Kanusport
Vom Gelterswoog auf die Ems
Die bei der DM gefahrene Wasserstrecke auf der Ems richtet sich nach dem Alter der Kanuten. Die Junioren haben immerhin 19,1 Kilometer vor sich. Die Schülerklassen fahren gut zehn Kilometer. Alle Boote müssen außerdem mit Auftriebskörpern, also Luftsäcken, ausgerüstet sein. Schließlich ist das Boot im Falle einer Kenterung, was im Marathon immer passieren kann, das erste Rettungsgerät.
Ungewohnt ist beim Marathon auch der Gruppenstart ohne Bahn. Heißt im Klartext, vom ersten Paddelschlag an kann es zu Gerangel und Gedränge führen, da ist Ruhe und Übersicht gefragt.
Kontakt mit dem Gegner
„Im Gegensatz zum gewohnten Kanu-Rennsport ist beim Kanu-Marathon auf Welle fahren ausdrücklich erlaubt, und die Boote fahren oft so dicht aneinander, dass zwischen den Booten nur Platz für das Einstechen eines Paddels bleibt“, gibt Heimtrainer Jörn von zur Mühlen seinen Paddlergilde-Kanuten mit auf den Weg, sich auf jeden Fall auf den Schlag-Rhythmus des Gegners einzustellen oder besser noch, ihm den eigenen „aufzuzwingen“. Durch den Kontakt mit dem Gegner geht allerdings sehr schnell das Gleichgewicht verloren, es kann zum Kentern kommen. „Dieses „Hilfsmittel“ wird mitunter gerne von „gewieften Taktikern“ genutzt, um sich lästiger Gegner zu entledigen, was natürlich nichts mit der gebotenen sportlichen Fairness zu tun hat und mit Disqualifikation bestraft wird, wenn ein Kampfrichter das beobachten kann“, weiß der Trainer aus seiner langen Erfahrung.
Ungewohnt für die Kanusportler sind sicher auch die Portagen. Die Sportler müssen mit dem Boot raus aus dem Wasser, laufen mit ihrem Gefährt gut 150 Meter über Rasen und Asphalt, und weiter geht es auf dem Wasser.
Zusätzliche Erschwernisse
„Ein- und Ausstiege sind an Steganlagen. Für unsere Sportler schwierig, weil beim derzeitigen Wasserstand am Gelterswoog nicht vergleichbar trainierbar. Einfacher wäre es für uns, wenn es die Portagen an seichten Uferstellen ohne Stege gäbe, die unseren Barbarossa-Starts und den da gesammelten Erfahrungen sehr entgegen kämen“, ordnet von zur Mühlen die zusätzlichen Erschwernisse für die Aktiven der Paddlergilde ein. Dass ausdauerndes Laufen oft nicht die Paradedisziplin der Kanuten ist, nun, das gilt für alle Teilnehmer der DM. Da wird es wohl bei so manchem in den Beinmuskeln zwicken.
Kluges Taktieren auf der Strecke
„Umsichtigkeit im taktischen Verhalten an den Portagen. Kluges Taktieren auf der Strecke, um durch das Fahren auf der Welle der Kontrahenten unterwegs Kräfte zu sparen“, spricht Jörn von zur Mühlen Dinge an, die im normalen Kanusport so gar nicht gefordert sind. Fahren auf der Welle ist dabei vergleichbar dem Windschattenfahren beim Radrennen.
Die Coronabestimmungen gelten natürlich auch in Rheine. Dazu gehört, Fans, Eltern oder ein großer Betreuerstab ist nicht erlaubt. Bei all dem Bauchkribbeln ist es für die Teilnehmer doch sehr beruhigend, dass sie auf ihre Schulen (Hohenstaufen-Gymnasium, Bertha von Suttner Gesamtschule, BBS1) beziehungsweise die Firma Wipotec zählen können und für Wettkämpfe freigestellt werden.
An den Start gehen für die Paddlergilde: Grete Köntopp über 10,3 Kilometer. Emil Flohr hat ebenfalls 10,3 Kilometer mit einem Ausstieg vor sich. Felix Bienroth muss auf der Strecke von 10,3 Kilometern zweimal raus. Bei den Junioren gehen David Ungemach und Justus Vollrath die Wasserstrecke von 19,1 Kilometern mit drei Portagen an.