Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Volkshochschule Kaiserslautern setzt auf neue, offene Lernräume und digitale Angebote

Blickt mit Freude und Optimismus auf den Start des Semesters und das neue Jahr voraus: Volkshochschul-Direktor Michael Staudt im
Blickt mit Freude und Optimismus auf den Start des Semesters und das neue Jahr voraus: Volkshochschul-Direktor Michael Staudt im neu eingerichteten Lerntreff. Foto: VIEW

Was war, was kommt: Nicht still stehen, immer wieder neue Angebote erarbeiten, aber das Bestehende auch festigen: Dafür will Michael Staudt an der Volkshochschule sorgen. 2020 werden zudem weitere offene Lernräume geschaffen und digital aufgerüstet.

An einem Thema kam Staudt bei der Ausarbeitung des seit wenigen Tagen erschienenen Semesterprogramms nicht vorbei: Nachhaltigkeit. In Bezug auf den Klimawandel sei es in aller Munde. „Wir haben versucht es zusätzlich noch mit Digitalisierung zu verknüpfen.“ So startet im Februar ein Online-Kurs über Bienen und deren wesens- beziehungsweise artgerechte Haltung. Zusätzlich gebe es zwei Termine vor Ort, bei denen Spezialisten zum Gespräch bereitstehen.

Im vergangenen Jahr hat die VHS zum ersten Mal einen sogenannten MOOC angeboten. Die Abkürzung steht für Massive Open Online Course, also einen für jedermann zugänglichen Kurs auf einer Plattform im Internet. Damals ging es um das Thema „Grillen“. „Das lief richtig gut, bei unserem Präsenztermin im Garten hatten wir 250 Besucher, internationale Teams sind gegeneinander angetreten: persische, marokkanische und Schweizer Küche.“

Aktuelle Themen und neue Lernmöglichkeiten

Die Neuauflage passe in das Konzept, aktuelle Themen aufzugreifen und dabei auch neue Lernmöglichkeiten zu nutzen. „Die Art und Weise wie die nächste Generation lernt, ändert sich. Sie wollen alles, nur keinen Schulcharakter“, erzählt Staudt. Daher werden nicht nur die digitalen Möglichkeiten vermehrt eingesetzt, sondern auch die Räume nach und nach neu gestaltet: Tische und Stühle mit Rollen, verschiebbare Trennwände sollen dafür sorgen, die Zimmer an die wechselnden Bedürfnisse anzupassen. Weg vom Frontalunterricht, lautet dabei die Devise. „Das Ziel ist es, die Räume so zu gestalten, dass es kein vorne und kein hinten mehr gibt, dass sie sich dem anpassen, was darin angeboten wird.“

Die Volkshochschule Kaiserslautern hat im vergangenen Jahr bereits die Lehrküche neu gestaltet, auch einen offenen Lerntreff nach diesen Prinzipien eingerichtet: „Jeder kann zu unseren Öffnungszeiten vorbeikommen und sich dort zum arbeiten, lernen oder austauschen treffen.“ In Zeiten des mobilen und gemeinschaftlichen Arbeitens werde es zunehmend wichtig, dass Menschen auch öffentliche Räume haben, in denen Arbeiten und Austausch stattfinde – unabhängig von einem festen Kurs. Bis Ende Januar soll Raum E21 fertiggestellt sein, dessen Umgestaltung aus Eigenmitteln finanziert wird, zwischen 10.000 bis 15.000 Euro. Für einen modernen Unterricht sollen auch drei großflächige Bildschirme sorgen, die interaktiv genutzt werden können. Die VHS hat dafür ungefähr 20.000 Euro investiert. Zudem sucht Staudt einen pädagogischen Mitarbeiter, der Angebote zur Digitalisierung und zur Vermittlung von Medienkompetenz umsetzt und neue Konzepte entwickelt.

Etwa 1400 Kurse und Veranstaltungen pro Jahr

2020 soll an der VHS ein Lernzentrum eingerichtet werden: „Dort werden dann die Teilnehmer der Deutschkurse beraten, die nicht so gut mitkommen und erhalten eine Einzelplatzbetreuung.“ Das werde aus einem Projekt des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge finanziert. Überhaupt seien in den vergangenen Jahren immer mehr Beratungsstunden zu leisten gewesen: bei der Kurseinstufung, Integrationskurs-, allgemeinen Bildungs- und sozialpädagogischen Beratung. Das fordere immer wieder neue Projektmittel.

Ein klassischer Bereich, der der Sprachkurse, wachse an der VHS nach wie vor, überwiegend aufgrund der hohen Nachfrage nach Deutschkursen. Die VHS hat im Jahr 2018, aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor, insgesamt 1217 Kurse mit etwa 44.500 Unterrichtsstunden für circa 13.330 Teilnehmer angeboten. Bei insgesamt 66 Einzelveranstaltungen waren zusätzlich 3040 Besucher anwesend. So soll es auch 2020 weitergehen. 380 Dozenten werden wieder ungefähr 1400 Kurse und Veranstaltungen anbieten, darunter auch eine Studienreise nach Lettland. Allein das erste Semester startet im Februar mit 831 Kursen. Die Einrichtung hat einen Jahresumsatz von drei Millionen Euro.

Doch es bleiben Baustellen: Die zunehmende Anzahl an Unterrichtsstunden stelle die Volkshochschule auch vor räumliche Probleme, sodass manche Angebote in die Alte Eintracht oder in die Friedenskapelle ausgelagert werden mussten. „Wir brauchen den Raum dringend“, erklärt Staudt mit Blick auf die noch nicht begonnene Sanierung der Friedenskapelle. Die Volkshochschule wartet zudem darauf, dass sie ans Glasfasernetz angeschlossen wird. „Wir hoffen, dass es bis September, wenn wir hier eine große Fachkonferenz aller VHSen ausrichten, so weit ist, dass wir ein stabiles Wlan-Netz anbieten können.“

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