Kaiserslautern Vieh von Weilerbach zum Schlachthof gefahren

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Die Bachbahn war eine 17,4 Kilometer lange Nebenbahn, die am Bahnhof Otterbach von der Lautertalbahn abzweigte und nach Reichenbach-Steegen führte. Bachbahn hieß sie, weil alle Orte, die sie anband, auf die Silbe -bach enden.

Der Abschnitt Otterbach bis Weilerbach war ab 1914 in Betrieb; die Weiterführung bis Reichenbach wurde bis 1920 fertiggestellt. 1972 wurde der Personenverkehr eingestellt. Am 27. Mai 1972, an einem Samstag um 7 Uhr, fuhr der letzte Personenzug in Reichenbach ab. Der Güterverkehr zwischen Weilerbach und Reichenbach endete am 1. Juli 1989, auf dem Teilstück zwischen Otterbach und Weilerbach hielt er sich bis Ende 1994. Seit 1996 ist die komplette Strecke stillgelegt. Zwischen Weilerbach und Reichenbach wurde die Bahntrasse bereits Anfang der 1990er Jahre in einen Radweg umgewandelt. Auch das Stück zwischen Weilerbach und Otterbach soll künftig zum Radweg werden. Ende vergangenen Jahres wurde die Strecke Weilerbach – Otterbach entwidmet, allerdings unter der Voraussetzung, dass über einen Grundbucheintrag die Option auf Wiedereinführung des Schienenverkehrs erhalten bleibt. Die Bachbahn wurde wegen der mangelhaften Verkehrsverhältnisse nordwestlich von Kaiserslautern gebaut. Die schlechte wirtschaftliche Lage hatte bereits dazu geführt, dass viele Menschen die Gegend verlassen hatten. Zwar entstanden im Zuge der Industrialisierung zahlreiche Arbeitsplätze in Kaiserslautern, etwa bei der Kammgarn und bei Pfaff sowie in der Spinnerei Lampertsmühle. Dies änderte jedoch nichts daran, dass Arbeiter bis zu zwei Stunden Fußweg zu ihrer Arbeitsstätte zurücklegen mussten. Um 1900 bildete sich ein Komitee unter dem Vorsitz eines Pfarrers aus Weilerbach, das sich mit einem Eisenbahnanschluss der Region befasste. In der Folgezeit gab es unterschiedliche Ansichten über die Streckenführung, vor allem auf Erfenbacher Initiative setzte sich die Anbindung an den Bahnhof Lampertsmühle-Otterbach an der Lautertalbahn durch. 1908 genehmigte der Bayerische Landtag schließlich die Bahnstrecke, jedoch wurde die ursprünglich beabsichtigte Streckenführung über Kollweiler aus topographischen Gründen fallen gelassen. In ihren ersten Betriebsjahren diente die Strecke hauptsächlich dem Transport landwirtschaftlicher Produkte nach Kaiserslautern, wo in Folge des Krieges Lebensmittelknappheit herrschte. Von Weilerbach aus wurde unter anderem Vieh in den Schlachthof am Kaiserslauterer Westbahnhof befördert. In den ersten Betriebsjahren wurden die Güterwagen an die Personenzüge angehängt. Später war für die Strecke ein eigener Güterzug zuständig. Als 1972 der Personenverkehr eingestellt wurde, wurden noch mehr als 12.000 Tonnen Güter befördert. Das Aufkommen ging in den folgenden Jahren deutlich zurück, 1993 lag es auf dem Teilstück Weilerbach Kaiserslautern noch bei 300 Tonnen, was die Einstellung des Güterverkehrs bewirkte. Anfangs kamen auf der Strecke Dampflokomotiven der pfälzischen Baureihe P5 und T 4.I zum Einsatz. In den 1960er Jahren wurden für den Güterverkehr Diesellokomotiven der Baureihe V 60 und V 100 eingesetzt. Ab Mitte der 1950er Jahre übernahmen Schienenbusse zunehmend den Personenverkehr. (dür)

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