Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Warum dieses Lautrer Kunstwerk nicht mehr vollständig ist

Derzeit fehlt der „Pfeil“, da an der Konstruktion erhebliche Verschleißerscheinungen festgestellt wurden.
Derzeit fehlt der »Pfeil«, da an der Konstruktion erhebliche Verschleißerscheinungen festgestellt wurden.

Einem Kunstwerk an der RPTU fehlt plötzlich sein markantes Markenzeichen, der „Pfeil“. Ihn abzunehmen, sei unumgänglich gewesen, erklärt die Universität. Was steckt dahinter?

Solange etwas so ist, wie es immer ist, fallen einem Äußerlichkeiten an Gebäuden und Straßen, am Stadtbild allgemein, meistens nicht weiter auf. Das ändert sich oft, sobald sich etwas ändert. Nicht immer natürlich, aber besonders dann, wenn es sich um ohnehin bemerkenswerte Objekte handelt – so wie das unübersehbare Kunstwerk „Dialog im Gleichgewicht“, das seit fast einem Vierteljahrhundert exponiert am Standort Kaiserslautern der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) steht. Und nun plötzlich nicht mehr vollständig ist.

Konkret: Das oberste Metall-Teil der Konstruktion ist verschwunden. Handelt es sich etwa um die Folge von Vandalismus? Oder wurden vielleicht nur Wartungsarbeiten durchgeführt? Die RHEINPFALZ hat nachgeforscht.

Der „Pfeil“ fehlt, ein dreieckiges Metall-Objekt

Zum Kunstwerk zunächst allgemein: Das fast sechs Meter hoch aufragende, aus Sandstein (die tragende Säule) und Edelstahl (die darauf gesetzte eigentliche Plastik) bestehende Werk „Dialog im Gleichgewicht“ des Kaiserslauterer Künstlers Sven Corsmeier entstand im Jahr 2001 im Rahmen eines studentischen Wettbewerbs des Fachbereichs Architektur. Es steht heute auf einem zweiteiligen runden Sockel recht zentral auf dem Kaiserslauterer Uni-Gelände an der Ecke Erwin-Schrödinger- und Gottlieb-Daimler-Straße.

Zurzeit fehlt der Konstruktion ganz oben der „Pfeil“, ein langgestrecktes, dreieckiges Metall-Objekt. Es balancierte bisher optisch beeindruckend, fast wie schwebend erscheinend auf der Spitze eines ähnlich geformten Trägers und gab dem Werk seinen positiven Namen – der nun freilich nicht mehr zutrifft. Was ist geschehen?

Eine Nachfrage beim Leiter der Stabsstelle Universitätskommunikation bringt rasch Klarheit: „Das Werk wurde im Zuge einer Wartung eingehend geprüft“, erklärt RPTU-Pressesprecher Christoph Richter, dessen Dienststelle ganz in der Nähe des Werks liegt. „Dabei stellten Fachleute erhebliche Verschleißerscheinungen in der Auflagerkonstruktion des drehbaren Oberteils fest.“ Das hatte Konsequenzen: „Da sich das Kunstwerk im öffentlichen Verkehrsraum befindet, war die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben. Daher wurde das Oberteil aus Sicherheitsgründen demontiert.“

Auf der Suche nach geeignetem Ingenieurbüro

Dieser Zustand soll natürlich nicht so bleiben. Man sei bemüht, so Richter weiter, eine Lösung zur Wiederherstellung des Kunstwerks zu finden. Die Suche nach einem geeigneten Ingenieurbüro für die Rekonstruktion des Auflagers sei aber bisher erfolglos geblieben.

Weiterhin sei geplant, den „Pfeil“ in einer leichteren Bauweise nachfertigen zu lassen und ihn künftig fest zu fixieren, um das Werk langfristig sicher und stabil präsentieren zu können. Auch hier, so der Pressesprecher, sei man derzeit auf der Suche nach einem geeigneten Fachunternehmen.

Es waren also keineswegs schlechte Einflüsse, die dem Kunstwerk zugesetzt haben. Vielmehr ist das Fehlen eines wichtigen Teils davon die logische Folge von guten Beobachtungen und wichtigen Sicherheitsfragen, die Wiederherstellung des Gesamtwerks eine positive Sache von zu erwartenden Instandhaltungsmaßnahmen.

So sieht die Skulptur „Dialog im Gleichgewicht“ auf dem Uni-Gelände eigentlich aus.
So sieht die Skulptur »Dialog im Gleichgewicht« auf dem Uni-Gelände eigentlich aus.
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