Handball
TuS Dansenberg II: Perspektivteam liegt voll im Soll
Nach 15 von 30 Spieltagen steht das Perspektivteam des TuS 04 Kaiserslautern-Dansenberg mit 11:19 Punkten auf dem zwölften Tabellenplatz der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar und damit auf dem – zumindest aktuell, sollten die Dinge in der Dritten Liga so bleiben, wie sie sind – ersten Nichtabstiegsplatz. „Prinzipiell sind Theo (Anmerkung der Redaktion: Megalooikonomou, Trainer TuS II) und ich sehr zufrieden mit der Hinrunde und unserer Punkteausbeute“, fasst Co-Trainer Patrick Schulze zusammen.
Tatsächlich hat die „Zweite“ ihre Hausaufgaben erledigt und alle vier Kellerkinder (Südpfalztiger, HLZ Friesenheim/Hochdorf 3, HSG Eckbachtal und HSG Worms), die in der Tabelle hinter dem TuS stehen, geschlagen. Zudem konnten „Bonuspunkte“ (Schulze) mit einem Sieg gegen den HV Vallendar und einem Unentschieden gegen den TV Nieder-Olm geholt werden. Besonders mit dem unerwarteten 23:22-Auswärtssieg gegen den Vorjahresfünften Vallendar konnten die Dansenberger am zweiten Spieltag ein Ausrufezeichen setzen und zeigen, welches Potenzial in ihnen steckt.
Gegen die Topteams der Liga setzte es zwar durchweg Niederlagen, doch diese waren aufgrund der gegebenen Kräfteverhältnisse nicht nur zu erwarten, sondern auch zu verkraften, „denn das sind nicht die Spiele, in denen wir Punkte holen müssen“, so Schulze. Erfreulich ist aber allemal, dass sich die junge Truppe in vielen Partien auf Augenhöhe und konkurrenzfähig mit den Aufstiegsaspiranten präsentierten konnte, wie etwa bei den Duellen mit der SG Saulheim (29:31) oder Tabellenführer VTV Mundenheim (33:39).
Zwei ärgerliche Niederlagen
Besonders ärgerlich waren jedoch die Niederlagen gegen die Tabellennachbarn HB Mülheim-Urmitz und HSG Kastellaun/Simmern. Der TuS versuchte, beide Partien aufgrund akuten Personalmangels zu verlegen, doch beide Kontrahenten verweigerten eine Neuansetzung. So mussten die Dansenberger die beiden langen Auswärtsfahrten mit einem kaum konkurrenzfähigen Rumpfkader antreten. Mülheim lag zum Zeitpunkt des Duells in der Tabelle hinter den Pfälzern und konnte durch den Sieg aufschließen und schließlich vorbeiziehen, während der TuS mit einem Sieg seinerseits in der Tabelle an Kastellaun hätte vorbeiziehen können. Mit diesen zusätzlichen Punkten befände man sich im gesicherten Mittelfeld. „Mit einem vollen Kader wäre gegen beide Teams ein Sieg möglich gewesen. Das hat uns wertvolle Punkte gekostet“, hadert Schulze.
Das Perspektivteam trägt nicht umsonst diesen Namen: Mit einem Altersdurchschnitt von 20 Jahren (ohne den 37-jährigen Routinier Steffen Kiefer) beherbergt es einige der größten Talente im Verein. Hervorzuheben sind dabei vor allem die Rückraumspieler Jan Simgen (21) und Henry Hofmann (21), die „einen Riesenschritt nach vorne gemacht haben und in ihre Rolle als Leader der Mannschaft hineingewachsen sind“, so Schulze. Zusammen kommen die beiden auf 97 Feldtore, was über einem Viertel aller Feldtore entspricht. Auch Torhüter Paul Rutz (20) hat sich hervorragend weiterentwickelt, ist zu einem verlässlichen Rückhalt für seine Vorderleute geworden und war bereits in mehreren Spielen mit seinen Paraden ein Punktegarant.
Frederick Bohm bester Torschütze
In der Defensive hat sich Abwehrspezialist Philip Becker (22), der seit diesem Jahr im Mittelblock deckt, noch mal gesteigert, und offensiv ist Rechtsaußen Frederick Bohm (23), der mit 63 Toren bester Werfer des Teams ist, unverzichtbar. Zudem funktioniert die Zusammenarbeit mit der ersten Mannschaft deutlich besser als noch in der Vorsaison. So helfen die Youngsters Ben Kölsch (19) und Bennet Löhmar (19) regelmäßig aus und sind bei jedem Einsatz eine große Hilfe und wichtige Stütze für das Team von „Theo“.
Schulze zeigt sich sehr zufrieden mit der Entwicklung seiner Truppe: „Alle Spieler, die in die Verantwortung gerückt sind, haben einen großen Schritt gemacht und sich super weiterentwickelt. Auch aus dem Publikum und dem Vereinsumfeld bekommen wir nur positive Resonanz. Das ist auch ein Zeichen an den Verein, dass das der richtige Weg ist.“
Positiv in die Rückrunde
Die „Zweite“ blickt positiv auf die Rückrunde: Spielmacher und Leistungsträger Felix Dettinger, der 58 Tore in nur neun Spielen beisteuerte, wird nach überstandener Fingerverletzung bereits beim ersten Rückrundenspiel in Saulheim wieder zur Verfügung stehen und den viel zu dünn besetzten Rückraum entasten: „Felix wird uns enorm helfen“, freut sich Schulze. Zudem wird man bis auf die Südpfalztiger alle direkten Konkurrenten im Abstiegskampf zuhause empfangen.
Auch Mülheim-Urmitz und Kastellaun/Simmern, bei denen man sich für die Niederlagen in der Hinrunde revanchieren will. Mit Siegen in diesen wichtigen Spielen sollen die nötigen Punkte gesammelt werden, um am Ende fünf Mannschaften hinter sich zu lassen. Denn das könnte nötig werden: Sollten mit der TSG Haßloch, dem HLZ Friesenheim/Hochdorf II und dem TV Homburg gleich drei Teams aus der Dritten Liga in die Oberliga absteigen, würde es fünf Absteiger geben, und aktuell stünde man auf einem Abstiegsplatz.
Sorgen um die „Erste“
Doch es droht auch der Super-GAU: Die erste Mannschaft steckt momentan tief im Abstiegskampf in der Dritten Liga fest. Sollte der Klassenverbleib nicht gelingen, resultiert daraus für die „Zweite“ der Zwangsabstieg in die Pfalzliga, trotz ihrer starken Leistung. Schulze formuliert das Ziel für die Rückrunde: „Wir wollen 13 bis 15 Punkte holen und fünf Mannschaften hinter uns lassen, um abgesichert zu sein.“ Diese Zielsetzung wolle er auch an seine Jungs weitergeben, die zunächst einmal die wohlverdiente Winterpause genießen.
Da der Kader häufig nur sehr dünn besetzt war, mussten viele der Spieler fast immer 60 Minuten lang durchspielen. Die Pause werden sie gut nutzen, um die Akkus wieder aufzuladen und kleinere Verletzungen auszukurieren. Und dann „gehen wir mit viel Elan, Motivation und Ehrgeiz in die Rückrunde“, so Schulze.