Kaiserslautern Viele Projektideen auf Lager

Nach einem ereignisreichen Jahr 2014 gehen beim Arbeits- und Sozialpädagogischen Zentrum (ASZ) die Ideen für neue Konzepte und Projekte nicht aus. Geschäftsführer Willi Schattner nennt die „Parkterrassen“ am Stadtpark sowie für junge Leute die Produktionsschule und ein Theaterprojekt.
Die Betreuung von Asylbewerbern, die sich als dicker roter Faden durch das zu Ende gegangene Jahr gezogen hat, wird das ASZ auch 2015 beschäftigen. „Wir haben 50 Leute, die sich ehrenamtlich um die Menschen kümmern und wir haben eine hohe Spendenbereitschaft“, erläutert Schattner. Dringend gesucht werde jetzt eine Lagermöglichkeit, um neben den zahlreichen Spenden an Haushaltsgeräten künftig auch Möbel annehmen zu können. Mittelfristig wird für die Spenden eine eigene Logistik unumgänglich, glaubt Schattner. Mit der Neuen Arbeit Westpfalz (NAW), die über eine eigene Wäscherei verfüge, gebe es bereits eine Kooperation. Auch sei inzwischen eine Ansprechpartnerin für potenzielle Vermieter bestimmt. „Wir brauchen dringend Ein- bis Zweizimmerwohnungen für Einzelpersonen“, appelliert der Geschäftsführer. Das ASZ weiß um die Notwendigkeit, Flüchtlingen neben einem Dach über dem Kopf auch eine Arbeitsgelegenheit zu bieten. Dank der guten Kooperation mit dem Sozialreferat sei es gelungen, Beschäftigungsgelegenheiten für 25 Asylbewerber anzubieten, schildert Schattner: „Es ist gemeinnützige Arbeit, hauptsächlich um die Häuser herum.“ Um Beschäftigung geht es auch bei einem Urprojekt im Pfälzischen Verband für Soziale Rechtspflege, zu dem das Arbeits- und Sozialpädagogische Zentrum gehört. Wer sich beim „Schwitzen statt sitzen“ in der gemeinnützigen Arbeit bewährt hat, soll möglichst im direkten Anschluss daran eine Arbeit finden. Schattner: „Wir wollen den Schwung aus der gemeinnützigen Arbeit nutzen und bei der Stellensuche helfen.“ Eine vergleichbare Idee steckt hinter dem Theaterprojekt, das das ASZ in Kooperation mit dem Jobcenter und einem erfahrenen externen Träger starten wird. Zur Stärkung ihrer Persönlichkeit und Teamfähigkeit sollen die Teilnehmer von der Idee bis zur Aufführung ein Theaterstück komplett selbst entwickeln und dazu die benötigten Kulissen selber bauen. Schattner: „Auch hier wollen wir den Schwung aus dem Erfolg nutzen, um sie bei einem Arbeitgeber unterzubringen.“ Bereits gestartet ist – finanziert vom städtischen Referat Jugend, vom Jobcenter und der Globusstiftung – eine Produktionsschule für Jugendliche. Das Angebot, das zur Dauereinrichtung werden soll, richtet sich an Jugendliche im Alter zwischen 20 und 25 Jahren. In einer Kombination aus Theorie und Praxis in den Sparten Bau und Bewirtschaftung können sie in diesem Rahmen ihren Hauptschulabschluss machen und Berufspraxis erwerben. Nicht zuletzt steht mit den „Parkterrassen“ ein Projekt an, das den Besuchern des Stadtparks die geforderte Verbindung von Toilettenanlage und Bewirtung mit Sitzgelegenheit bringen wird. „Wir hatten das schon vor vier, fünf Jahren bei der Stadt angestoßen“, erinnert der ASZ-Geschäftsführer. Jetzt soll die Idee von damals endlich umgesetzt werden. Den Aufbau werden zusammen mit einem Anleiter drei oder vier Jugendliche übernehmen. In Willi Schattners Rückblick war die Feier zum 30-jährigen Bestehen des ASZ Grund zur Freude. „Dass wir überhaupt das 30-Jährige feiern konnten ...“, kommentiert er vielsagend. Viele wichtige Leute waren in die Pfaffstraße gekommen, für den Geschäftsführer eine Anerkennung der Arbeit des ASZ. Mit dem Helmut-Simon-Preis 2014, den die Diakonie in Rheinland-Pfalz der Einrichtung verliehen hatte, habe außerdem die Betreuung der Asylbewerber und die Umfeldarbeit am Asternweg durch das ASZ zusätzlich eine öffentliche Würdigung erfahren. Im benachbarten Saarland hatte ein anderes ASZ-Projekt Aufmerksamkeit erregt. Aus dem dortigen Justizministerium sei die Anfrage nach einer Kooperation im Projekt „Contra häusliche Gewalt“ angefragt und mit sieben Männern in Einzel- und Gruppentherapie inzwischen realisiert worden, berichtet Schattner. Erfolgreich gestaltet sich nach seinen Worten auch die Stadtteilarbeit. Die Stadtteilwerkstatt sei beinahe jeden Abend mit Kursen belegt, betont Schattner. Regen Zuspruch finde außerdem die Offene Werkstatt zum selber Nähen oder Töpfern unter Anleitung. Ebenso sähe es bei dem erst vor kurzem initiierten „Repair Café“ aus. (krh)