Handball
TuS Dansenberg setzt ein Zeichen
Wie schon beim jüngsten Auswärtssieg in Pohlheim, war es abermals Torwart Michel Fiedler, der aus dem starken Kollektiv herausstach. Mit 16 Paraden avancierte der 19-Jährige gemeinsam mit dem achtfachen Torschützen Jan Claussen zum Matchwinner. „Die Kooperation mit der Abwehr war heute überragend. Das waren zwei ganz wichtige Punkte für uns, jetzt müssen wir das Momentum nutzen und weiter fleißig Punkte sammeln. Es macht einfach Spaß, vor dieser Kulisse zu spielen“, gab Fiedler nach dem Spiel zu Protokoll.
Der 1,94 Meter große Keeper erntete schon früh den ersten Szenenapplaus, nachdem er sein Team beim Stand von 3:3 (6.) mit einem tollen Reflex vor dem Rückstand bewahrt hatte. Seinen starken Auftritt im ersten Durchgang krönte der Neuzugang aus der Kaderschmiede des SC Magdeburg mit seinem Treffer zum 15:9 (28.), als er über Freund und Feind hinweg in das verwaiste Tor der Gäste traf.
Die harte Nuss geknackt
„Wir haben bis zur 45. Minute ein überragendes Spiel gemacht, danach hat uns ein wenig die Kraft verlassen. Das war ganz ähnlich wie gegen Ferndorf, daher ist es umso wichtiger, dass wir das Spiel heute gewonnen haben“, sagte Fiedler mit Blick auf die verspielte Acht-Tore-Führung gegen den Spitzenreiter vor drei Wochen.
Diesmal machten es die Schwarz-Weißen besser. Obwohl sie in den letzten zehn Minuten nur magere zwei Tore erzielten, brachten sie den vierten Saisonsieg über die Zeit. Die mit einer Serie von sechs Siegen in Folge angereisten Gäste stellten die Westpfälzer mit ihrer offensiven Deckung vor allem zu Beginn der Partie vor große Probleme. Ein Doppelschlag von Timo Holstein, der innerhalb von 20 Sekunden zwei Gegenstöße erfolgreich abschloss, wirkte wie ein Brustlöser (8:5/15.). Von nun an spielte nur noch eine Mannschaft: Dansenberg.
Verstärkung erwartet
Die Hausherren bauten ihre Führung kontinuierlich aus und zogen bis zur Mitte der zweiten Halbzeit auf 25:15 (45.) davon. Dass Kraft und Konzentration jetzt spürbar nachließen, war auch den fehlenden Wechselmöglichkeiten geschuldet. Mit Robin Egelhof (Kreuzbandriss), Jan Waldgenbach (Handbruch) und Jonas Dambach, der wohl bis zum Ende der Saison ausfallen wird, fehlten gleich drei Rückraumspieler. Der Verein hatte unter der Woche bereits reagiert und den bulgarischen U20-Nationalspieler Mihael Krasimirov Ivanov verpflichtet. Der 20-Jährige spielte zuletzt in der ersten portugiesischen Liga und wurde mit einem Vertrag bis zum Saisonende ausgestattet. Mit einer Körpergröße von 1,95 Meter bringt er die nötige Physis mit, um sich in der Dritten Bundesliga zu behaupten. „Mihael bringt eine Menge Potenzial mit und wird uns aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen weiterhelfen können. Zunächst ist aber wichtig, dass wir ihn in das Mannschaftsgefüge integrieren, aber da habe ich keine Bedenken. Mihael wird die Zeit bekommen, die er benötigt, um sich an das neue sportliche Umfeld zu gewöhnen“, betont Teammanager Alexander Schmitt, der zeitnah noch einen weiteren Neuzugang präsentieren möchte.
Das Derby bei der HG Saarlouis kommt für Ivanov aufgrund einer fehlenden Spielgenehmigung noch zu früh. Auch Luca Steinführer wird am Montag nicht zur Verfügung stehen. Dass Trainer Frank Müller improvisieren kann, hat er in den vergangenen Wochen gezeigt. Dass er trotz des schwachen Saisonstarts mit nur einem Sieg aus den ersten vier Spielen zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt wurde, scheint sich nun auszuzahlen.
So spielten sie
TuS Dansenberg: Fiedler/Lüpke (Tor), Claussen (8), Steinführer (4), Serwinski (4/2), T. Holstein, Bösing, Reitemann (je 3), Dietrich (2), M. Holstein (1), Dettinger, Kurz