Kaiserslautern
Warum das Tischtennisteam des ASV Sembach so erfolgreich ist

Der ASV Sembach ist erst vor wenigen Jahren auf der Tischtennislandkarte aufgetaucht. Trotzdem ist der Verein in aller Munde, insbesondere wegen seiner Spieler, der finanziellen Rahmenbedingungen, aber auch der Erfolge, die seit der Gründung der Tischtennisabteilung errungen wurden.
„Ich habe meine Taktik umgestellt“, sagt Patrick Kall, Inhaber einer Elek-trofirma in Sembach. Er rief vor ein paar Jahren die Tischtennisabteilung des ASV Sembach ins Leben. Schon von Beginn an war die Truppe Gesprächsthema im Lager der landläufig als Ping-Pong-Spieler titulierten Aktiven des chinesischen Volkssports.
Mit Sascha Schwager stand von Beginn an ein hochklassiger Spieler in den Reihen des Kreisklassisten, der vorher in der Pfalzliga spielte. Danach wurde auch mal mit Kiryl Baraboanov ein weißrussischer Nationalspieler verpflichtet. Die Erfolge eine Zwangsläufigkeit, fast schon ein Selbstverständlichkeit mit solch einer Truppe.
„Mir macht es Spaß, junge Leute zu fördern. Finanzielle Mittel müssen da sein, der Sport kostet Geld“, sagt Kall ohne Umschweife, wollte Gehaltszahlungen an Spieler weder verneinen noch bestätigen. Doch immer wieder schwirren im pfälzischen Tischtennissport astronomische Summen für den niederklassigen Tischtennissport umher, die sich teils auf Bundesliganiveau befinden, aber beim ASV gezahlt werden sollen. Kall wollte sich dazu jedoch nicht äußern.
Warum dann jedoch die Intensivierung des Tischtennissport in Sembach? „Ich wohne in Sembach“, sagt Kall, der am Tischtennissport großen Gefallen fand, vorher beim 1. FC Kaiserslautern die Fußballer mitsponsorte. „Es ist nicht gewollt, in einen bestehenden Verein hineinzukommen, das würde bedeuten, dass Strukturen auseinander brechen“, ergänzt Kall, der nun, nachdem er zu Beginn einfach nur starke Akteure verpflichten wollte, auf Spieler aus der Region setzt. „Wenn ich es wollte, würde ich eine ganze Mannschaft aus der Oberliga kaufen und deren Lizenz übernehmen“, sagt Kall, der auch einen weniger schweren Weg sieht, ins hochklassige Tischtennis zu kommen.
Mit Dominik Demmere von der SG Waldfischbach hat er einen weiteren starken Pfalzligaspieler verpflichtet. „Er ist ein sehr guter Freund von mir“, sagt Kall, der davon spricht, dass sich vor Saisonbeginn etwa 30 bis 40 Spieler bei ihm angeboten hätten. Eine Grundvoraussetzung bei ihm sei jedoch, dass alle seine Spieler auch regelmäßig trainieren. „Ich lege Wert auf eine hohe Trainingsbeteiligung. Wer nicht mitzieht, kann direkt wieder gehen“, sagt der ASV-Macher, der als Ziel die Pfalzliga ausgibt, aber auch der Oberliga nicht abgeneigt wäre.
Mittlerweile ist der ASV Sembach in der Bezirksklasse angekommen. Ab der kommenden Saison wird auch eine zweite und dritte Mannschaft am Ligenbetrieb teilnehmen, worauf Kall sehr stolz ist. Ein Aufstieg jagt den nächsten. Auch nahm man an der deutschen Meisterschaft für Verbandsspielklassen teil, erreichte dort in der C-Klasse der Kreisligavereine das Viertelfinale. Dort kam auch Nachwuchsspieler Elias Langhoff zum Einsatz. „Wenn ich gewollt hätte, hätte ich drei Oberligaspieler hingeschickt. Für solch junge Spieler wie Elias Langhoff ist das ein Erlebnis, das sie nie vergessen“, sagt Kall, der größten Wert auf eine funktionierende Nachwuchsabteilung legt.
„Es ist mein Hobby, nah dran zu sein. Wenn die alte Saison vorbei ist, dann beginnt die Vorbereitung auf die nächste Saison“, sagt Kall, der mit dem 16-jährigen Oleg Salzmann einen Spieler in seiner Abteilung hat, dem er besondere Aufmerksamkeit schenkt. Der körperlich und geistig angeschlagene Nachwuchsspieler habe nach langem Training seine ersten Siege eingefahren. „Ich will ihn nun auf Turniere für Behindertensportler schicken“, sagt Kall, dem der Jugendspieler ganz besonders am Herzen liegt.