Kaiserslautern Viersaitig und vielseitig

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Selbst in den Urlaub will die sechsjährige Tessa ihre Geige mitnehmen. Sie ist begeistert von den Instrument, das seit mehreren Jahrhunderten kaum eine Veränderung erfahren hat. Lehrerin Ghyneska Padrino lobt ihre junge Schülerin, die fast so viel übt wie sie selbst für ihr Musikstudium.

Streichinstrumente kennt man in Europa erst seit dem Mittelalter. Im Allgemeinen ist aus dieser Zeit die Fidel am bekanntesten, das wichtigste Instrument der Troubadoure und Minnesänger. Erst im 15. Jahrhundert entwickelte sich daraus die Gamben- und Violinenfamilie. In ihrer heutigen Form wurde die Geige am Anfang des 16. Jahrhunderts, zur Zeit des Barocks, gebaut. Damit ist auch im Wesentlichen die Entwicklungsgeschichte der Geige beendet. Natürlich gab es im Lauf der Zeit bis heute noch geringfügige technische Änderungen, Grundform und Grundriss aber wurden beibehalten, obwohl die Musik, der sie dient, einem ständigen Wandel unterlegen ist. Ob als Soloinstrument, bei der Kammermusik oder im großen Orchester, ja selbst in der neueren Unterhaltungsmusik spielt die viersaitige Violine eine wichtige Rolle. Das ist wohl auch ein Grund dafür, dass auch heute noch die Geige beim Musikernachwuchs ein beliebtes Instrument ist – so ganz ohne Elektronik und technische Finessen. Natürlich gibt es auch akustische Geigen mit Tonabnehmer oder E-Geigen, Instrumente die in den Rock- und Metalgenres genutzt werden. Grundsätzlich sind sie aber nicht annähernd so häufig anzutreffen wie E-Gitarre oder E-Bass. Für die sechsjährige Tessa Reimund aus Sippersfeld, die seit knapp drei Monaten in Scarletts Musikschule Geigenunterricht nimmt, gab es einen ganz einfachen Grund, sich für dieses Instrument zu entscheiden. Es ist ein Grund, den man eher einem ehrgeizigen und älteren Schüler als einem Kind zutrauen möchte, das jetzt erst mit der Schule beginnt. „Weil die Geige schwieriger ist als die Gitarre“, erzählt sie überzeugt. Zusammen mit ihrer Schwester hatte Tessa in der Musikschule von Scarlett Enkler einen Schnupperkurs besucht. Die Begeisterung der beiden Mädels für die Musik war zu dieser Zeit schon so groß, dass sie sich Zuhause ihre Instrumente aus Papier gebastelt und damit „geübt“ hatten. Ihre Schwester entschied sich schließlich für die Gitarre und Tessa aus dem erwähnten Grund für die Geige. Bereut hat sie diesen Entschluss bis dato noch nicht, ihre Begeisterung für das Streichinstrument ist nach wie vor ungebrochen. Inzwischen hat sie auch schon ihre eigene Geige in Viertel-Größe. Wie bei der Gitarre gibt es das Instrument von ein Viertel bis vier Viertel in unterschiedlichen Größen, also auch schon für kleinere Kinder. Sogar in den Urlaub will Tessa die Geige mitnehmen und am Urlaubsort üben, erzählt sie stolz. „Sie hat auch viel Talent für die Geige“, attestiert der kleinen Nachwuchsmusikerin ihre Lehrerin Ghyneska Padrino. Der angehende Musikprofi kommt aus Venezuela und studiert dieses Fach zur Zeit noch in Mannheim. Im nächsten Sommer will sie ihr Studium mit dem Master abschließen. Ob sie dann noch weiter studiert, weiß sie heute noch nicht. Als Berufsziel schwebt ihr in jedem Fall das Musizieren in einem Orchester, daneben aber auch das Ausbilden des Musikernachwuchses vor. Padrino spielt selbst seit ihrem achten Lebensjahr Geige, seit etwa drei Monaten unterrichtet sie dieses Instrument in Kaiserslautern bei Scarletts Musikschule. Die Serie In der Reihe „Mit Sang und Klang“ stellen wir Musikinstrumente vor. Schüler und Lehrer erzählen. |pot DOPPELTERZEILENUMBRUCH

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