Kaiserslautern „Vier Tore musst Du erst mal machen“

Bringt Idar-Obersteins Torhüter Andreas Forster zur Verzweiflung und schenkt ihm vier Treffer ein: Valdrin Mustafa, hier beim 2:
Bringt Idar-Obersteins Torhüter Andreas Forster zur Verzweiflung und schenkt ihm vier Treffer ein: Valdrin Mustafa, hier beim 2:0.

«Mehlingen.» Dass sich Kämpfen lohnt, spürten ganz besonders zwei Spieler beim 6:1-Sieg der U21 des 1. FC Kaiserslautern gegen den SC Idar-Oberstein. Torhüter Jan-Ole Sievers, der nach schmerzhafter Verletzung das erste Mal wieder zwischen den Pfosten stand, und Stürmer Valdrin Mustafa, der an sich gearbeitet hatte und viermal traf.

Sievers feierte sein Comeback zweieinhalb Monate nach seinem Bizepssehnenanriss, hat unzählige Rehastunden hinter sich mit Kraft- und Dehnübungen, Stabilisierungsübungen, Gewichte stemmen. Doch das war nach dem Sieg alles vergessen. „Der Arm fühlt sich ganz gut an“, sagte er, fand, dass sein Einsatz beim Oberligateam für ihn gut war „zum Reinkommen“. „Es hat Spaß gemacht“, sagte er und strahlte über beide Ohren. Er freute sich auch für seinen ehemaligen Mannschaftskameraden Valdrin Mustafa (20), der eine überragende Leistung ablieferte, ackerte und viermal traf. „Ich bin in letzter Zeit gut drauf, die Mannschaft steht hinter mir, ich habe relativ gute Bälle zugespielt bekommen“, versuchte er zu erklären, was da gerade passiert war. Trainer Hans Werner Moser hatte in der ersten Woche der Länderspielpause etwas härter trainiert, mit Waldlauf und viel Arbeit in Sachen Chancenverwertung. „Wir haben das heute relativ gut umgesetzt“, fand Mustafa, der weiß, „dass Stürmer an Toren gemessen werden“. 15 bis 20 Treffer hat er sich für die Saison vorgenommen, jetzt liegt er bei sechs. Für seinen Trainer, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Spieler zu entwickeln, zählt „Valdi“ zu den Fußballern, „die den Schalter für die Abfahrt ins Profilager gefunden haben. Er trainiert hervorragend, hat jetzt eine kleine Hürde genommen auf dem Weg nach oben. Vier Tore macht man nicht jeden Tag. Sie waren schön herausgespielt und schön vollstreckt.“ Moser zollte ihm Lob fürs Spiel, hofft aber auch, dass er den Maßstab jetzt auch für die künftigen Spiele anlegt. Mustafa hat jedenfalls die besten Vorsätze: „Ich versuche jetzt, Vollgas zu geben“, verspricht er. Sein Trainer hatte nach der Vorstellung seiner Elf ohnehin nichts zu kritisieren. „Den Mecker-Moser habe ich heute frühzeitig nach Hause geschickt“, witzelte der sonst eher kritisch eingestellt Coach über sich und lobte weiter: „Wir haben aus all den Chancen viel gemacht. Das ist außergewöhnlich. Die Mannschaft hat vieles von dem, was wir uns erarbeitet haben, auf den Platz gebracht. Sie hat von Anfang an gezeigt, dass sie will.“ Dabei sei Idar-Oberstein ein unangenehmer Gegner gewesen, der bis zum Schluss „gekratzt“ habe. „Man muss sie erst mal so unter Druck setzen, dass sie die Fehler so machen“, zog er den Hut vor seinem Team. „Es haben heute alle ihren Job gemacht.“ Es war in der Tat ein souveräner Auftritt seines Teams, das nach vier Minuten mit 1:0 führte. Nach einem Foul an Kapitän Julian Löschner und dem Elfmeterpfiff hatte sich Carlo Sickinger den Ball geschnappt und ihn links unten ins Netz gesetzt. Sechs Minuten später marschierte Mustafa durch und traf zum 2:0. Während Idar-Oberstein nicht viel zustande brachte beziehungsweise in der Abwehr hängenblieb, spielten die Lauterer immer wieder nach vorn. Antonio Jonjic setzte sich über rechts durch, flankte zu Mario Andric, der zum 3:0 traf. Sievers dirigierte sein Team immer wieder von hinten raus und wurde zwischendrin auch ein paarmal geprüft, beispielsweise kurz vor der Pause durch einen scharfen Schuss von Alex Xavier Do Nascimento, vor dem er schon in der 31. Minute einen Ball weggekickt hatte. Oder in der 83. Minute, als Felix Ruppenthal allein vor ihm stand und abzog. Beim Kopfball von Paulo Silva De Souza zum 1:6 (88.) war er aber chancenlos. Während Sievers sich noch über sein Comeback freut, ist Trainer Moser in Gedanken schon bei der letzten Spielwoche, der letzten Partie in Dillingen, der noch eine Trainingswoche folgt. „Wir wollen in Dillingen einen guten Jahresabschluss haben, um mit Rückenwind in die Pause zu kommen“, erklärt er. Sein Team ist jetzt Tabellenachter, hat in 18 Spielen 27 Punkte gesammelt.

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