Handball RHEINPFALZ Plus Artikel TuS Dansenberg belebt eine alte Tradition

Gruppenfoto des TuS 04 Dansenberg vom letztjährigen Heiko-Benkel-AH-Großfeldturnier.
Gruppenfoto des TuS 04 Dansenberg vom letztjährigen Heiko-Benkel-AH-Großfeldturnier.

Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit steigen auf. Der TuS Dansenberg veranstaltet in Stelzenberg ein Feldhandballturnier. Benannt ist es nach einer Vereinslegende.

Im vierten Jahr in Folge veranstaltet der TuS 04 Dansenberg am Sonntag ab 11 Uhr ein Feldhandballturnier auf dem Sportplatz in Stelzenberg, benannt ist es nach der verstorbenen Vereinslegende Heiko Benkel, der selbst leidenschaftlicher Feldhandballer war. Bei dem Turnier stehen der Spaß und die Wiederbelebung der ausgestorbenen Sportart im Vordergrund.

Meistertitel für den Dorfverein

In Dansenberg hat der Feldhandball eine große Tradition. Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre erlebte dieser Sport in dem damals etwa 1000 Einwohner zählenden Dorf eine große Zeit. Die Mannschaft des TuS Dansenberg, geführt von Kapitän Karl Woll und Starspieler Alwin Annawald, spielte über zehn Jahre lang in der höchsten deutschen Spielklasse, der Regionalliga Südwest, und erreichte mit dem Gewinn der südwestdeutschen Meisterschaft 1960 einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte. Dabei zogen die Spiele der TuS-Mannen regelmäßig über 4000 Zuschauer auf den Sportplatz in Dansenberg. In dem anschließenden Turnier um die gesamtdeutsche Meisterschaft erreichte die Mannschaft des TuS das Viertelfinale.

Im Laufe der 60er Jahre war der Siegeszug des Hallenhandballs unaufhaltsam, so wurde im Jahr 1975 die letzte deutsche Meisterschaft im Feldhandball ausgespielt. Die TSG Haßloch gewann diese und wurde in der folgenden Saison von den Dansenbergern besiegt. Der Pfälzer Handballverband trug noch bis 1978 eine Pfalzmeisterschaft im Feldhandball aus, wobei Dansenberg sich sowohl 1977 als auch 1978 den Meistertitel holte.

Wie es zum Turnier in Stelzenberg kam

Der erste Vorsitzende des TuS Dansenberg, Andreas Wilhelm, erklärt, wie es zu dem Turnier in Stelzenberg kam: „Jahrzehntelang hat der Pfälzer Handballverband ein AH-Großfeldturnier veranstaltet. Diese Spiele standen immer unter einem freundschaftlichen Motto: kein Sieger – nur Teilnehmer, die sich freundschaftlich messen und vor allem wiedertreffen. Ich durfte das sehr oft miterleben und war von der Stimmung und dem Wiedersehen mit all den alten Bekannten immer wieder begeistert.“

Parallelen zum Fußball

Doch dann erklärte sich kein Verein mehr bereit, diese Tradition fortzusetzen. In Dansenberg kam die Idee auf, ein solches Turnier auf dem Platz des befreundeten TV Stelzenberg wieder aus der Taufe zu heben. 2022 wurde das Turnier zum ersten Mal veranstaltet und wurde auf Anhieb ein großer Erfolg. Dabei gibt es einige Parallelen zum Fußball, schließlich wird auf dem Fußballplatz und auf die Fußballtore gespielt, und es stehen sich elf Spieler pro Mannschaft gegenüber.

Eine Galionsfigur des TuS Dansenberg

Während die erste Auflage des Turniers noch ohne Namen über die Bühne gegangen sei, habe man es im Jahr darauf nach der Vereinslegende Heiko Benkel benannt, wie Wilhelm erklärt: „Kurz vor dem Turnier 2022 verstarb unser lieber Handballfreund Heiko Benkel an Corona. Ein Riesenschock für den TuS. Eine Galionsfigur des Vereines – ein nicht zu ersetzender Mitstreiter, ein in der ganzen Pfälzer Handballfamilie geschätzter und geachteter Handballer – war plötzlich nicht mehr da. Für das Turnier 2022 war die Verarbeitung zu kurz. Aber selbst da, war allen klar, das Turnier wird seinen Namen bekommen.“

Auch in diesem Jahr werden wieder vier Mannschaften an den Start gehen. Los geht es um 11 Uhr. Zwischendrin wird es wieder Einlagespiele der TuS-Jugend und der Damen geben. Wilhelms Vorfreude ist groß: „Das Ziel ist Spaß für alle, Spieler und Zuschauer, die herzlich willkommen sind, um diese ausgestorbene Sportart, die mega Bock macht, zu feiern.“

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