Kaiserslautern Von Postkommunismus bis Lochkamera

91-97259641.jpg

Jörg Heieck hat seine Duftmarke schon auf dem halben Globus gesetzt. Und unterhält als Kaiserslauterer Künstler Kontakte in die halbe Welt. Was auch immer wieder zurückschlug und Lautern selbst ausländischen, künstlerischen Besuch bescherte. Nun war der meistgereiste hiesige Künstler mal wieder fort.

Heieck hat – wie könnte es anders sein – auf seinem jüngsten Trip Kontakte auch für seine Heimatstadt geknüpft, die sich schon in den nächsten Wochen fruchtbar niederschlagen werden. Außerdem ist auch Hamdi Reda, sein Künstlerfreund und Fotograf aus Kairo, demnächst wieder in Lautern aktiv und arbeitet in Heiecks Atelier. In den vergangenen Jahren besuchte Jörg Heieck schon öfter Länder im Osten. Fotoprojekte führten in etwa nach Russland und Moskau, nach Polen oder Estland. Nun wollte er sich, wie er sagt, ein eigenes Bild von Weißrussland, einem der letzten postkommunistischen Länder, und von Georgien machen. Dabei kam unter anderem ein Treffen mit dem bekannten, weißrussischen Fotografen Victor Senkow in Minsk heraus. Senkow arbeitet wie Heieck unter anderem im Stil der Cyanotypie, einer historischen Fototechnik aus dem 19. Jahrhundert. Eine Ausstellung führte den Weißrussen schon ins nahe Heidelberg. Überhaupt sei die weißrussische und georgische Fotografie meist analog und weit weg vom internationalen, oft fast schon plakativen Mainstream, stellt der Kaiserslauterer Fotograf heraus. Weiter ging Heiecks Reise nach Tiflis, die georgische Hauptstadt. Dort nahm er Kontakt mit der Galeristin Kiguradze Tinatin und dem Fotografen Tsibakhashvili auf, welche die Tifliser Galerie Container betreiben. Es wird wohl nächstens eine Schau mit Heieckschen Fotografien in dieser Galerie geben. Ferner haben Tinatin und Tsibakhashvili einen Gegenbesuch in Kaiserslautern angekündigt. Außerdem wurde Heieck eine Einladung als Artist in Residence in Tiflis für 2018 in Aussicht gestellt. Tja, und dann wäre da noch die Sache mit dem Beduinenzelt. Ein solches wollen nämlich Heieck und der bald in Kaiserslautern eintreffende Kairoer Fotokünstler Hamdi Reda auf den obersten Stock des Rathauses stellen. Aber nicht um darin Tee zu trinken und zu philosophieren, sondern um darin eine fast schon archaische Lochkamera zu installieren und entsprechende Aufnahmen zu machen. Die RHEINPFALZ wird über den Fortgang des doch zumindest außergewöhnlichen Kunstprojektes berichten.

Mehr zum Thema
x