Kaiserslautern
Vor allem das neue Job-Ticket verzeichnet Zuwachs
Seit einer Woche ist das Deutschland-Ticket auf dem Markt – und erfreut sich auch in Kaiserslautern reger Nachfrage. Zu den rund 9500 Kunden, die bisher bereits eine SWK-Jahreskarte hatten, sind bislang über 1000 neue hinzugekommen, erläutert Boris Flesch. „Den größten Zuwachs verzeichnen wir beim Job-Ticket“, das bisher rund 1500 Kunden nutzten, stellt er heraus. Die Kreisverwaltung habe schon vor einiger Zeit Interesse bekundet, die Stadtverwaltung wird voraussichtlich ab 1. Juli ihren Angestellten das Ticket ermöglichen, die zur RPTU fusionierte Uni erweitert ihr Angebot auf den Standort Landau, Amazon, die WVE und die AOK sind nun dabei, zählt Flesch auf, „sowie noch einige kleinere Firmen“. Da das Ticket mit in der Regel 34,30 Euro deutlich günstiger als zuvor ist, rechnet Flesch zudem mit weiteren Angestellten, die das bestehende Angebot ihres Arbeitgebers nutzen werden.
Zudem geht er davon aus, dass zu den zuletzt rund 25 Job-Ticket-Firmen noch einige hinzukommen. „Die Einstiegshürde für Firmen ist deutlich niedriger geworden“, ab zwei Mitarbeitern sei es für Arbeitgeber jetzt schon möglich. „Es ist für Arbeitnehmer günstiger, für Arbeitgeber einfacher“, fasst Flesch die Gründe für den Erfolg des neuen bundesweiten Job-Tickets zusammen.
34,30 Euro kostet das Job-Ticket in der Basis-Variante, bei der der Arbeitgeber 25 Prozent der Kosten trägt, aber „auch die Varianten mit 50, 75 oder gar 100 Prozent Kostenübernahme gibt es bei uns“, bestätigt Flesch.
Die gut 9500 SWK-Stammkunden seien inzwischen „weitestgehend mit den neuen Karten ausgestattet“, sagt der Verkehrsbetriebe-Chef. Die Schüler seien von der RNV (Rhein-Neckar Verkehr GmbH) in Mannheim, die den Vertrieb des Deutschland-Tickets für die SWK abwickelt, mit Plastikkarten ausgestattet worden, Job-Ticket-Inhaber sollten idealerweise ihr Abo aufs Handy-Ticket umgestellt haben, übergangsweise wurden zudem Papiertickets zugeschickt. Wer ein solches im Briefkasten gefunden hat, kann es über die Internetseite der RNV (abo.rnv-online.de/Abo) in ein Handy-Ticket umwandeln.
„Perspektivisch“ sollen nur noch Handy-Tickets und Chipkarten, bei denen die Kunden ebenso selbst ihr Abo verwalten können, gelten, betont Flesch das Ziel – das auch für die Umwelt besser als ständig neue Plastikkarten sei. Bisher seien Chipkarten im VRN (Verkehrsverbund Rhein-Neckar) – wie in vielen anderen Verkehrsverbünden – jedoch noch nicht ausgegeben, „es laufen noch bundesweit Abstimmungen“. Die Chipkarte war vor allem für Senioren und andere, die kein Smartphone nutzen können oder wollen, als digitale Alternative gedacht.
Die „übergangsweise als Plastik- oder Papierticket“ ausgegebenen Deutschland-Tickets werden laut VRN „im Laufe des Jahres dann durch eine Chipkarte ersetzt“. Dass sich die Deutsche Bahn nicht an die Absprache mit den Verkehrsverbünden gehalten habe und VRN-Kunden im April aufgefordert hat, über ein Portal das Deutschland-Ticket in ein Handy-Ticket umzuwandeln, hatte den VRN wie auch etliche Kunden verärgert.
Eine komplett reibungslose Umstellung von heute auf morgen hatte niemand erwartet. So war die digitale Einrichtung über das RNV-Portal teils wegen technischer Hürden eine Herausforderung, auch die DB-Seite war zum Monatswechsel überlastet, und der Postversand sicher auch nicht immer pünktlich. Deshalb lassen die Verkehrsbetriebe weiterhin Kulanz gelten, betont Flesch erneut, „das ist deutschlandweit abgestimmt“. Auch in dieser zweiten Woche nach Einführung werde in den SWK-Bussen kein QR-Code eingescannt. „Es gibt immer noch Kunden mit alter Karte, die tolerieren wir auch noch.“ Für die kommende Woche werde man „die Wasserstandsmeldung abwarten“ und dann entscheiden.