Handball
TuS Dansenberg misslingt gegen Ferndorf auch der Drittliga-Heimauftakt
Eine Woche nach der desaströsen Auswärtsniederlage in Opladen (22:36) empfing der TuS 04 Kaiserslautern-Dansenberg am Samstag einen der Topfavoriten auf die Meisterschaft in der Süd-West Staffel, den TuS Ferndorf. Es sollte alles besser laufen als im ersten Spiel, doch wieder „haben wir zu viele einfache Fehler gemacht, diese wusste ein Topteam wie Ferndorf natürlich sofort zu bestrafen“, sagte Dansenbergs Trainer Thomas Weber.
Da die neue Vereinsgaststätte „Quagies-Zum Kerscheknabber“ erst Ende September Neueröffnung feiert, wurden die etwa 350 Zuschauer bereits über eine Stunde vor Spielbeginn mit Grillspezialitäten und Kaltgetränken vor der Halle versorgt. Kurz vor Spielbeginn traten zudem die „Tanzmäuse“ der Turnabteilung des TuS auf. Die Gäste aus Ferndorf waren mit ihren Ultras, der „Brigade C“, angereist, welche ein ganzes Arsenal an Musikinstrumenten mitgebracht hatten und unterstützten ihre Mannschaft die gesamten 60 Minuten lang lautstark. Die Heimfans wurden fast durchgängig übertönt – es fühlte sich für die Dansenberger Zuschauer fast wie ein Auswärtsspiel an.
Dansenberg verunsichert
Die Spieler des TuS zeigten sich nach der letztwöchigen Klatsche sichtlich verunsichert, es wirkte so, als stünde eine andere Mannschaft als noch bei den Testspielen auf dem Platz. Auch TuS-Trainer Thomas Weber kann sich nicht erklären was mit seinen Mannen los ist: „Die Fehlerquote ist in vielen Bereichen weiterhin unerklärlich hoch. Wir konnten nichts von dem, was wir uns vorgenommen haben, umsetzten.“
So liefen die Hausherren von Anfang an den Gästen hinterher, die agiler, spritziger und wacher agierten und zudem von Beginn an ein enorm hohes Tempo an den Tag legten. Dennoch dauerte es bis zur dritten Minute, ehe Ferndorf durch einen Doppelschlag von Janko Kevic, der insgesamt fünf Mal erfolgreich war, mit 2:0 (4.) in Führung ging. Bereits in der sechsten Minute wurde Ferndorfs Alexander Reimann nach einem üblen Foul an Frano Vujovic mit einer Roten Karte vom Platz gestellt. Im Anschluss kamen die Dansenberger dann besser ins Spiel und konnten zunächst durch Kapitän Sebastian Bösing, der mit fünf Toren bester Werfer des TuS war, zum 3:3 (7.), dann durch Luca Steinführer, per Siebenmeter, zum 4:4 (11.) ausgleichen. Es sollte der letzte Ausgleich der Partie sein, kein einziges Mal lagen die Hausherren in Führung.
Ideenlos in der Offensive
Bis zur 17. Minute konnte Dansenberg das Spiel noch weitestgehend ausgeglichen gestalten und den Anschluss halten, was insbesondere der hervorragenden Leistung von Torhüter Michel Fiedler zu verdanken war. Er zeigte viele starke Paraden und verhinderte, dass sein Team schon früh deutlicher in Rückstand geriet. Doch dann zeigte Ferndorf seine ganze Klasse und erspielte sich mit einem 7:0-Lauf auf 14:6 (23.), erstmals eine komfortable Führung und übernahm nun endgültig die Kontrolle über die Partie. Bis zur Halbzeit sollten den Dansenbergern nur zwei weitere Tore gelingen, sodass es bei einem Stand von 8:18 in die Kabinen ging. Die Offensive des TuS zeigte sich in der ersten Spielhälfte ideenlos und wenig durchschlagskräftig, das Zusammenspiel mit den Außenspielern funktionierte nur selten. Auch die Defensive hatte einen schlechten Tag erwischt. Die Abwehr bekam keinen Zugriff, agierte oft zu passiv und verhalf den Gästen so zu einfachen Toren.
In der zweiten Halbzeit war dann eine deutliche Steigerung erkennbar, Trainer Weber lobte die Einstellung seiner Mannschaft: „Wir haben besser gekämpft als im ersten Spiel.“ So konnte die zweite Spielhälfte mit 17:15 „gewonnen“ werden, wobei dazu gesagt werden muss, dass Ferndorf gegen Ende der Partie sichtlich zurückschaltete und Trainer Ceven Klatt einige seiner besten Spieler schonte. Zunächst einmal sah es aber gar nicht nach Schongang aus, denn die Gäste wollten nichts mehr anbrennen lassen und kamen mit Schwung aus der Kabine, so konnte der Vorsprung auf bis zu elf Tore ausgebaut werden (23:12, 38.). Auch danach gelang es dem TuS nicht, den Rückstand nennenswert zu verkürzten. So pendelte sich die Partie bis zur 52. Minute ein. Erneut war es der starken Torhüterleistung, diesmal von Alexander Martinsen, zu verdanken, dass das Defizit nicht weiter wuchs. Erst in den letzten Minuten gelang den Dansenbergern noch etwas Ergebniskosmetik, ehe dann Josip Eres, der wie schon in der Vorwoche gegen Saarlouis zweistellig traf und erneut bester Werfer auf dem Platz war, mit seinem zehnten Treffer zwei Sekunden vor Abpfiff den 33:25-Endstand für den TuS Ferndorf herstellte.