Handball RHEINPFALZ Plus Artikel TuS Dansenberg rutscht durch Niederlage gegen Homburg tiefer in die Krise

Bennet Löhmar (Zweiter von rechts) vom TuS Dansenberg beim Torwurf gegen Homburg.
Bennet Löhmar (Zweiter von rechts) vom TuS Dansenberg beim Torwurf gegen Homburg.

Der TuS Dansenberg hat das Drittliga-Derby gegen den TV Homburg nach schwacher Leistung mit 23:30 (13:16) verloren. Vor allem nach der Pause brach der TuS gegen den Aufsteiger teilweise völlig ein.

Beide Mannschaften waren enttäuschend in die Saison gestartet, und so war es ein richtungsweisendes Duell für beide Rivalen. Vor allem die bisher noch punktlosen Honigdachse aus Homburg waren hochmotiviert und sichtlich entschlossen, den TuS in dessen eigener Halle zu bezwingen. Dabei war es für die Homburger Henning Huber, Robin Egelhof, Nuno Rebelo und Trainer Steffen Ecker eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. „Es war natürlich eine sehr emotionale Rückkehr nach Dansenberg, nicht nur für mich, sondern auch für die Spieler, die hier gespielt haben“, so Ecker nach der Begegnung. Dabei wurden die Homburger von zahlreichen mitgereisten Fans in einer insgesamt sehr gut gefüllten Layenberger Sporthalle, unterstützt: „Es war mir wichtig, dass wir diese Emotionalität mit ins Spiel reinnehmen, das hat die Mannschaft gut gemacht“, befand Ecker.

TuS-Trainer Thomas Weber musste weiterhin auf Leistungsträger Jan Claussen verzichten, der an einem Muskelfaserriss laboriert, zudem war Linkshänder Jonas Dambach nach einer Erkrankung noch stark angeschlagen. Für ihn rückte Youngster Bennet Löhmar in die Startaufstellung. Weber ließ Homburgs Starspieler Yves Kunkel von Anfang an in Manndeckung nehmen, womit sich die Gäste zunächst schwertaten. TV-Coach Ecker antwortete darauf mit der sehr frühen Hereinnahme des siebten Feldspielers, eine taktische Maßnahme, die er fast über die gesamte Länge des Spiels spielen ließ. „Es hat ein paar Minuten gedauert, doch später heraus haben wir das sehr gut gemacht und uns viele freie Würfe herausgespielt“, sagte Ecker zu seiner Maßnahme.

Kampfbetont am Anfang

Generell war die Anfangsphase sehr kampfbetont und zäh, wobei es auf Dansenberger Seite, auch bedingt durch das Fehlen von Spielmacher Claussen, an Kreativität mangelte. Trotzdem zeigte die Manndeckung gegen Kunkel Wirkung und der TuS konnte in der siebten Minute durch Josip Repusic, der gemeinsam mit Henrik Walb bester Werfer der Hausherren war (je fünf Treffer), mit 3:1 in Führung gehen. Nach dem 4:2 (12.) für die Pfälzer übernahmen die Honigdachse mit einen 4:0-Lauf die Kontrolle über die Partie. In der Folge gelang es dem TuS zunächst noch, Schritt zu halten und durch Walb, der sich erneut als starker Vertreter von Jan Claussen präsentierte, zum 8:8 (23.) und 9:9 (24.) auszugleichen.

Im Anschluss entwickelte sich eine torreiche Schlussphase der ersten Spielhälfte, in der sich die Homburger bis zur Pause einen 16:13-Vorsprung erarbeiten konnten. Den Schlusspunkt setzte Yves Kunkel, der nicht vollständig kaltgestellt werden konnte und mit sechs Treffern bester Werfer auf dem Platz war, mit einem Siebenmeter. Robin Egelhof, der sich bei seiner Rückkehr einigen Pfiffen der Heimfans ausgesetzt sah, bekam nach drei Zwei-Minuten Zeitstrafen in der 30. Minute die Rote Karte. Der TuS hatte es vor allem Torhüter Michel Fiedler zu verdanken, der erneut eine starke Partie machte, dass er nicht deutlich höher zurück lag. Auffällig war zudem, dass die Dansenberger es überhaupt nicht nutzten, dass das Homburger Tor durch deren „schlechte Wechselstrategie“ (Ecker) oft verweist war: „Es war auch mein Eindruck, dass der ein oder andere Ball aufs leere Tor funktioniert hätte“, zeigte sich auch der Homburger Trainer verwundert über die Unaufmerksamkeit der Pfälzer.

Aufbäumen fehlt

In der zweiten Halbzeit brach das Spiel der Dansenberger dann nahezu vollständig zusammen und es wirkte zu keinem Zeitpunkt so, als hätte man der drohenden Niederlage noch etwas entgegenzusetzen. Das Aufbäumen fehlte. So gelang es den Honigdachsen, ihren Vorsprung Tor um Tor auszubauen und spätestens mit einem 4:0-Lauf, von 21:17 (41.) auf 25:17 (46.), wurde es eine ganz klare Angelegenheit. Beim Stand von 30:20 (55.) war der Vorsprung der Homburger sogar auf zehn Tore angewachsen, ehe die Hausherren in den letzten fünf Minuten zumindest ohne Gegentreffer blieben und noch etwas Ergebniskosmetik betreiben konnten bis zum 23:30 Endstand.

Als Matchwinner sieht Steffen Ecker Torhüter Henning Huber: „Die Leistung von Henning war ein ganz großer Faktor dafür, dass wir das Spiel gewinnen konnten.“ Wobei gesagt werden muss, dass die Dansenberger es ihm auch oft zu einfach machten, indem sie schwach oder zu zentral abschlossen.

TuS-Trainer Thomas Weber resümierte nach der Begegnung: „Eine große Enttäuschung meinerseits. Wir waren eigentlich gut vorbereitet, doch haben uns durch eigene Unzulänglichkeiten selbst um den Erfolg gebracht.“ Insgesamt 15 technische Fehler und über 20 Fehlwürfe belegen einen unkonzentrierten und unkreativen Auftritt in der Offensive, während auch in der Defensive die nötige Entschlossenheit und Aggressivität fehlte. Sollte es keine Leistungssteigerung geben, könnte der Abstiegskampf zur bitteren Realität für den TuS werden.

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