Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Von Resignation keine Spur beim SV Morlautern

Der Trainer des SV Morlautern hat das Wort: Daniel Graf (links) schärft seinen Spielern ein, was er von ihnen im anschließenden
Der Trainer des SV Morlautern hat das Wort: Daniel Graf (links) schärft seinen Spielern ein, was er von ihnen im anschließenden Trainingsspiel sehen will.

Die Lage ist alles andere als rosig. Der SV Morlautern steckt in der Oberliga tief im Abstiegsschlamassel. Doch davon ist bei einem Trainingsbesuch nichts zu spüren.

Im Stadion Kieferberg strahlt das Flutlicht auf den Kunstrasenplatz. Es ist Trainingszeit. Die Fußballer des Oberligisten SV Morlautern bereiten sich an diesem recht milden Winterabend auf ihr nicht mehr allzu fernes erstes Ligaspiel im neuen Jahr vor. Man sieht lachende Gesichter. Das Aufwärmtraining scheint den Spielern Spaß zu machen. Sie flachsen, sind aber auch mit Eifer bei der Sache. Die Stimmung ist gut, das spürt man. Keine Spur von Resignation. Das überrascht. Endete doch das vergangene Jahr mit einer bitteren Niederlage, welche die bereits große Abstiegsgefahr noch größer werden ließ.

Wie es um die Mannschaft bestellt ist, bringt Marc Knapp auf den Punkt. „Wir haben Bock“, sagt der Stürmerhüne und macht damit unmissverständlich klar, dass er und seine Mannschaftskameraden die Sache mit dem Ligaverbleib noch lange nicht abgeschrieben haben. Er strahlt Zuversicht aus, hat offensichtlich die schwierige Phase überwunden, in der ihn eine Verletzung lange Zeit schachmatt setzte. In der Vorbereitungszeit habe er sich wieder herangekämpft, sagt der 30-Jährige, dem in den Testspielen wieder das gelang, was er für sein Selbstvertrauen so dringend braucht: Tore. Knapp wird den SVM nach dieser Saison verlassen und beim SV Alsenborn als Spielertrainer einsteigen. Verabschieden will er sich von einem weiterhin in der Oberliga spielenden SV Morlautern. Ihre Zukunft sehen auch der Mittelfeldspieler Leopold Mühlen und der Außenstürmer Florian Bicking bei einem anderen Klub; sie wechseln beide nach der Runde zum TuS Steinbach. Ob das Team aus dem Donnersberger Land da auch noch in der Verbandsliga Südwest spielt, ist aber fraglich. Als Tabellen-15. steht den Steinbachern noch ein harter Abstiegskampf mit ungewissem Ausgang bevor.

Ein neues Projekt

Auch wenn die Situation beim SVM nicht nur tabellarisch, man steht nach 20 Spielen mit mageren 16 Punkten auf dem vorletzten Platz, sondern auch finanziell nicht rosig ist, für die neue Saison sucht der Klub einen Sponsor, ist Daniel Graf überzeugt, dass seine Spieler alles im Abstiegskampf geben werden. „Das sind alles gute Jungs“, sagt der Coach des SVM, für den das Engagement in Morlautern mehr als ein Trainerjob ist. Für den ehemaligen Profi ist es eine Mission. Er hat den SVM von der Verbands- in die Oberliga geführt und sich danach mit seinem Team zwei Jahre lang in dieser anspruchsvollen Liga behauptet. Wie es nach dieser Runde beim SVM weitergehen soll, darüber hat sich der 47-Jährige viele Gedanken gemacht und dabei ein interessantes „neues Projekt“ entwickelt, das er so beschreibt: So soll der SV Morlautern eine Adresse „für junge und talentierte Spieler sein, die wir entwickeln können“. Sich in der Oberliga zu präsentieren, das dürfte für jeden ehrgeizigen Jungkicker aus einer unteren Liga doch ein großer Anreiz sein.

Nicht mehr so brav sein

Aber das ist noch Zukunftsmusik. Aktuell stellt sich die Frage, wie der SVM in den verbleibenden 14 Oberligapartien die für den Klassenverbleib noch dringend benötigten Punkte ergattern will. Daniel Graf beantwortet sie so: „Wir müssen besser verteidigen und nicht mehr so viele Gegentreffer bekommen.“ Darin sieht der Coach den „Hauptschlüssel“ zum Klassenverbleib. Zudem solle seine Mannschaft „nicht mehr so brav sein und im Spiel mehr kommunizieren“. Mit Bravsein behauptet man sich nicht im Abstiegskampf.

Das Training endet am Montagabend mit einem Spiel, in dem Daniel Graf seinen Spielern klare Anweisungen gibt; er lobt sie für gute Aktionen, tadelt sie für misslungene. Bei aller Konzentration kann er sich aber ein Lächeln nicht verkneifen. Und zwar auf die Frage, ob die erste Ligapartie nach der Winterpause gegen Arminia Ludwigshafen für sein Team nicht schon ein Endspiel sei. „Wir haben noch viele Endspiele“, antwortet er darauf und kommt dann auf das Auftaktprogramm zu sprechen, das es für sein Team in sich hat. Im Heimspiel gegen die Arminia trifft man am 8. März auf einen Gegner, der selbst noch nicht in Sachen Ligaverbleib aus dem Schneider ist, aber schon sechs Punkte mehr als die Graf-Truppe auf dem Konto hat. In den darauffolgenden drei Spielen wird's dann noch heftiger. Bekommt man es da doch mit Wormatia Worms, dem FK Pirmasens und der TuS Koblenz zu tun, also mit Mannschaften aus dem oberen Tabellenbereich.

Testspiel gegen Gonsenheim

Im Hinblick auf diese Herkulesaufgaben hat der SV Morlautern den Ernstfall in einigen Testspielen gegen unterklassige Gegner simuliert. Gegen den TuS Hohenecken, die FCK-Portugiesen und den SV Rodenbach gelangen Siege, dem TuS Steinbach musste man sich dagegen mit 2:3 geschlagen geben. Erkenntnisse, wo sein Team in der Vorbereitung steht, konnte Daniel Graf also schon gewinnen. Eine Standortbestimmung verspricht er sich vom letzten Testspiel, das seine Mannschaft am kommenden Samstag im heimischen Stadion gegen den Oberligafünften SV Gonsenheim bestreitet. Das Flutlicht kann da ausbleiben. Der Anpfiff erfolgt schon um 14 Uhr.

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