Kaiserslautern Unternehmen zum Anfassen
„Spannende Perspektiven - #einfachmachen“ versprach die erste Ausbildungsmesse mit ihrem Motto. Dazu hatte die Handwerkskammer der Pfalz gestern in das Berufsbildungs- und Technologiezentrum Kaiserslautern (BTZ) eingeladen. 13 Unternehmen aus der Region präsentierten sich zum Anfassen.
Bei den Ausbildungsberufen dreht es sich an diesem Tag beispielsweise um den Zerspanungsmechaniker, den Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik, den Feinwerkmechaniker, den technischen Modellbauer oder den Feinwerkmechaniker. Achmad Taimori von der Realschule plus am Reichswald in Ramstein-Miesenbach hat am frühen Nachmittag bereits sein sechstes Firmengespräch geführt. Nach einem Praktikum im Heizungsbau will der 16-Jährige sich noch weiter orientieren. „Es hat mir hier gut gefallen“, sagt er über die Ausbildungsmesse. Zum Ausprobieren gibt es die Workshops für Anlagen- und Feinwerkmechaniker, Nutzfahrzeug-Mechatroniker und Metallbauer mit Fachrichtung Konstruktionstechnik. Mehr über die eigene Persönlichkeit kann man in einem Test und beim Teamfähigkeitsspiel erfahren. Beim Workshop in der Feinwerkmechanik-Lehrwerkstatt kann jeder Teilnehmer mit dem Computer-Konstruktionsprogramm selbst ein Namensschild gestalten und mit dem 3-D-Drucker ausdrucken. „Die vier Workshops waren fast voll besetzt“, freut sich Ausbildungsmeister Eckhard Nicklis über mehr als 40 interessierte Schüler. „Ich war erstaunt, dass sich so viele junge Damen dafür begeistern ließen.“ Nicklis betont, dass Frauen oft das richtige Fingerspitzengefühl für diesen Beruf mitbringen. Über das Konzept der Ausbildungsmesse am BTZ sagt er: „Das ist der absolut richtige Weg.“ Die gebündelte Orientierung habe den Vorteil, dass man „mehr zum Anfassen“ präsentieren könne statt ein paar Bilder oder Videos. Begeistert sind auch Philipp Jörg und Maximilian Steinbach von der Lina-Pfaff-Realschule plus in Kaiserslautern. „Hier lernt man viel“, lobt Jörg. Und Steinbach freut sich, seinen Berufswunsch gefunden zu haben. „Ich konnte mich lange nicht entscheiden“, erklärt der 15-Jährige. Roger Bier ist zuständig für die Berufsorientierung am BTZ und damit auch für das Konzept und die Durchführung der Ausbildungsmesse. „Wir haben 2500 Broschüren an die weiterführenden Schulen in der Region verschickt“, sagt Bier. Bei den Betrieben hätten sich auf Anfrage direkt die 13 gemeldet, die auf der Messe vertreten seien. „Der Vorteil für die Betriebe ist, dass sie direkt mit interessierten jungen Leuten in Kontakt kommen können.“ Nicht nur für Kunden, sondern auch als Arbeitgeber könnten sich Betriebe hier präsentieren. Damit der Kontakt gut klappt, hätten viele Firmen eigene Azubis oder junge Gesellen mit gebracht. Auch Bier spricht hier und dort Schüler an, fragt nach, wie es bisher gelaufen sei, gibt Tipps für das weitere Vorgehen. Von der achten Klasse bis zum 25-Jährigen reiche das Spektrum der Interessierten, die mit Voranmeldung Termine zu Einzelgesprächen an diesem Tag vereinbart haben. „280 Termine haben wir vorbereitet“, sagt Bier. Ralf Hellrich, Hauptgeschäftsführer der HWK, freut sich, dass mit dieser Messe Interessen gebündelt werden. „Die Idee ist toll. Die Betriebe suchen händeringend junge Menschen“, so Hellrich. Reiner Rudolphi, Geschäftsführer der Rema Fertigungstechnik, sei Initiator des Konzeptes gewesen. Hier zähle nicht die Quantität, sondern die Qualität, sagt Rudolphi. Überzeugt, „die Messe ist ein voller Erfolg“.