden.
Weit und breit einzigartig: der Kletterturm auf dem Gelände des Unisports.
Weit und breit einzigartig: der Kletterturm auf dem Gelände des Unisports.
Das Gelände grenzt direkt an die TSG.
Das Gelände grenzt direkt an die TSG.
Kunststücke sind gefragt.
Kunststücke sind gefragt.

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Das treibt auch Sprenger, der Vater von drei Kindern ist, an. „Den 17 Meter hohen Kletterturm, der von der RPTU betrieben wird, können auch Breitensportler nutzen, wir haben da bewusst leichte Touren angelegt“, erzählt er. Doch das war ihm und seinem Team nicht genug. „Wir haben lange zusammengesessen und überlegt, was wir tun können, um Menschen abseits des Unisports zusammenzubringen.“ Der Unisport an der RPTU ist seit Jahren eine Erfolgsgeschichte, wurde mehrfach ausgezeichnet, über 10.000 Nutzer sind gelistet. „Wir wollten was Cooles, etwas Besonderes, die Neuinterpretation einer Sportanlage, für unsere Studierenden und Mitarbeiter, aber auch für die Stadt und das Umland. Wir wollen Schnittstelle zur Gesellschaft sein, Menschen zusammenbringen, Brücken bauen.“ Investiert wurde ein sechsstelliger Betrag, größtenteils über Drittmittel finanziert. „Ich kannte das bislang nicht. Aber weil ich von der Idee so begeistert war, bin ich Klinkenputzen gegangen“, berichtet der 40-Jährige. „Ich habe viele Unterstützer gefunden, Unternehmer, auch Professoren haben sich mit Geldbeiträgen engagiert, weil sie das ungewöhnliche Projekt so gut finden.“

Seilbahn, Klettergerüst und ein Schloss

Dabei ist noch längst nicht alles umgesetzt, was Sprenger und seiner Mannschaft vorschwebt. In der kommenden Woche geht ein richtig großer Abenteuerspielplatz in Betrieb. Er übertrifft so ziemlich alles, was es bislang in der Stadt gibt. Lediglich die Anlage auf dem Gartenschau-Gelände kann mithalten. Der Abenteuerspielplatz für Kinder bis 14 dehnt sich auf über 1000 Quadratmetern aus und wurde „Kitzland“ getauft. Er gliedert sich in mehrere Erlebnisbereiche auf, bietet selbst Jungen und Mädchen unter drei Jahren im Mini-Land Anreize. Fast alle Spielgeräte sind aus hochwertigem Holz, es gibt für die Älteren eine Seilbahn, ein großes Klettergerüst, Schaukeln und den Cliff-Rider. Hier können Mutige zwischen zwei Türmen mit einem Pendelstab eine Art Stabhochsprung wagen. Herzstück ist ein großes Spielschloss mit mehreren Ebenen, das weithin sichtbar ist. Dort kann man über Netze hochklettern, sich im Turm verstecken, über Stangen in Tunnel einsteigen, balancieren, rutschen, sich in die Luft katapultieren lassen. „Das ist alles richtig gut für die Motorik“, sagt der promovierte Sportwissenschaftler. Das Schloss ist laut Sprenger eine Spezialanfertigung. Generell sei viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt worden. Ausgestattet wird die große Spielfläche noch mit Sonnensegeln, in der Mitte gibt es einen Vorleseplatz. Klimaresistente Bäume wurden gepflanzt, um Atmosphäre und Schatten zu schaffen.

Das sei auch ein Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Studium oder Beruf. „Wir müssen schauen, dass wir als Universität für Familien etwas bieten, schließlich stehen wir in Konkurrenz zu anderen Uni-Städten“, sagt Sprenger. Er könne sich vorstellen, dass Studierende mit Kind oder Mitarbeiter hier mal mit dem Nachwuchs eine Pause einlegen. Die Anlage stehe Menschen aus der Region offen. Und natürlich solle die Nachbarschaft vorbeikommen. „Das ist uns wichtig, auch beim Unisport. Wir wollen, dass jeder mitmacht. Damit heben wir uns von anderen Einrichtungen in der Republik ganz deutlich und ganz bewusst ab.“

Pumptrack-Anlage und ein Amphitheater

Der Abenteuerspielplatz ist nur ein neuer Anziehungspunkt. Im Frühjahr sind bereits eine asphaltierte Pumptrack-Anlage und eine Skateranlage gebaut worden. Hier können sich Anfänger und Besserkönner mit Rädern, Skateboards, Inlineskates, Kickboards und Co. in die Kurven legen und in die Wellen wagen. Zudem wurde aus Sandsteinen ein Amphitheater mit Bühne angelegt, beim Forstamt Annweiler wurden großzügige Sitzgarnituren aus Holz geordert, an denen bis zu 30 Leute Platz finden. Eine Rasenfläche lädt zum Ausbreiten der Picknickdecke ein. Essen und Getränke mitzubringen ist erwünscht. „Wir wollen hier Konzerte machen, Lesungen, Open-Air-Kino“, kündigt Sprenger an. In der kommenden Woche startet die Afterwork-Reihe „Summer Soul“. Perspektivisch soll noch ein überdachtes Beachvolleyballfeld kommen. „Das gibt es weit und breit nicht.“ Ganz umsonst ist das Vergnügen nicht zu haben. „Wir sind kein öffentlicher Bereich und müssen das Gelände auf eigene Kosten sauber halten“, so Sprenger. Kinder und Jugendliche müssten deshalb eine sogenannte Kidskarte erwerben, für 7 Euro im Monat.

Der Spielplatz wird am kommenden Mittwoch, 17 Uhr, eingeweiht. Sprenger hofft auf viele Gäste. Es spielt die HSG-Schulband „Seven Funny Tones“. RPTU-Präsident Malte Drescher wird den Spielplatz feierlich eröffnen.

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