Kaiserslautern
VHS: Teilnehmerin besucht über 80 Kurse
Volkshochschul-Direktor Michael Staudt ist sich sicher: Alea Thull hat die 100er-Marke bei den Kursbesuchen bereits geknackt. Doch die frühere Berufsschullehrerin ist da etwas zurückhaltender: „Das ist vielleicht etwas zu viel, aber 80 Kurse und Veranstaltungen sind es bestimmt.“ Denn seit 2009 führte sie ihr Weg jede Woche zu Fuß in die Kanalstraße. Bis vor einigen Wochen die Bewegungskurse im Innenbereich ausgesetzt wurden, war sie auch in diesem Semester wieder dabei.
„Wenn es nicht so fußläufig wäre, weiß ich nicht, ob ich solange dabei geblieben wäre.“ Trotz aller Freude, die ihr die Bewegungskurse machen. Sie bewundert die „Frauen in meinem Kurs, die aus Queidersbach oder Mölschbach kommen“. Nach ihrem Umzug nach Kaiserslautern hat Thull in den Übungsstunden neue Bekannte kennengelernt, auch Freunde gefunden, mit denen sie außerhalb der Volkshochschule Kontakt hält, gemeinsam wandern geht.
„Ich komme aus dem Kreis Kusel, war beruflich aber über viele Jahre weg aus der Pfalz und kannte niemanden aus Kaiserslautern. Ich dachte, da kommt man ganz gut rein.“ Und genauso sei es auch gewesen. Thull hat vieles ausprobiert, einen Literaturkurs genauso wie die Beschäftigung mit der japanischen Schrift oder Vorträge in der Friedenskapelle. Doch nicht immer sei das Richtige für sie dabei gewesen: „Ich habe auch mal einen Kochkurs gemacht, aber das hat nicht meinen Erwartungen entsprochen. Ich meine, das kennt man ja und hat da einen gewissen Erfahrungsschatz“, erzählt sie. Ähnlich sei es auch bei Qi Gong gewesen oder auch vor vielen Jahren, außerhalb der VHS, mit weiteren Yoga-Kursen. Da sei es mehr um eine sportliche Variante, weniger um Entspannung gegangen. „Es war viel rein in die Position, raus aus der Position. Das gefällt mir nicht so gut.“ Ganz anders sei das im VHS-Kurs, den sie seit Jahren belegt.
Wegen Corona aufhören? Niemals!
Denn Thull schätzt die Ruhe in ihren Gymnastik- und Yoga-Stunden: „Es ist kein Gehopse, aber es ist deswegen auch nicht so, dass man nicht auch mal Muskelkater hat.“ Dass sie in der Gruppe etwas für ihre Beweglichkeit und für ihre Gelenke tun kann, empfindet sie als Vorteil. Denn „ich bin nicht so diejenige, die Zuhause die Matte auspackt und dort ihre Übungen macht“.
Dass die Corona-Pandemie den Betrieb an der VHS zu Semesterbeginn ein wenig verändert hat und auch die Teilnehmer der Beckenbodengymnastik- und Yoga-Gruppe bis zum Pfaffsaal Maske tragen mussten, im Raum mehr Abstand hielten als zuvor üblich, hat Thull aber nicht abgehalten auch in diesem Semester wieder ihre beiden Lieblingseinheiten zu buchen. „Das war für mich kein Thema, ich denke, wenn man Abstand hält und sich an die ganzen Regeln hält, geht das schon.“
Die VHS habe da ja auch entsprechend reagiert, Möglichkeiten zur Händedesinfektion bereitgestellt oder ein Einbahnstraßen-System auf den Gängen markiert. „Man muss natürlich vorsichtig sein, aber zu viel Angst ist auch nicht gut“, schildert Thull. Aktuell pausieren die Kurse aber erst einmal.
In den ersten Übungsstunden selbst habe sich kaum etwas verändert, bei der Beckenbodengymnastik komme Körperkontakt ohnehin nicht vor und auch im Yoga „sind alle schon so lange dabei, da reicht es, wenn die Kursleiterin sagt, ,Kopf höher oder weiter runter’“.
Nur einmal ins Grübeln gekommen
Doch einmal sei sie in all den Jahren dennoch ins Grübeln gekommen, ob Beckenbodengymnastik und Yoga für sie das richtige sind oder ob sie das Angebot der VHS doch lieber wieder ad acta legt. „Das war ganz am Anfang. Das erste und zweite Semester war so anstrengend, dass ich ordentlich Muskelkater hatte. Aber dann habe ich gedacht, jetzt hast du dich angemeldet, jetzt bleibst du dabei. Jetzt denke ich nicht mehr daran, und will so lange weiter machen, wie es gesundheitlich geht und die Kursleiterinnen es anbieten.“ In all den Jahren habe sie viele Teilnehmerinnen gesehen, die zu schnell aufgehört hätten: „Die haben nicht die Geduld und denken, dass nach zwei, drei mal schon alles geht.“
Doch auf der anderen Seite seien da auch die Frauen, die schon seit 20 Jahren die Yoga-Stunden und Gymnastik-Einheiten besuchen: „Die sind noch viel länger da als ich“, sagt sie lachend.