Kaiserslautern Vorzeige-Objekte

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Eine Drei-Brücken-Wanderung unternahm gestern der Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog. Mit Freizeit hatte das nichts zu tun: Ziel war die Autobahn. Es ging von der Caesarpark- zur Waschmühltal- und zurück auf die Lautertalbrücke. Eine Baustellenwanderung mit dem LBM neben der Autobahn.

Einen Helm hatte der SPD-Politiker dabei, Sicherheitsschuhe auch: „Ich habe meinem Bruder auf dem Bau geholfen.“ Die Warnweste stellte der Landesbetrieb Mobilität (LBM), der Bauherr der drei neuen Brückenbauwerke über die A6. Los geht es auf der Caesarparkbrücke auf dem Kaiserberg. Die Baustellen Lautertalbrücke und Waschmühltalbrücke sind nach links und rechts nur einen Steinwurf entfernt. Deshalb bleiben die Autos stehen, es wird marschiert. Drei Kilometer des insgesamt 7,5 Kilometer langen Streckenabschnitts, auf dem die Autobahn sechsspurig wird, sind komplett fertig, klärt Volker Priebe, stellvertretender Leiter des LBM, auf. Mit einer Baustellen-Landkarte bringt er seinen Besucher auf den aktuellen Stand. 2011 haben die Arbeiten begonnen. Eine Großbaustelle steht noch an: Beim Gersweilerweg wird eine weitere Brücke gebaut, die Linienführung der Autobahn wird dort verbessert, außerdem wird sie gradiert („da ist eine Delle drin“), dazu wird die Fahrbahn ein ganzes Stück angehoben. Es wird eine Notbrücke errichtet, damit „wir den Verkehr mindestens zur Hälfte raus kriegen“, schildert Priebe. Alles in allem dauert der Gersweilerweg-Abschnitt bis 2016. Am Mittwoch war Gustav Herzog noch in Berlin, erzählt er. Verkehrspolitische Fragen standen an, bei denen Herzog als stellvertretender Sprecher der Arbeitsgruppe Verkehr und digitale Infrastruktur der SPD-Bundestagsfraktion mitredet. Allerdings drehten sich die Gespräche nicht um Autobahnen, sondern um die Wasserschifffahrtsverwaltung des Bundes. Zu Fuß geht es neben der Böschung unter die 235 Meter lange Waschmühltalbrücke, die unter Denkmalschutz steht. Priebe schwärmt von dem Blick, den der Autofahrer jetzt auf die alte Sandsteinbrücke hat. Ihre Substanz ist gut, als etwas durchnässt, bezeichnet sie der Ingenieur. Deshalb soll sie austrocknen, danach wird sie gesäubert. Und anschließend wird sie schöner aussehen als vorher. Auf der neuen, noch ruhenden Fahrbahn geht es unter der Caesarparkbrücke durch zur 275 Meter langen Lautertalbrücke. Hier schaffen die Betonbauer. Sie gießen Stück für Stück die neue Fahrbahn in Richtung Mannheim, die 14,5 Meter breit ist: drei Fahrspuren plus Standstreifen. Zwar fährt ein Schalwagen auf Schienen über die Brücke und verteilt den Asphalt. Dem folgt jedoch Handarbeit: Die Betonbauer glätten den Brei mit Rechen und anschließend wird er fein säuberlich mit einem Betonscheiber eingeebnet. Die Männer, die vom Verkehrslärm zugedröhnt werden, rackern zehn Tage am Stück von morgens 7 bis abends 7. Donnerstags geht’s nach Hause, montags wieder weiter. 2018 sollen die siebeneinhalb Kilometer fix und fertig sein. Bis dahin ist auch die alte Lautertalbrücke abgerissen. Sie wird wohl, schätzt Priebe, in Stücke geschnitten, die dann aus der luftigen Höhe nach unten gelassen werden. Am Rande plaudern die Männer über die Hochmoseltalbrücke, die noch imposanter wird, doch Herzog lobt die Arbeit auf den Lauterer Autobahnbaustellen: „Tolle Arbeit.“ Er schätzt den landeseigenen Betrieb und plädiert für eigenes Personal, weil „der Staat eigene Kompetenz braucht“, mit der er Planung, Bauen und Kontrolle überwachen kann.

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