Handball
TuS Dansenberg blickt auf eine unruhige Saison zurück
Nachdem sie sich auf den letzten Drücker qualifiziert hatten, durften sich die Schwarz-Weißen aber trotzdem nicht mit den Besten messen – der Verein hatte aus Kostengründen auf die Meldung zur Aufstiegsrunde verzichtet. Ein Punkt hätte dem TuS Dansenberg im Nachholspiel beim TSB Heilbronn-Horkheim gereicht, um den Einzug in die Aufstiegsrunde zur Zweiten Handball-Bundesliga perfekt zu machen. Am Ende wurden es sogar zwei. Der sportlich bedeutungslose Sieg war teuer erkauft, Robin Egelhof riss sich das Kreuzband. Das Ziel, sich für die Aufstiegsrunde zu qualifizieren, war nach der 24:40-Niederlage im Spitzenspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen II am 20. Februar zwischenzeitlich in weite Ferne gerückt und nicht mehr aus eigener Kraft zu erreichen.
Doch während die SG Leutershausen im Endspurt Nerven zeigte und die letzten drei Spiele der Hauptrunde verlor, machte der TuS Dansenberg die sportliche Qualifikation mit einem starken Endspurt klar. Die Mannschaft in die Aufstiegsrunde zu führen wäre eigentlich die Aufgabe von Steffen Ecker gewesen, von dem man sich mitten in der Saisonvorbereitung jedoch überraschend trennte. Der gebürtige Saarländer hatte die Mannschaft zwei Jahre zuvor übernommen und in seiner ersten Saison als Cheftrainer in der Dritten Bundesliga Süd auf den dritten Platz geführt.
Neue Philosophie
Bis zum vorzeitigen pandemiebedingten Abbruch der Saison 2020/21 grüßten die Westpfälzer mit drei Siegen aus drei Spielen ungeschlagen von der Tabellenspitze. In der Aufstiegsrunde kam die Mannschaft über die Gruppenphase nicht hinaus, was Ecker Wochen später zum Verhängnis wurde. Man traute dem A-Lizenzinhaber offensichtlich nicht mehr zu, die Mannschaft zum Erfolg zu führen. Dem neuen Trainer Kai Christmann blieben nur knapp vier Wochen Zeit, um der Mannschaft seine Philosophie zu vermitteln. Nach dem Traumstart mit fünf Siegen in Folge grüßten die Dansenberger gemeinsam mit den Rhein-Neckar Löwen II von der Tabellenspitze. Durch das vorzeitige Karriereende von Toptorhüter Kevin Klier fehlte von nun an jedoch einer der wichtigsten Leistungsträger. Die Wahl des Nachfolgers fiel schließlich auf Matic Gercar, es war eine vermeintlich gute. Der erfahrene Slowene hatte zuvor das Tor von Erstligist TuS N-Lübbecke gehütet und war zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung vereinslos. Sportlich zu überzeugen wusste der 33-Jährige die Verantwortlichen trotz seiner vorbildlichen Einstellung aber nicht. Von neun Spielen mit Gercar im Tor verlor Dansenberg vier, in der Winterpause folgte die Trennung.
Auch Mittelmann Raphael Guden, der zu seinem luxemburgischen Heimatverein HC Berchem zurückkehrte, und Niklas Schwenzer (Vertragsauflösung) waren fortan nicht mehr Teil des Kaders. Kurz darauf wurde verkündet, dass man den Vertrag mit Trainer Kai Christmann nicht mehr verlängern werde. Dieser verspürte offenbar wenig Lust, den zahnlosen Tiger zu geben, und stellte sein Amt nur zwei Wochen später zur Verfügung. Chefscout Marco Sliwa, der die Mannschaft einst in die Dritte Bundesliga führte, übernahm und lotste sie auf Rang drei. In der Pokalrunde setzten sich die Schwarz-Weißen souverän durch und machten die Qualifikation mit einem 31:27-Erfolg im Spitzenspiel beim TV Gelnhausen vorzeitig perfekt. Der nie gefährdete Sieg im letzten Heimspiel der Saison hatte eine Woche zuvor einen würdigen Rahmen für die im Anschluss vorgenommene Verabschiedung von insgesamt sechs Spielern geboten: Rechtsaußen Steffen Kiefer, Kreisläufer Nils Röller, Spielmacher Julius Rose, Rückraumspieler Nuno Rebelo sowie die beiden Torhüter Henning Huber und Martin Jovanovski werden in der kommenden Spielzeit nicht mehr zum Kader gehören.
Mehr Kontinuität
„Ich glaube, wir werden nächstes Jahr eine sehr gute Mannschaft haben“, versichert Teammanager Alexander Schmitt. Nach zwei Trainerwechseln innerhalb weniger Monate und zahlreichen Rochaden innerhalb des Kaders soll fortan wieder mehr Kontinuität in allen Bereichen herrschen. Mit Frank Müller konnte bereits Mitte Januar ein neuer Trainer für die kommende Saison verpflichtet werden. Dass der Co-Trainer von Zweitbundesligist Eulen Ludwigshafen maßgeblich daran beteiligt war, Gunnar Dietrich (36) in die Westpfalz zu locken, steht außer Frage. Nach Frederick Lüpke (26) von Drittligist OHV Aurich wurde mit Michel Fiedler (18) vom SC Magdeburg ein weiterer Keeper verpflichtet. Die weiteren Neuzugänge Kreisläufer Michel Reitemann (TBV Lemgo), Linkshänder Jonas Dambach (HSG Bieberau/Modau), Timo Holstein und Marco Holstein (Dansenberg II) sind alle drittligaerfahren. Ein neuer Spielmacher soll bald präsentiert werden.