Handball RHEINPFALZ Plus Artikel TuS Dansenberg fährt gegen HF Illtal nächsten Sieg in der Regionalliga ein

Felix Dettinger musste den angeschlagenen Toptorjäger Timo Holstein auf Linksaußen ersetzen. Das gelang ihm herausragend, er tra
Felix Dettinger musste den angeschlagenen Toptorjäger Timo Holstein auf Linksaußen ersetzen. Das gelang ihm herausragend, er traf neunmal.

66 Tore, zehn Zeitstrafen, zwei Rote Karten, zahlreiche Unterbrechungen und phasenweise überforderte Unparteiische: Das Spiel der Handball-Regionalliga zwischen dem TuS Dansenberg und den HF Illtal hatte am Samstag sehr viel zu bieten.

Dass Kaiserslautern eine Fußballstadt ist, wurde am Samstagabend beim Blick auf die teilweise verwaisten Plätze in der Halle des TuS Dansenberg deutlich, sollte der Stimmung aber keinen Abbruch tun. Statt der sonst üblichen rund 400 Zuschauer hatte diesmal nur die Hälfte den Weg in die Halle gefunden. Diejenigen, die den TuS-Handballern den Vorzug vor der zeitgleichen stattfindenden Partie zwischen Zweitligaspitzenreiter Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Kaiserslautern den Vorzug gegeben hatten, sollten ihr Kommen beim 37:29 (18:14)-Sieg der Hausherren jedenfalls nicht bereuen.

Beide Mannschaften spielten zügig nach vorne und suchten schnell den Abschluss. Illtal ging mit dem ersten Angriff mit 1:0 in Front, es sollte jedoch die letzte Führung der Zebras an diesem denkwürdigen Abend gewesen sein. Beim Stand von 4:2 hatte Routinier Christopher Seitz (37), beim TuS eigentlich der Mann fürs Grobe, bereits zwei Gegenstoßtore erzielt und Illtal innerhalb drei Minuten hochprozentige Chancen vergeben: Dem vergebenen Siebenmeter von Florian Westrich folgten ein Lattentreffer und ein blitzschneller Gegenstoß, den Dansenbergs Michael Hoppe im Stile eines Klassekeepers zunichtemachte und weitere Glanztaten folgen ließ. Der TuS bestimmte zwar das Geschehen, versäumte es jedoch sich beim Stand von 12:9 (15.) und 14:10 (21.) weiter abzusetzen.

Kritik an Schiedsrichtern

Ein entscheidender Faktor, der den Spielfluss erheblich störte, war die Leistung der Schiedsrichter. Nils Oetjen und Reiko Schlager gerieten auf beiden Seiten in die Kritik, weil zahlreiche Entscheidungen von außen betrachtet nicht nachvollziehbar erschienen. So sorgte vor allem die eigenwillige Auslegung der Vorteilsregelung gleich mehrfach für ungläubiges Kopfschütteln bei Trainern, Fans und Spielern. Insgesamt wurden zehn Zeitstrafen verhängt, was das Spiel immer wieder unterbrach. Die Entscheidung, Seitz nach einem unbeabsichtigten Schlag in das Gesicht seines Gegenspielers Nuno Rebelo in der 26. Minute mit glatt Rot vom Feld zu schicken, war zwar vertretbar, heizte die Stimmung aber unnötig an.

„Wir waren nicht gut vorbereitet, Ben Kölsch hat uns heute phasenweise demontiert. Im Angriff haben wir zu viel liegen lassen und waren dann nicht mehr in der Lage dazu, den Rückstand aufzuholen“, analysierte Illtals Rebelo, dem an seiner alten Wirkungsstätte insgesamt vier Tore glückten. Die Vorentscheidung in der Partie fiel in den ersten zehn Minuten nach dem Seitenwechsel, als die Westpfälzer auf 26:20 (40.) davonzogen. Drei Zeitstrafen innerhalb von 90 Sekunden brachen den zuletzt zweimal in Folge siegreichen Gästen dann endgültig das Genick. TuS-Coach Theo Megalooikonomou wechselte jetzt fast auf allen Positionen durch und verhalf so unter anderem den beiden A-Jugendlichen David Potroni und Louis Lang zu ihrem Regionalligadebüt. Die beiden Youngster erzielten jeweils zwei Tore.

Starker Dettinger

Neben Torwart Hoppe stachen bei den Schwarz-Weißen vor allem die beiden neunfachen Torschützen Ben Kölsch und Felix Dettinger hervor. Letzterer war für den an der Schulter verletzten Toptorjäger Timo Holstein in die Startformation gerückt und zeigte eine bärenstarke Vorstellung. „So lange zu spielen, war für mich heute eine ungewohnte Rolle, umso froher war ich, dass ich das Vertrauen heute zurückzahlen konnte“, übte sich der Linksaußen in Bescheidenheit. Davon, dass mit ihm und seiner Mannschaft dieses Jahr zu rechnen sein wird, ist der 24-Jährige überzeugt: „Wir haben uns intern ein Ziel gesetzt und liegen voll im Soll. Gegen Vallendar haben wir gezeigt, dass wir auch gegen absolute Spitzenteams mithalten können. Von daher sehe uns auf einem ziemlich guten Weg, uns oben festzusetzen.“

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