Handball
TuS-Kapitän Sebastian Bösing: „Nochmal alles raushauen“
Die Hessen reisen mit der Empfehlung von sieben Siegen aus den jüngsten acht Partien in die Handballhochburg Dansenberg. Dass es für einen Stadtteilverein keine Selbstverständlichkeit ist, unter den besten 100 Vereinen der Bundesrepublik zu stehen, bekamen die Schwarz-Weißen in der vergangenen Saison bereits zu spüren, als der Gang die Abstiegsrelegation erst auf den letzten Drücker verhindert werden konnte.
Während die Mannschaft in der abgelaufenen Spielzeit Stück für Stück in den Abstiegskampf schlitterte, steht nun bereits zum Ende der Hinrunde fest, dass es in dieser Saison für den TuS nur um das sportliche Überleben gehen kann.
Zeitweise 14 Tore Rückstand
Dansenberg steht punktgleich mit der TSG Haßloch (je 8:20) auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. Der Vorsprung auf den TV Aldekerk 07 und Schlusslicht TV Homburg (je 6:22) beträgt zwei, der Rückstand auf den oberen Tabellennachbarn mHSG Friesenheim-Hochdorf (11:17) drei Punkte. Der Sprung auf Rang elf wurde durch die 23:33-Pleite im Keller-Duell beim TV Gelnhausen verpasst. Dansenberg war nach ordentlichem Beginn chancenlos, lag phasenweise mit 14 Toren hinten. „Man hat im ersten Training danach gemerkt, dass uns die Niederlage zu schaffen machte. Wir haben es nicht geschafft das auf die Platte zu bringen, was wir uns vorgenommen hatten. Natürlich muss man sich dann hinterfragen. Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben, der manchmal noch die nötige Konstanz fehlt“, wirbt Mannschaftskapitän Sebastian Bösing um Verständnis.
Dass Trainer Thomas Weber aufgrund der dünnen Personaldecke oft improvisieren muss, ist kein Geheimnis. Ausfälle von Leistungsträgern wie Jan Claussen, der bislang erst sieben Spiele absolviert hat, sind kaum zu verkraften. Luca Steinführer, der letztes Jahr zum Shootingstar avancierte, wird den Verein nach RHEINPFALZ-Informationen zur Winterpause mit unbekanntem Ziel verlassen. Der Oberliga-Torschützenkönig der vorletzten Saison konnte in dieser Spielzeit nur selten an die starken Leistungen in seinem ersten Drittligajahr anknüpfen. Ein Abschied vor eigenem Publikum bleibt dem gebürtigen Wormser heute krankheitsbedingt verwehrt. Offen, wann Spielmacher Frano Vujovic (Reha nach Meniskus-OP) wieder einsatzfähig ist.
„Wir werden am Samstag noch mal alles raushauen, um nicht auf einem Abstiegsplatz zu überwintern“, verspricht Bösing. „Wir liegen schon am Boden und haben nichts mehr zu verlieren.“ Dass die letzten beiden Spiele klar an Hanau gingen, interessiert HSG-Trainer Hannes Geist nicht: „Wir dürfen sie nicht ins Laufen kommen lassen und müssen in unser Tempospiel finden. Das wird eine Wundertüte, auf die wir uns bestmöglich vorbereiten. Wir möchten einen bestmöglichen Abschluss dieser Halbserie, mit gutem Gefühl in die Pause gehen und mit ordentlichem Punktepolster in die Rückrunde starten.“