Handball
TuS Dansenberg: Abstiegskampf im Hexenkessel
Nur fünf deutsche Städte dürfen sich mit dem Beinamen Barbarossastadt schmücken. Zwei davon treffen am Samstag (19.30 Uhr, Rudi-Lechleidner-Halle) im hessischen Gelnhausen aufeinander, wo der vom Abstieg bedrohte TuS Dansenberg um zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt antritt.
Das Spiel ist für beide Teams richtungsweisend. Dansenberg (8:18) konnte den drohenden Sturz auf einen Abstiegsplatz am letzten Wochenende nur verhindern, weil die dahinterliegenden Mannschaften TV Aldekerk, TSG Haßloch (je 6:20) und Schlusslicht TV Homburg (4:22) jeweils leer ausgingen. Der TV Gelnhausen (9:17) ist eine von sechs Mannschaften, die die Absteiger wohl unter sich ausmachen werden.
Sechs Tore beim Comeback
Während die Hessen bei der formstarken HG Saarlouis zuletzt mit 22:33 unter die Räder kamen, glückte dem TuS Dansenberg beim klar favorisierten Spitzenteam HSG Krefeld Niederrhein zumindest ein Achtungserfolg. Die Mannschaft von Trainer Thomas Weber präsentierte sich nach verschlafener Anfangsphase (2:9/12.) als ernstzunehmender Gegner. Einem durchaus möglichen Punktgewinn stand vor allem eine schlechte Chancenverwertung entgegen. Neben Jan Claussen, der bei seinem Comeback nach dem Seitenwechsel auftrumpfte und insgesamt sechs Treffer erzielte, wussten vor allem Robin von Lauppert und Bennet Löhmar zu überzeugen. „Das Team hat sich insgesamt gut an die taktischen Vorgaben gehalten. Am Ende haben wir ein paar Fehler zu viel gemacht und dadurch unglücklich verloren, da war mehr drin. Nichtsdestotrotz Kompliment an die Mannschaft, jeder hat sein Bestes gegeben. Gegen den Tabellenzweiten kann man mal verlieren, aber ich bin davon überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und auch die nötigen Punkte holen werden, um im Abstiegskampf zu bestehen“, gab Weber nach dem Spiel zu Protokoll. Darauf hoffen, unterschätzt zu werden, sollten die Westpfälzer lieber nicht.
Lautstarke Unterstützung
„Dansenberg verfügt über einen topbesetzten Kader, ist aber bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Sie haben dennoch sehr starke Leistungen gezeigt und viele enge Ergebnisse erzielt. Das zeigt wie ausgeglichen unsere Staffel aktuell ist“, betont TVG-Coach Geiger. Dass die lautstarke Unterstützung bei Heimspielen des Tabellenelften zu einem wichtigen Faktor werden kann, bekam unlängst Interaktiv Düsseldorf zu spüren, das im auch als „Hölle Süd“ bekannten Hexenkessel beim 33:33 einen Zehn-Tore-Vorsprung aus der Hand gab.
„Es reicht nicht, wenn wir nur 20 oder 25 Minuten eine gute Abwehr stellen. Wir müssen das über 60 Minuten abrufen. Die Jungs haben bereits in anderen Spielen gezeigt, dass sie es draufhaben. Im Angriff haben wir auch in Saarlouis viele gute Chancen herausgespielt, sind aber immer wieder am Torhüter gescheitert. Wichtig wird sein, dass uns die Zuschauer unterstützen, damit das Selbstvertrauen wieder zurückkehrt“, setzt Geiger wieder auf die Fans als achten Mann.
Turbulente Tage
Nach turbulenten Tagen rund um die Demission von Teammanager Alexander Schmitt, die das Team zumindest phasenweise zu verunsichern schien, zeigte die Formkurve der Schwarz-Weißen nach dem spielerischen Offenbarungseid bei der HG Saarlouis zuletzt wieder klar nach oben. Ein Sieg im Duell am Samstag ist für beide Mannschaften Pflicht, wenn der Anschluss an die Plätze im gesicherten Tabellenmittelfeld nicht vorzeitig abreißen soll. Zum Abschluss der Hinrunde empfängt der TuS Dansenberg am Samstag, 16. Dezember (20 Uhr), das Spitzenteam HSG Hanau. Mit einem Erfolgserlebnis im Rücken könnten die Kaiserslauterer mit deutlich weniger Druck in die Partie gegen den Tabellenfünften gehen.