Handball
TuS Dansenberg: Kein Spielmacher, aber ganz viel Zuversicht
Hinter den Schwarz-Weißen liegt eine gelungene Vorbereitung. Auch die Generalprobe gegen Drittligaabsteiger SF Budenheim wurde erfolgreich gestaltet. Damit, dass er beim 27:22 (11:12) auch ein paar Dinge sah, die ihm nicht gefallen haben dürften, kann Trainer Frank Müller umgehen.
Der neue Coach hat nach eigenem Bekunden viel auf links gedreht. „Grundsätzlich bin ich damit zufrieden, wie die Vorbereitung gelaufen ist. Ich bin sehr system- und strukturlastig, was den Angriff angeht. Und mir ist wichtig, dass wir zwei Abwehrsysteme beherrschen. Die Jungs haben sehr gut mitgezogen“, lobt Müller, der nach sechs Jahren als Co-Trainer bei den Eulen Ludwigshafen nun seine erste Saison als Cheftrainer bestreitet.
Von den Eulen hat der 35-jährige, der seit Mitte Januar in der Westpfalz im Wort stand, einen gestandenen Spieler mitgebracht: Gunnar Dietrich (36). Der Routinier, der zwölf Jahre für seinen Herzensverein in den beiden höchsten deutschen Spielklasse am Ball war, entschied sich aus familiären Gründen für einen Wechsel in die Westpfalz, wo der Aufwand im Vergleich zur Zweiten Bundesliga um einiges geringer sein dürfte. Der zweifache Vater hofft, dadurch Handball, Familie und Beruf besser unter einen Hut bringen zu können.
Lange feste Größe bei den Eulen
„Ich fühle mich nach wie vor fit und wollte eine neue Herausforderung. Auch für mich war nach den vielen Jahren in Ludwigshafen einiges neu, aber die Mannschaft hat es mir leicht gemacht. Wir sind auf einem guten Weg“, findet Dietrich, den alle nur „Günnes“ nennen. Als Abwehrchef war der 2,03 Meter große Rückraumspieler bei den Eulen über viele Jahre eine feste Größe, in den vergangenen fünf Jahren führte er die Mannschaft als Kapitän aufs Feld.
Dietrich ist einer von fünf Neuen. Einen weiteren hätte man gerne begrüßt, die Suche nach einem Spielmacher gestaltet sich aber aufwendiger als gedacht. „Ich bin von Jahr zu Jahr mehr darüber erschrocken, wie sich der Markt entwickelt. Zusagen werden nicht eingehalten, oder es werden plötzlich Nachforderungen gestellt. Hier spielen leider auch unseriöse Berater eine immer größere Rolle“, erläutert Alexander Schmitt.
„Qualität der Mannschaft ist höher“
Trotz der mehrfach geplatzten Verpflichtung eines neuen Regisseurs ist der Teammanager mit dem aktuellen Kader äußerst zufrieden: „Ich habe einen sehr guten Eindruck von der Mannschaft. Jeder zieht mit, Frank Müller und sein Co-Trainer Jochen Schwarz machen eine richtig gute Arbeit, der Teamgeist ist sehr ausgeprägt. Die Qualität der Mannschaft ist deutlich höher als letztes Jahr. Die Spieler machen sich gegenseitig besser, weil jeder den Anspruch hat, sich weiterzuentwickeln.“
Den Posten des Spielmachers werden sich vorerst Jan Claussen und Torben Waldgenbach teilen. Dass sie unterschiedliche Stärken haben, könnte aus Sicht der Dansenberger sogar ein Vorteil sein.
Im Pokal gegen Zweitligist Coburg
Für Müller ist die Pokal-Partie gegen Coburg trotz der laut Papier klar verteilten Rollen alles andere als ein Bonusspiel vor dem Rundenstart. „Wir wollen das Spiel so lange wie möglich offenhalten und dann sehen, was passiert“, stellt der ehrgeizige Trainer klar. Ähnlich sieht das Schmitt: „In Dansenberg zu spielen ist auch für einen Zweitligisten keine angenehme Sache, auch wenn Coburg natürlich haushoher Favorit ist.“
Wichtiger als ein Sieg im Pokal wäre jedoch ein erfolgreicher Saisonstart in der Südwest-Staffel der Dritten Bundesliga. Am Samstag, 3. September, steht ab 20 Uhr das Pfalz-Derby gegen Friesenheim-Hochdorf II auf dem Programm. kkm