Kaiserslautern Verein für Vogelschutz und Vogelpflege lädt ein

Hühner gehören heute zu den Tieren in den Volieren auf dem Kaiserberg.
Hühner gehören heute zu den Tieren in den Volieren auf dem Kaiserberg.

Zu einem Tag der offenen Tür lädt der Verein für Vogelschutz und Vogelpflege für Sonntag, 30. Oktober, ins Vogelschutzgebiet auf dem Kaiserberg ein. Von 11 bis 15 Uhr ist das Gelände sowohl über die Gartenschau auch als über den Parkplatz an der Berufsbildenden Schule 1 zu erreichen.

Am Sonntag gibt es Führungen durch das Gelände und Kürbissuppe. Noch einmal am 27. November öffnet der Verein zum kostenlosen Tag der offenen Tür, ehe es in die Winterpause geht.

Der Vogelschutzverein wurde vor fast 100 Jahren, 1928, gegründet. Die meisten Mitglieder arbeiteten bei Pfaff, in der Kammgarn und der Spinnerei Lampertsmühle. Nach Angaben des Vereins waren aber auch Gewerkschafter, SPD-Mitglieder und Kommunisten dabei, die sich vor dem aufkommenden Nationalsozialismus und der SA in den Wald zurückzogen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein wieder belebt, bis 1958 war er an Vogelwoog und Blechhammer tätig. Danach zog er auf das Gelände der ehemaligen Firma Kröckel auf den Kaiserberg um. Die Steinbruch-Betreiber hatten dem Verein für Vogelschutz und Vogelpflege erlaubt, das schon seit langem eingezäunte Waldgebiet von 14 Hektar Größe für seine Zwecke zu nutzen. Zuvor hatte Kröckel dort Konzerte und Tanzveranstaltungen abgehalten. Unter dem Vorsitzenden Georg Schäfer, einem Mitarbeiter der Kammgarn, wurde das Vereinsheim gebaut, das auch nach ihm benannt wurde.

Seit Mitte der siebziger Jahre ist Eigentümer des Geländes die Stadt Kaiserslautern, der Verein hat es gepachtet. 1999 wurden zehn Hektar als Naturdenkmal ausgewiesen – das flächenmäßig größte in Rheinland-Pfalz. Doch von den insgesamt 14 Hektar sind nur 2,5 öffentlich zugänglich – und auch die zurzeit nicht alle, da viele Wege wegen der Gefahr umstürzender Bäume und Windbruch gesperrt werden mussten.

Der Verein hatte stets langjährige Vorsitzende. Bevor im vergangenen Jahr in Ingrid Choim und Christina Pircher erstmals eine weibliche Spitze gewählt wurde, stand Professor Gerhard Konrad den Vogelfreunden über drei Jahrzehnte vor.

Während ganz zu Anfang die Mitglieder des Vogelschutzvereins sogar Vögel eingefangen, diese zu Sängern ausgebildet und verkauft hatten, hatte der Verein in jüngster Vergangenheit eine „Krankenstation“ auf dem Gelände. Greifvögel, die von Feuerwehr oder Polizei gebracht wurden, wurden dort wieder gesund gepflegt. Dies haben die Vogelfreunde auch aus Personalmangel aufgegeben. In drei Großvolieren sind heute lediglich weiße Tauben, etliche Hühner, die nach Angaben der zweiten Vorsitzenden wohl einst als Lebendfutter für die Greifvögel gedacht waren, außerdem kamen jüngst Fasane hinzu.

Ziel des Vereins ist es heute, den Lebensraum sowohl der Vögel als auch von Pflanzen, Kleinlebewesen und Insekten zu schützen – besonders vor dem Hintergrund, dass in Deutschland fast jede achte Vogelart vom Aussterben bedroht ist. ba

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