Stadtleben Von Wissenschaft fasziniert: Lautrer Student arbeitet am Cern

Nabil El-Kassem, 24 Jahre alt, studiert an der Hochschule Kaiserslautern Maschinenbau. Seit dem dritten Semester absolviert er s
Nabil El-Kassem, 24 Jahre alt, studiert an der Hochschule Kaiserslautern Maschinenbau. Seit dem dritten Semester absolviert er sein Studium dual in Kooperation mit Wipotec. Zurzeit schreibt er seine Bachelorarbeit am Cern (auf dem Foto ist er am Teilchenbeschleuniger zu sehen), der Großforschungseinrichtung in der Nähe von Genf.

Wer Teilchenphysik sagt, muss irgendwann auch Cern sagen. Cern ist eine Abkürzung – sie steht für Conseil Européen pour la Recherche nucléaire, zu Deutsch: Europäische Organisation für Kernforschung –, aber dahinter verbirgt sich auch eine nahe Genf gelegene Forschungseinrichtung, eine der eindrucksvollsten der Welt. Nabil El-Kassem, Maschinenbau-Student an der Hochschule Kaiserslautern, war in den vergangenen Monaten Teil der dortigen Forschungsgemeinschaft, absolvierte ein Praktikum und sammelte Daten für seine Bachelor-Arbeit.

Sprachlos die Wissenschaft dahinter bewundert

„Ich stand einfach sprachlos da und habe den Aufwand und die Wissenschaft bewundert, die dahinterstehen.“ Einmal erst hat El-Kassem das Herzstück des Cern, den unterirdisch gelegenen leistungsstärksten Teilchenbeschleuniger LHC der Welt besichtigen können. Der Beschleuniger, ein 27 Kilometer langer Ring aus supraleitenden Magneten, befindet sich in einem Tunnel 100 Meter unter der Erde. Hier werden Protonen oder Ionen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt.

In einem internationalen Team gearbeitet

Auch abgesehen von der beeindruckenden Anlage hat der Student, der an der Hochschule und in Kooperation mit dem Wäge-Spezialisten Wipotec Maschinenbau studiert, mit der Teilchenphysik für sich Neuland betreten. „Ich sammle dort meine ersten Erfahrungen mit Teilchenphysik und ich bin fasziniert“, berichtet er. Dabei war sein Weg in die Nähe von Genf recht unspektakulär. Mit Blick auf sein Praxissemester habe er sich an den für Internationalisierung zuständigen Vizepräsidenten der Hochschule, Michael Magin, gewandt. Der habe ihn auf den Praktikumsplatz am Cern aufmerksam gemacht. Seine Bewerbung hatte Erfolg und nun untersucht El-Kassem ein Messinstrument an einem älteren Teilchenbeschleuniger der Anlage. Das geschieht in der Abteilung „Mechanics and Logistics“ am Cern, die für die Konstruktion, Wartung und Installation der Instrumente zuständig ist, die den Strahl im Teilchenbeschleuniger überwachen. Seine Daten sollen dazu beitragen, das Messinstrument genauer zu machen. Und: „Ich habe gelernt, in einem internationalen Team und in komplexen Arbeitsabläufen zu arbeiten.“ Das sei mit das Wichtigste, was er aus seiner Zeit am Cern mitnehmen werde. Mittlerweile hat er seine Bachelor-Arbeit fertiggestellt, ist aber immer noch am Cern beschäftigt. Im Herbst will er nach Kaiserslautern zurückkehren und an der Technischen Universität seinen Masterabschluss in Angriff nehmen.

Am Cern arbeiten rund 3500 Menschen, Gastwissenschaftler, die von den Experimenten dort profitieren, nicht mitgerechnet.

x