Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Unzumutbare Zustände: Wohin mit Lauterns Förderschülern?

In der Stiftswaldstraße 54 – wo auch die Stiftswaldschule untergebracht ist – soll ein neuer Schulcampus entstehen.
In der Stiftswaldstraße 54 – wo auch die Stiftswaldschule untergebracht ist – soll ein neuer Schulcampus entstehen.

Die beiden Kaiserslauterer Förderschulen sind baulich in einem sehr schlechten Zustand. Die Stadt will einen Schulcampus errichten. Jetzt steht fest, wo gebaut werden soll.

In der Stiftswaldstraße 54 steht bereits ein Schulgebäude. Die Grundschüler aus dem umgebenden Wohngebiet gehen hier zum Unterricht. Die Stadt hat das Gelände nun für einen großen Schulcampus ausgeguckt. Denn die beiden Förderschulen in der Stadt – die Schule am Beilstein und die Fritz-Walter-Schule – sind baulich und technisch in einem schlechten Zustand. Es müsse dringend etwas passieren, damit die Kinder eine geeignete Lernumgebung bekommen, sagte Schuldezernentin Anja Pfeiffer (CDU) bei den Beratungen zum Schulentwicklungsplan im vergangenen Jahr.

„Desolat“, so beschreibt Baudezernent Manuel Steinbrenner (Die Grünen) das, was sich in den Innenräumen der beiden Förderschulen abspielt. Die Gebäude sind veraltet, völlig marode. Pfeiffer wurde bei Vorstellung des Schulentwicklungsplans ebenfalls deutlich: „Ich schäme mich dafür, wie es dort aussieht. Da sind keine Decken drin, es hängen Kabel von der Decke“, sagte sie mit Blick auf den Zustand der beiden Förderschulen. Ein normales Unterrichten ist dort kaum noch möglich, für Lehrer und Schüler „ist es beinahe unzumutbar“ in den kaputten, nicht barrierefreien Räumen zu arbeiten, so Steinbrenner.

Neuer Schulcampus statt Generalsanierung

Die Stadt will aber vorerst nicht sanieren, sondern einen neuen Schulcampus bauen, dort die bestehenden Schulangebote an einem modernen, barrierefreien und pädagogisch zeitgemäßen Standort bündeln. Die Beilstein- und Fritz-Walter-Schule sollen danach modernisiert werden, um sie für eine Folgenutzung herzurichten. Beispielsweise könnten dorthin dann weitere Schulen umziehen, die ihrerseits saniert werden müssen.

Insgesamt fünf Grundstücke haben die Referate Stadtentwicklung und Umweltschutz näher betrachtet, die Stiftswaldstraße 54 hat sich dabei als das geeignetste herausgestellt, erklärte Steinbrenner im Bau- und Umweltausschuss. Geprüft wurden auch Standorte „Im Stadtwald“ nördlich des Berufsbildungs- und Technologiezentrums, in der Kantstraße, in der Vogelwoogstraße und nördlich der Alex-Müller-Straße. Unter anderem wurden die Lage, Größe, die Verkehrsanbindung, Synergien mit bestehenden Einrichtungen sowie städtebaulich-gestalterische und -funktionale Aspekte betrachtet und ausgewertet.

Wird der Grünzug zum Problem?

Für den Standort an der Stiftswaldschule spricht: Bushaltestellen sind in direkter Nähe, für schulische Veranstaltungen gibt es am Warmfreibad einen großen öffentlichen Parkplatz. Außerdem verspricht sich die Stadt von der bisherigen Struktur mit der Grundschule, Wohngebäuden und Freizeitangeboten wie dem angrenzenden Warmfreibad verschiedene Synergien. Das ausgewählte Grundstück gehört der Stadt, sodass keine Fläche mehr angekauft werden muss. Sollte der Bolzplatz an der Straße „Am Warmfreibad“ zugebaut werden, müsse allerdings ein Ersatzgelände gefunden werden, heißt es in der Vorlage.

„Wir sind in der Planungsphase null, müssen jetzt mit den Schulen den Standort besprechen“, erklärte Steinbrenner im Bau- und Umweltausschuss den nächsten Schritt. Der geplante neue Schulcampus in der Stiftswaldstraße stieß auf einhellige Zustimmung, auch wenn Tobias Wiesemann (Die Grünen) eine Sorge äußerte, „weil da ein Grünzug ist, der für die Frischluftsituation der Stadt wichtig ist und auf dem Gelände auch mehrere große Bäume stehen“. Die CDU mit ihrer Vorsitzenden Ursula Düll verspreche sich „eine Menge an Synergieeffekten, wenn man die Förderung von Kindern mit besonderen Bedarfen kombiniert“. Eine Frage ist aber noch zu klären: „Bleibt die Grundschule bestehen?“, wollte Sabine Nixon (Die Linke) wissen. Die Beantwortung dieser Frage sei Teil der nun folgenden Untersuchung, erklärte Steinbrenner. Das Ergebnis soll im Bauausschuss vorgestellt werden.

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