Handball RHEINPFALZ Plus Artikel TuS Dansenberg: Als krasser Außenseiter Favorit Ferndorf ärgern

Jonas Dambach, bester Werfer in dieser Saison, wird den TuS Dansenberg im Sommer verlassen und zu Ligakonkurrent Gelnhausen wech
Jonas Dambach, bester Werfer in dieser Saison, wird den TuS Dansenberg im Sommer verlassen und zu Ligakonkurrent Gelnhausen wechseln.

In diesem Nachholspiel gibt es beim Drittliga-Spitzenreiter kaum Punkte zu ernten für die Kaiserslauterer. Die vier Spiele danach sind im Abstiegskampf viel wichtiger.

Am Sonntag geht es für den abstiegsbedrohten TuS Dansenberg in der Dritten Liga Südwest zum ungeschlagenen Tabellenführer und Meisterschaftsfavoriten TuS Ferndorf. Coach Thomas Weber muss dabei auf zwei Leistungsträger verzichten. Zusätzlich wurde unter der Woche der Abgang von Top-Torschütze Jonas Dambach (25) bekanntgegeben.

„Der Sieg im Spiel gegen Aldekerk war nicht nur für die Tabelle überlebenswichtig, sondern auch für die Seele der Mannschaft und der Fans“, fasst Dansenbergs Kapitän Sebastian Bösing (29) den Befreiungsschlag auswärts im Kellerkrimi am vergangenen Wochenende treffend zusammen. Durch den Sieg gegen Aldekerk steht der TuS mit 10:24 Punkten wieder auf dem ersten Nichtabstiegsplatz und konnte zudem den Anschluss an die oberen Tabellennachbarn HLZ Friesenheim/Hochdorf II (11:25 Punkte) und Düsseldorf-Ratingen (12:24 Punkte) wiederherstellen.

Ferndorfs Tempospiel bremsen

Die Dansenberger haben zudem ein Spiel weniger auf dem Konto als die direkte Konkurrenz im Kampf gegen den Abstieg. Dass im Nachholspiel beim souveränen Tabellenführer TuS Ferndorf weitere Punkte folgen, ist aber eher unwahrscheinlich: „Im Abstiegskampf geht es letztlich um Punkte, aber wir wissen natürlich das Spiel in Ferndorf realistisch einzuschätzen. Wir brauchen nicht drum herumreden: Wir fahren dort als krasser Außenseiter hin und müssen schauen, beim Tempospiel der Ferndorfer nicht unter die Räder zu kommen. Aber im Sport ist alles möglich. Von daher versuchen wir, auch hier etwas Zählbares mitzunehmen, aber vor allem mit einem positiven Gefühl aus dem Spiel rauszugehen“, sagt Bösing die Chancen seines Teams.

Ferndorf ist noch ungeschlagen und hat in dieser Saison bisher lediglich bei einem überraschenden 30:30 Unentschieden gegen den Longericher SC Köln einen Punkt liegen lassen. Dabei können sich die Ferndorfer vor allem auf ihre überragende Defensivarbeit verlassen: Mit nur 434 Gegentoren in 17 Spielen haben sie die mit Abstand beste Abwehr der Liga. Offensiv stellen sie „nur“ die sechstbeste Angriffsreihe, verteilen dabei aber die Verantwortung gut auf viele Schultern. Nur ein Spieler des TuS Ferndorf ist demnach unter den Top 20 der Torschützenliste: Josip Eres, der im Hinspiel in Dansenberg zehnmal traf, steht bei 97 Treffern. Ferndorf verfügt über ein exzellentes Tempospiel, und im Angriff kann Trainer Ceven Klatt – von Juli 2021 bis Ostern 2022 auch mal Trainer des Zweitligisten Eulen Ludwigshafen – auf individuell sehr starke Spieler zurückgreifen.

Dambach: Wechsel hat eine sportlichen Gründe

„In Ferndorf wird es natürlich enorm schwer. Die Mannschaft ist mit Recht Erster und wird es sicher auch zum Schluss sein“, sagt Dansenbergs Trainer Thomas Weber. „Unsere Aufgabe wird es sein, eine kämpferische Einstellung in der Abwehr und eine konzentrierte Angriffsleistung hinzubekommen, damit wir den Favoriten so lange wie möglich ärgern können“, erläutert er, wie er mit seinem Team dagegenhalten will. Dabei muss der TuS-Trainer mit Rechtsaußen Josip Repusic (Bänderverletzung am Fuß) und Rückraum-Shooter Henrik Walb (beruflich verhindert) auf zwei wichtige Säulen verzichten. Dennoch beteuert er: „Wir werden alles daransetzen, uns so teuer wie möglich zu verkaufen.“

Unter der Woche gab es für den TuS eine personelle Hiobsbotschaft: Jonas Dambach (25) wird seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern und zu Ligakonkurrent TV Gelnhausen wechseln. Der Linkshänder ist mit 96 Toren der mit Abstand beste Werfer des TuS und in der laufenden Saison wichtigster Leistungsträger in der Offensive. Dambach, der immer noch in Hessen wohnt, begründet seinen Wechsel in einer offiziellen Stellungnahme so: „Es waren keine sportlichen Gründe, die zu der Entscheidung geführt haben, denn es macht mir echt Spaß mit der Mannschaft und dem Verein. Allerdings ist der Aufwand neben meinem Beruf nicht mehr machbar. Zwei Stunden Fahrzeit pro Training sind einfach zu viel.“

Kapitän Sebastian Bösing blickt derweil bereits über die Partie in Ferndorf hinaus und schwört die TuS-Familie noch mal eindringlich auf den Abstiegskampf ein: „Danach kommen vier Spiele, die maßgeblich für die Zukunft des Vereins sind. Dafür wollen wir uns bestmöglich vorbereiten. Das wichtigste im Abstiegskampf wird es sein, gemeinsam mit den Fans eine Einheit darzustellen, die bedingungslos alles in die Waagschale wirft und den Kampf um den Klassenerhalt annimmt.“

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