Kaiserslautern Vom Signalgeber zum Solisten

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Ob tatsächlich die Mauern Jerichos vor etwa 3200 Jahren durch den Klang der Trompeten zum Einsturz gebracht worden sind, ist mehr als umstritten. Unumstritten jedoch ist, dass die Trompete oder trompetenartige Instrumente zu den ältesten Musikinstrumenten zählen und in allen Kulturen vorkommen. Die 17-jährige Tamara übt sich auf diesem historischen Blasinstrument.

Tutanchamun hatte eine, Philipp Bölk, Trompeter des Pfalztheater-Orchesters, spielt auf ihr, seine Schülerin Tamara auch. Die Rede ist von der Trompete, einem Instrument, das schon lange von den Menschen benutzt wird. Die älteste Trompete, die noch erhalten ist, stammt eben aus dem Grab des berühmten ägyptischen Pharaos, der um 1323 vor Christus gestorben ist. Kultische Feiern wurden bei fast allen Völkern mit Trompetenklängen eröffnet, auch bei einer Schlacht oder Jagd hatten Trompetensignale ihre Bedeutung. Die Geschichte der modernen Trompete lässt sich in Europa bis ins elfte Jahrhundert zurückverfolgen. Frühmittelalterliche Trompeten waren gestreckt. Erst als man Rohre biegen konnte, kamen ab dem 14. Jahrhundert gewundene Formen auf. Aber auch bei diesen Instrumenten war der Tonumfang zunächst auf vier Töne, nämlich die im tiefen Bereich liegenden Naturtöne beschränkt. Vor rund 200 Jahren erst wurde schließlich das heute bekannte Ventilsystem entwickelt. Damit war es nun auch möglich, Halbtöne zu spielen. Um diese bemüht sich auch die 17 Jahre alte Gymnasiastin Tamara. Sie nimmt mit einer B-Trompete, der wohl am häufigsten zu findenden Variante des Instruments, seit Februar Unterricht bei Philipp Bölk. Begonnen hat sie mit dem Trompetenspiel aber schon vor sechs Jahren beim Posaunenchor Trippstadt, dem sie auch heute noch angehört. Zunächst sei ist sie mit Freunden, die dem Ensemble schon länger angehören, nur zu Konzerten mitgegangen. Dabei habe sie Interesse an dem Instrument gefunden, so erzählt die junge Frau. Inzwischen ist die Schülerin des Hohenstaufen-Gymnasiums so gut, dass sie auch im Jugendposaunenchor der Pfalz musiziert. Für die Zeit nach dem Abitur hat Tamara trotz aller Erfolge andere Ziele, Musik will sie keinesfalls studieren. „Die Trompete ist mein Hobby, das mir Spaß macht, und so soll es auch bleiben“, erzählt sie Für die B-Trompete hat sie sich entscheiden, weil diese infolge ihrer guten Klangeigenschaften, ihres relativ großen Tonumfangs, ihrer weitgespannten dynamischen Möglichkeiten und registermäßigen Anpassungsfähigkeit mittlerweile die Vorherrschaft unter den Trompeten übernommen hat, obwohl es auch noch andere Ausprägungen gibt. An Stücken, die sie auf ihrem Instrument einüben kann, besteht kein Mangel. Ab dem 17. Jahrhundert fand die Trompete Eingang in die Kunstmusik. Nach und nach entwickelte sich der Blechbläser zu einem beliebten Konzertinstrument. Komponisten wie Händel, Bach, Vivaldi oder Telemann schrieben Kompositionen für Trompete, die auch heute noch zu den beliebtesten Werken klassischer Musik gehören. Tamaras Lehrer, Philipp Bölk, kam übrigens schon von klein auf mit dieser Musik in Verbindung. Sein Vater war Musiker am Weimarer Theater, sein Bruder ist Hornist beim Funkorchester in Leipzig. Klar, dass in einer solchen Musikerfamilie auch viel Hausmusik gemacht worden ist und bei ihm die Musikbegeisterung gefördert hat. So war das Musikstudium zuerst in Detmold und dann in Karlsruhe eigentlich eine logische Folge beim beruflichen Werdegang. Bölk ist seit 2010 Ensemblemitglied beim Pfalztheaterorchester. Die Serie In der Reihe „Mit Sang und Klang“ haben wir Musikinstrumente vorgestellt. Mit dem heutigen Teil endet die Serie. |pot

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