Handball
TuS Dansenberg geht beim Tabellenführer unter
„Ein katastrophal schlechtes Spiel“, fasst TuS-Toptorschütze Jonas Dambach (25) die Leistung seiner Mannschaft nach Spielende treffend zusammen. Der Linkshänder, der unter der Woche seinen Abgang zu Ligakonkurrent TV Gelnhausen bekanntgegeben hatte, wurde zur tragischen Figur. Obwohl er viermal traf und damit die Marke von 100 Toren in der laufenden Saison knackte, wurde er bereits nach 40 Minuten nach seiner dritten Zeitstrafe vom Platz gestellt.
Dambach betonte nach der Partie, dass sein bevorstehender Wechsel im Sommer keinen Einfluss auf seine Leistung hatte: „Für mich war es ein Spiel wie jedes andere, ich habe mich darauf genauso vorbereitet wie auf jede andere Partie zuvor auch. Es macht für mich keinen Unterschied, dass ich nächste Saison bei einem anderen Verein spiele, so lange ich hier bin, werde ich jedes Spiel angehen, als sei es das letzte, und alles reinhauen.“ Dennoch zeigte er sich selbstkritisch: „Meine eigene Leistung war katastrophal schlecht. Letzte Woche habe ich schon nicht gut gespielt, diese Woche genauso schlecht. Meine Wurfquote war unterirdisch, das kenne ich so von mir gar nicht.“
Für Leader Jan Claussen (32) war es eine ganz besondere Partie. Der erfahrene Leistungsträger wurde am Sonntag 32 Jahre alt und wird zudem im Sommer seine Karriere beenden. Damit war es seine letzte Partie vor einer Kulisse wie in der Stählerwiese: „Die Halle und die Rahmenbedingungen dort sind ausgezeichnet, natürlich macht es Spaß, vor so einer Kulisse zu spielen“, gab das Geburtstagskind zu Protokoll.
Kein schönes Geschenk
Seinen Ehrentag hat er sich aber ganz anders vorgestellt, auch wenn die Dansenberger natürlich als krasser Außenseiter nach Kreuztal reisten: „Wir hatten uns vorgenommen, für die nächsten Wochen Selbstvertrauen zu tanken. Wir wollten nicht aufs Ergebnis schauen, sondern einfach ein gutes Spiel machen, uns gut präsentieren und mit einem guten Gefühl nach Hause fahren. Das ist uns nicht gelungen. Der Spielverlauf ist erst mal nebensächlich, aber wie wir die Begegnung gestaltet haben, damit können wir natürlich nicht zufrieden sein.“
Auf seine persönliche Leistung angesprochen, antwortete Jan Claussen: „durchwachsen“ und analysierte: „Wir hatten uns vorgenommen, lange und geduldig zu spielen, da habe ich versucht mich zurückzunehmen, um mehr Spielfluss zu kreieren, vielleicht hätte ich öfter aufs Tor gehen müssen.“
TuS-Trainer Thomas Weber musste improvisieren, da nach dem Ausfall von Josip Repusic kein nomineller Rechtsaußen mehr zur Verfügung stand. Zunächst setzte er Rückraumspieler und Linkshänder Bennet Löhmar (19) ein, ehe nach der Roten Karte gegen Dambach Linksaußen Timo Holstein (23) auf der „falschen Seite“ ranmusste, er traf dennoch dreimal.
Weber hatte einen Matchplan, doch nach wenigen Minuten verließen seine Jungs die vorgegebene Marschroute, sodass er bereits nach fünf Minuten zur ersten Auszeit rief: „Wir wollten unsere Angriffe länger und geduldiger ausspielen, das haben wir nicht gemacht“, haderte der A-Lizenzinhaber nach der Partie. Die Pfälzer kassierten insbesondere im ersten Durchgang viele einfache Gegentore per Tempogegenstoß, allen voran durch Ferndorfs Toptorschützen Josip Eres, der am Sonntag mit elf Treffern wieder bester Werfer auf dem Platz war. Auf Dansenberger Seite war Frano Vujovic (26) mit sechs Toren erfolgreichster Werfer.
Kabinenpredigt
Zur Halbzeit führten die Hausherren mit 19:9. Weber nutzte die Pause für eine energische Kabinenansprache. Der TuS kam deutlich stärker aus der Kabine und konnte mit einem 3:0-Lauf den Rückstand zumindest ein wenig verkürzen. Kurz kam Hoffnung auf, dass ein sensationelles Comeback möglich sei, auch dank Alexander Martinsen (28) im Tor der Gäste, der zu Beginn des zweiten Durchgangs über sieben Minuten ohne Gegentreffer blieb und insbesondere in der zweiten Halbzeit ein starkes Spiel machte. Er zeigte insgesamt über ein Dutzend Paraden, inklusive zweier gehaltener Siebenmeter gegen Josip Eres.
Doch „dann haben wir den Plan wieder verlassen“, kritisierte Weber. Ferndorf zog mit einem 4:0-Lauf uneinholbar auf 23:12 davon und dominierte auch den weiteren Spielverlauf nach Belieben. Vor allem in der Defensive waren die Dansenberger gnadenlos unterlegen und offensiv standen 25 Fehlwürfe und zwölf technische Fehler zu Buche. Endstand in der nahezu ausverkauften Stählerwiese: 36:22.