Kaiserslautern Vierbeinige Primaballerina

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Zehn Gespanne, wundervolle Pferde, eine grandiose Parcourskulisse und ein unnötiger Hagelschauer bilden den Rahmen der Landesmeisterschaft im Holzrücken. Gerückt wurde in Erlenbach auf dem Gelände des Fahrsportvereins Kaiserslautern-Land. Neuer Landesmeister wird Heinrich Fassbender aus Dreisen mit seiner Freiberger Stute Nicki.

Der Wettkampfplatz strahlt mit seinen 15 Hindernissen, Schikanen und Aufgaben und dem alten Baumbestand eine schöne Atmosphäre aus. Für Gerd Bastian vom Pferdesportverband Rheinland-Pfalz, in Erlenbach gemeinsam mit Anja Zoske als Richter aktiv, ist das Gelände der ideale Ort für eine Holzrückmeisterschaft. „Auf dem freien Feld wäre es nicht glaubhaft“, freut er sich mit dem Veranstalter über die zahlreichen Zuschauer, die hier unter den Bäumen stehen. Da sind die Fachkundigen, die jedes Gespann im Detail kommentieren. Dann sind da Reiter und Fahrer, die Freude an dieser besonderen Arbeit mit dem Pferd haben. Andere atmen tief den einzigartigen Geruch der sich erwärmenden Pferde ein, freuen sich an alten Traditionen oder genießen eine gute Bratwurst in netter Gesellschaft. Egal wie, in Erlenbach ist jeder hautnah am Geschehen dran und dank der Kommentierung von Alexander Schneider, Vereinsvorsitzender und Parcoursbauer, weiß jeder das Gesehene einzuordnen. Der schwarze „Robert“ ist unterwegs. In aller Ruhe nimmt der große Wallach jede Anforderung, die ihm bei echter Waldarbeit ebenfalls vor die großen Hufe kommen kann. Leichtfüßig springt die Fuhrfrau Martina Gros aus Mittelbrunn, für den Fahrsportverein Kaiserslautern-Land am Start, immer wieder über den sich bewegenden Baumstamm. Die Birkenallee ist kein Problem, auch der Holzsteg, bei dem Pferd, Baumstamm und der Mensch über querliegendes Holz müssen, wird gemeistert, rauf auf den Wall und ohne Probleme mit rutschendem Stamm runter, direkt durch engstehende Bäume. Im Wendekreis tritt Robert seitwärts, als sei er gerade in der großen Dressur und dreht dabei den langen Stamm auf kleinstem Radius. Die Motorsäge heult auf. Die kann keins der Pferde erschüttern, auch nicht das Aufpoltern des Stammes auf zwei andere Baumstämme. Funktioniert. Nicht immer glatt, manchmal fallen auch die Klötze und es gibt Strafsekunden, aber es geht weiter. Das Ziehen des Stammes schräg auf einen Holzberg, das will gelernt sein, klappt bei vielen nicht auf Anhieb. Diego, das süddeutsche Kaltblut, ist am Zug. Und wie er zieht. Das ist bis in die eigene Fußsohle zu spüren. Der Prachtkerl tänzelt wie eine Primaballerina über die Hindernissreihe, lupft den langen Baumstamm wie ein Mikadostäbchen hinter sich her. Dazu wippt der Hut von Fuhrmann Markus Freyburger aus Ölbronn rhythmisch mit. Das hat Unterhaltungswert. Wendig, ehrlich, vertrauensvoll und so was von stark, legt der Kaltblüter Metador von Georg Müller aus Baalborn los. Das Team rückt für den Fahrverein Kaiserslautern-Land, genau wie Robin Mussel aus Wörrstadt, der mit der leichteren Freiberger Stute Xena unterwegs ist. Mit Anmut und raumgreifendem Schritt bewältigt die Stute die Anforderung. Kein Gespann gleicht dem anderen, aber alle – ob Norweger, Warmblut oder die schweren Waldpferde – hören auf ihren Menschen. Und die hören auf Alexander Schneider, der vor dem Start Tipps gibt, aber auch anmerkt: „Es ist eure Entscheidung, geht ihr den langen harmonischen Weg und kommt gut an die Hindernisse oder dreht ihr kürzer bei und riskiert Fehler.“ Am Ende stehen drei Pfälzer Teams ganz vorne und lassen der Konkurrenz aus Rheinhessen und dem Norden des Landes keine Chance.

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