Handball
TuS Dansenberg hinkt seinen Ansprüchen hinterher
Kliers Nachfolger Matic Gercar hat den Verein in der Winterpause wieder verlassen, Rückraumspieler Raphael Guden steht vor einer Rückkehr zu seinem luxemburgischen Heimatverein HC Berchem. Die Baustelle im Tor ist eine der größten, die es zu schließen gilt. Doch guter Rat ist hier im wahrsten Sinne des Wortes teuer. Torhüter, die in einem Spiel den Unterschied machen können, sind rar gesät und haben ihren Preis. Dass der TuS Dansenberg nicht dazu bereit ist, jede Forderung zu erfüllen, musste inzwischen schon so mancher Verhandlungspartner zur Kenntnis nehmen. Die Wahl fiel schließlich auf Gercar, es war eine vermeintlich gute. Der erfahrene Slowene hatte zuvor das Tor von Erstligist TuS N-Lübbecke gehütet und war zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung vereinslos. Sportlich zu überzeugen wusste der 33-Jährige die Verantwortlichen trotz seiner vorbildlichen Einstellung aber nicht.
Famoser Saisonstart
Von neun Spielen mit Gercar im Tor, verlor Dansenberg vier. Sein Debüt gab er am fünften Spieltag im Heimspiel gegen den SV 64 Zweibrücken, wo er in der Schlussphase für Klier-Stellvertreter Henning Huber in die Partie kam. Nach fünf Siegen in Folge mussten die unter ihrem neuen Trainer Kai Christmann famos aus den Startlöchern gekommenen Westpfälzer den ersten Rückschlag hinnehmen: Im Spiel gegen die SG Leutershausen zogen die Schwarz-Weißen in eigener Halle mit 25:26 knapp den Kürzeren. Die Entscheidung zugunsten der Gäste fiel zwölf Sekunden vor dem Ende durch einen Siebenmeter. Bei den fortan alleine vom Platz an der Sonne grüßenden Rhein-Neckar Löwen II bekam die Christmann-Sieben eine Woche später erstmals deutlich ihre Grenzen aufgezeigt. Nach schwacher zweiter Halbzeit stand eine 32:38-Pleite zu Buche. Durch die zeitgleiche Niederlage der SG Leutershausen verblieben die Schwarz-Weißen auf Rang zwei und konnten diesen durch einen hart erkämpften Sieg gegen Verfolger TSB Heilbronn-Horkheim zunächst verteidigen.
Sieg am grünen Tisch
Nur eine Woche später zeigte der TuS bei der SG Pforzheim dann seine bis dahin schwächste Saisonleistung. Beim Stand von 11:20 konnte es ab der 40. Minute nur noch darum gehen, ein drohendes Debakel zu verhindern, was dank der Treffer von Nuno Rebelo und Timo Holstein gelang. Endstand 25:29. „Wir können nach so einem Auftritt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, da muss jetzt in allen Bereichen wieder mehr Zug rein“, polterte Trainer Kai Christmann nach der dritten Niederlage im vierten Spiel. Mit einem 30:29-Zittersieg bei Kellerkind HG Oftersheim/Schwetzingen konnte der Abwärtstrend zunächst gestoppt werden. Nach einem kampflosen Sieg am grünen Tisch gegen die TGS Pforzheim verlief der Start in die Rückrunde nach Maß. Dem souveränen 33:24-Erfolg gegen Hochdorf folgte jedoch prompt die kalte Dusche bei Kellerkind TV Großsachsen und damit der Sturz auf Rang vier.
„Kein Herz, keine Einstellung“
„Kein Herz, keine Einstellung. Schuld sind immer die anderen. So kann es definitiv nicht weitergehen“, stellte Teammanager Alexander Schmitt nach dem unerwarteten Rückschlag im Kampf um einen Spitzenplatz klar. „Aktuell wären wir nicht für die Aufstiegsrunde qualifiziert. Natürlich haben wir noch alles selbst in der Hand, zufrieden sein können wir damit aber nicht. Ich erwarte von der Mannschaft, dass sie jetzt das entsprechende Engagement für die wichtigen Aufgaben im Januar an den Tag legt. Ab jetzt zählt nur noch eins: Vollgas. Wir müssen in allen Mannschaftsteilen zulegen, galliger werden und eine andere Körpersprache an den Tag legen. Ich glaube nach wie vor an die Mannschaft“, betont Schmitt.
„Wir sind sehr gut aus den Startlöchern gekommen, waren aber insgesamt nicht stabil genug. Die Situation mit der kurzen Vorbereitung war für alle schwierig, hinzu kamen der unerwartete Abgang von Klier und die großen Verletzungssorgen, unter denen auch die Trainingsqualität phasenweise sehr gelitten hat. In Großsachsen hätten wir nicht verlieren dürfen, auch gegen Leutershausen war mehr drin. Diese Punkte fehlen uns jetzt natürlich“, räumt Christmann ein, der die Mannschaft vom Mitten in der Vorbereitung entlassenen Steffen Ecker übernommen hatte. Das erste Spiel im neuen Jahr steht am Samstag (19.30 Uhr) bei der TSG Haßloch auf dem Programm.