Kaiserslautern Vielfach veränderte Flöte

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Nicht heimlich, wie Friedrich II., sondern ganz stolz lernt die achtjährige Kaja an der Emmerich-Smola-Musikschule ihr Wunschinstrument, die Querflöte, zu spielen. Lehrerin Gerlinde Engelhardt begleitet sie dabei, wie schon viele Schülerinnen vor ihr.

Wie und wo die Querflöte entstanden ist, kann man heute nicht mehr genau sagen. Bilder aus Asien belegen, dass es schon vor weit über 2000 Jahren Flöten gab, die quer gehalten wurden. Vor etwa 1000 Jahren sollen sie erstmals in Europa aufgetaucht sein. Andere Quellen wiederum behaupten, dass auch die Etrusker und Römer schon quer gehaltene Flöten gekannt haben sollen. Diese Flöten, die man ursprünglich auch Querpfeifen nannte, wurden zuerst aus Tierknochen, später aus Elfenbein und dann vorwiegend aus Holz gefertigt. Deswegen wird die Querflöte auch heute noch der Gruppe der Holzblasinstrumente zugeordnet, obwohl schon seit längerer Zeit die meisten dieser Instrumente aus Metall hergestellt werden. Die ältesten Zeichnungen zeigen, dass die Querflöte ursprünglich wohl nach links und erst viel später nach rechts gehalten worden ist. In der Geschichte der Querflöte veränderte sich die Bauart des Instruments ständig, zwischen dem 16. und Anfang des 19. Jahrhunderts indes gravierend – mit den Veränderungen einhergehend auch Tonumfang, Klang und Spielweise. Ihre heutige Form ist dem Instrumentenbauer und Musiker Theobald Böhm zu verdanken, der um 1832 das jetzige Klappensystem entwickelte, wodurch die Griffweise erheblich vereinfacht wurde. Böhm war es auch, der als erster eine Querflöte aus Metall hergestellt hatte. In dieser Epoche der Veränderungen wurden neben vielen Kammermusikwerken mit Querflöte auch zahlreiche Solokonzerte komponiert. Komponisten wie Vivaldi, Boccherini, Telemann brachten Meisterwerke hervor. Mit dabei in diesem Komponistenreigen war auch der Preußenkönig Friedrich II., der „Alte Fritz“, der nicht nur komponierte sondern auch selbst virtuos Querflöte spielte. Allerdings musste er in jungen Jahren heimlich Flötenunterricht nehmen, da sein Vater Friedrich Wilhelm I. den musischen Neigungen seines Sohnes in keiner Weise zugeneigt war. Mit derlei Problemen hat die achtjährige Kaja Wößner absolut nichts zu schaffen. Sie und ihre drei älteren Schwestern können in der Emmerich-Smola-Musikschule das Musizieren mit ihren Wunschinstrumenten unbeschwert erlernen. Zunächst hatte Kaja nach dem Blockflötenunterricht die Qual der Wahl zwischen Querflöte und Cello. Ein Schnupperkurs der Musikschule half ihr aber schnell, sich für das Holzblasinstrument zu entscheiden. Ihre Musiklehrerin Gerlinde Engelhardt, seit Ende 1985 Lehrkraft an der städtischen Musikschule Kaiserslautern, heute Emmerich-Smola-Musikschule, findet, dass diese Schnupperstunden „eine tolle Sache“ seien. Wie bei Kaja, die sich von Januar bis Ostern 2015 orientieren konnte und seither fleißig Querflöte übt – derzeit für den Tag der Musikschule am 26. Juni auf der Gartenschau. Dort werden sich alle Ensembles der Musikschule präsentieren, auch das Anfänger-Bläserensemble, bei dem Kaja mitwirken darf. Und sie ist mit viel Freude dabei, wobei die Schülerin der Grundschule Erzhütten jetzt trotz aller Flötenbegeisterung noch nicht weiß, ob später vielleicht noch ein weiteres Instrument dazukommen soll. (pot) Die Serie In der Reihe „Mit Sang und Klang“ stellen wir in den kommenden Wochen im „Marktplatz Kaiserslautern“ Musikinstrumente vor. Lehrer und Schüler erzählen über Holz- und Blechblasinstrumente, Schlagzeug, Streichinstrumente oder auch die menschliche Stimme.

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