Handball RHEINPFALZ Plus Artikel TuS Dansenberg II ringt dem Tabellenvierten Zweibrücken in der Oberliga einen Punkt ab

Luca Stolze spielt erstmals bei der „Zweiten“ und auf ungewohnter Position. Er steuert zwei wichtige Tore in den Schlussminuten
Luca Stolze spielt erstmals bei der »Zweiten« und auf ungewohnter Position. Er steuert zwei wichtige Tore in den Schlussminuten bei.

Ein gewonnener Punkt oder doch ein verlorener? Diese Frage stellte man sich nach dem Oberliga-Westpfalzderby des TuS Dansenberg II gegen die SG SV 64/VT Zweibrücken in der Layenberger Sporthalle.

Auf der einen Seite kam der Tabellenvierte aus Zweibrücken als klarer Favorit zum TuS II – und zusätzlich verletzte sich Trainer Patrick Schulze im Spiel der dritten Mannschaft direkt zuvor schwer an der Schulter und musste ins Krankenhaus. Theodoros „Theo“ Megalooikonomou, der nach seiner „Beförderung“ zum Cheftrainer der ersten Mannschaft die „Zweite“ eigentlich nur noch als Co-Trainer betreuen sollte, kommentierte den Vorfall: „Ich habe unterwegs die Nachricht bekommen, das Patrick ins Krankenhaus musste und das ich deswegen früher kommen soll. Patrick hatte die Mannschaft auf das Spiel vorbereitet, die Spieler standen zunächst unter Schock, haben aber richtig gut reagiert.“

Auf der anderen Seite hatte der TuS mehrfach die Möglichkeit, die Partie zu entscheiden. Eine Schwächephase Anfang der ersten Halbzeit brachte Dansenberg II in Rückstand, doch nach einem starken Comeback vergab das Team in der Schlussphase mehrere gute Chancen, das Spiel zu gewinnen. Dennoch sagte „Theo“: „Definitiv ein gewonnener Punkt, wir können stolz sein.“

Drei Spieler aus der „Ersten“

Dabei brachte er gleich drei Spieler aus dem Drittligateam mit, um den anderweitig dünn besetzten Kader zu verstärken: Ben Kölsch (19), Bennet Löhmar (19) und Luca Stolze. Löhmar lieferte eine hervorragende Vorstellung ab, erzielte die ersten beiden Tore des Spiels zum 2:0 (3.) wuchtig aus dem Rückraum und war mit insgesamt acht Treffern bester Werfer der Hausherren: „Wir haben im Angriff immer wieder gute Lösungen gefunden. Ben (Kölsch) hat mich durch gute Kreuzbewegungen in tolle Wurfpositionen gebracht. Mein erstes Tor habe ich etwas glücklich unter die Latte geschweißt, das gab mir Selbstvertrauen für die restliche Partie. Heute lief es sehr gut für mich“, kommentierte der Linkshänder.

Der erste Durchgang war ausgeglichen, die Führung wechselte mehrfach, und keiner der beiden Mannschaften gelang es, sich mit mehr als zwei Toren abzusetzen. Entsprechend gingen die Teams mit einem 15:15-Zwischenstand in die Kabinen. Garant für das Unentschieden war aufseiten der Gastgeber Torhüter Normann Becker (23), der gegen seinen Ex-Verein – er spielte in Zweibrücken A-Jugend Bundesliga – groß aufspielte und 15 Paraden zeigte, darunter auch mehrere vereitelte Tempogegenstöße: „Es ist ein fantastisches Gefühl, wenn man mal so einen guten Tag erwischt und der Mannschaft mehr helfen kann. Gegen Zweibrücken ist es immer ein besonderes Spiel, gegen Spieler, mit denen man früher zusammengespielt hat, da ist man immer extra motiviert und hat mehr Spaß am Spiel“, kommentierte Becker nach dem Derby.

30 Sekunden fehlen

Auch Henry Hofmann (21) zeigte erneut eine überzeugende Leistung (fünf Tore). Er hat sich im Laufe der Saison zu einer festen Stütze und einem Leistungsträger im Team entwickelt und meinte nach dem Spiel: „Es freut mich sehr, dass Theo mir so viel Vertrauen gibt und mich so viel spielen lässt. Er hilft mir viel, mein Spiel zu verbessern, vor allem im Eins-gegen-eins cleverer zu spielen. Dieses Jahr läuft es sehr gut für mich.“

Doch zu Beginn der zweiten Halbzeit erwischten die Hausherren eine Schwächephase, in der die SG immer wieder zu einfachen Toren aus dem Rückraum kam. Dadurch gelang es den Rosenstädtern, vermeintlich vorentscheidend auf 24:27 (50.) davonzuziehen. Dann jedoch trumpfte der TuS II noch einmal groß auf. Mit einer fantastischen kämpferischen und hochdisziplinierten Leistung drehten die Gastgeber die Partie auf 29:28, (57.) ehe sie in einer hochspannenden Schlussphase nur 30 Sekunden vor den Ende den Ausgleichstreffer zum 29:29 hinnehmen mussten.

Ungewohnte Position

In den letzten 15 Minuten kam Paul Rutz (20) für Becker ins Tor und zeigte ebenfalls eine überragende Leistung, mit sechs Paraden vernagelte er sein Tor regelrecht und musste in den letzten zehn Minuten nur zwei Gegentreffer hinnehmen. Die letzten beiden Tore der Dansenberger zum Ausgleich und zur 29:28 Führung erzielte Luca Stolze (20), der sein erstes Spiel für die „Zweite“ machte und zudem auf der für ihn ungewohnten Rechtsaußen-Position ranmusste: „Das ist eine sehr coole Truppe, ich kenne sie ja, wir trainieren ja auch mit der ersten Mannschaft regelmäßig zusammen mit ihnen. Theo hat mir einen Plan an die Hand gegeben, was ich machen soll, das habe ich dann auch umgesetzt, es hat gut funktioniert, auch wenn die Rechtsaußen-Position für mich als Rechtshänder nicht optimal ist.“

Megalooikonomou resümierte: „Es macht richtig Spaß, mit den Jungs zu arbeiten. Ein wichtiger Punkt im Kampf um den Klassenerhalt.“

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