Handball RHEINPFALZ Plus Artikel TuS Dansenberg haut gegen das Spitzenteam alles raus

Robin von Lauppert zeigt vollen Einsatz gegen Hanau.
Robin von Lauppert zeigt vollen Einsatz gegen Hanau.

Auch wenn aus den erhofften Bonuspunkten im Kampf um den Klassenerhalt am Samstag nichts wurde, konnte sich das Team des TuS Dansenberg nach der 27:34 (17:18)-Niederlage gegen das Spitzenteam der HSG Hanau erhobenen Kopfes in die Winterpause verabschieden. Der Sturz auf einen Abstiegsplatz blieb aus, da sämtliche Konkurrenten im Tabellenkeller der Dritten Handball-Bundesliga ebenfalls leer ausgingen.

Der Ankündigung von TuS-Kapitän Sebastian Bösing, im letzten Spiel des Jahres „noch einmal alles raushauen“ zu wollen, ließen die Schwarz-Weißen von Beginn an Taten folgen. Die Vermutung, dass die erste Sieben durchaus dazu in der Lage wäre, um einen Platz im oberen Tabellendrittel mitzuspielen, war gegen Hanau nicht von der Hand zu weisen. Dansenberg spielte wie aus einem Guss. Am Ende der ersten Ballstafette stand Youngster Luca Stolze, der sehenswert zum 1:0 traf. Nach einem Ballgewinn des aufmerksamen Josip Repusic war es dann Bösing, der zum 2:0 vollstreckte, ehe Repusic auf 3:0 (3.) erhöhte. Die Hausherren blieben mutig und lagen bis weit in die erste Hälfte hinein fast durchgehend mit drei Toren in Front (3:0/7:4/13:10).

Nach dem vermeintlich cleveren Schachzug von TuS-Coach Theo Megalooikonomou, der den aus beruflichen Gründen abwesenden Cheftrainer Thomas Weber vertrat, Torwart Alexander Martinsen für den glücklosen Michel Fiedler zu bringen, begann die bis dahin stärkste Phase der HSG. Hanau erzielte innerhalb von 90 Sekunden drei Tore in Folge (13:13/20.) und hatte kurz darauf Glück, dass ein Siebenmeter von TuS-Torjäger Jonas Dambach nicht den Weg ins Tor fand. Dambach, der sechs der ersten zwölf Dansenberger Treffer erzielt hatte, scheiterte mit einem gefühlvollen Heber an der Latte. Im weiteren Spielverlauf glückten dem Linkshänder nur noch zwei Treffer, davon einer in Halbzeit zwei. HSG-Goalgetter Cedric Schiefer brachte es bis zur Pause ebenfalls auf sieben Treffer, am Ende waren es zehn.

Die Kräfte schwinden

Dansenberg blieb am Drücker (15:13/17:15), ehe Hanau mit einem 3:0-Lauf zum 18:17- Halbzeitstand zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt erstmals überhaupt in Führung ging. Einmal in Front, waren die spielstarken Hessen kaum mehr aufzuhalten. Obwohl die personell gebeutelten Hausherren kämpferisch alles in die Waagschale warfen, war einmal mehr zu erkennen, dass der zweite Anzug zu viele Falten warf. Um einen Überraschungscoup zu landen, fehlte den Schwarz-Weißen auf der Bank die Tiefe. Dass der Außenseiter die Partie dennoch bis zum Stand von 21:23 (45.) ausgeglichen gestalten konnte, war der Mannschaft hoch anzurechnen.

Mit schwindenden Kräften ließ dann aber auch mehr und mehr die Konzentration nach. Die technischen Fehler häuften sich, im Abschluss fehlte die Durchschlagkraft. Zwischen der 30. und 48. Minute glückten den Westpfälzern nur vier Tore. Maximilian Bergold machte mit seinem Treffer zum 26:21 (48.) den Deckel drauf.

Hausaufgaben für die Pause

Die aufgrund der kurz bevorstehenden Handball-Europameisterschaft in Deutschland lange Winterpause will der TuS nutzen, um im neuen Jahr noch einmal alle Kräfte zu bündeln, damit die Mission Klassenerhalt zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden kann. Ob das ohne Neuzugänge zu schaffen sein wird, darf zumindest bezweifelt werden, zumal mit Luca Steinführer (Ziel unbekannt) ein weiterer Spieler wegbricht. Spieler, die den Unterschied machen können, sind im winterlichen Transferfenster nicht nur rar gesät, sondern auch vergleichsweise teuer. Geld, das man in Dansenberg dem Vernehmen nach nicht hat.

Nun heißt es kreativ zu sein, wenn man auch im anstehenden Jubiläumsjahr drittklassig bleiben will. Dann wird der Verein nämlich 120 Jahre jung.

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