Turnen RHEINPFALZ Plus Artikel Turnwettkämpfe sind nicht in Sicht

Derzeit noch nicht möglich: Training in der Halle. Turner Achim Wätzold hofft, dass sich das bald ändert.
Derzeit noch nicht möglich: Training in der Halle. Turner Achim Wätzold hofft, dass sich das bald ändert.

Sport in der Corona-Krise: Die Turner machen das Beste aus der Situation, wollen aber raus aus den Fängen des Virus. Sport als Lösung und nicht als Teil der gesundheitlichen Probleme sehen, fordert Achim Wätzold, Vorstandsmitglied im Pfälzer Turnerbund.

In die Hallen und an die Geräte dürfen Vereinsturner bislang noch immer nicht. Ausnahmen bilden hier der Spitzensport und der Schulsport. Für alle anderen heißt es draußen bleiben. „Es wäre schön, wenn der Sport auch in Rheinland-Pfalz als Lösung der gesundheitlichen Probleme im Zusammenhang mit Corona und nicht als Teil des Problems verstanden würde“, sagt dazu Achim Wätzold, Vorstandsmitglied im Pfälzer Turnerbund sowie aktiver Turner und Trainer beim Turn-Team Sickingen, und verweist auf die durchdachten Konzepte, die vom Landessportbund längst vorgelegt wurden. Nun ist, laut der aktuell gültigen Coronabekämpfungsverordnung, Training in Kleingruppen ab dem 22. März immerhin wieder in Aussicht gestellt. Wenn denn die Inzidenzen mitspielen …

Ein Bild, das keiner will

„Die Turnkids würden sich schon riesig über eine Möglichkeit des kontaktlosen Trainings in Kleingruppen freuen“, sieht Wätzold gerade für die Kleinsten die Situation immer schwieriger werden. „Allmählich machen wir uns auch echte Sorgen um unsere durchgängigen Trainergenerationen – es wäre fatal, wenn im Sport künftig die Engagierten des Corona-Jahrganges ausblieben“, zeichnet der Trainer und Pädagoge ein Bild, das keiner will. Die Motivation über Monate in Form des Onlinetrainings, mit Challenges und Ähnlichem hoch zu halten, ist bei den Kids sicher mit am Schwersten, gestaltet sich aber quer durch alle Altersgruppen nicht wirklich leicht, sagt Wätzold. Gemeinsam mit seinen Kollegen versucht er, das Beste aus der Situation zu machen. Dazu zählt auch, sich regional im Onlinetraining zu vernetzen.

Zusammenhalt stärken

„Im Rahmen des Stützpunktes treffen sich die Sickinger Turner beispielsweise gemeinsam mit den Wettkampfturnern aus Morlautern und Trippstadt freitags für zwei Stunden zum digitalen Stützpunkttraining“, so der Turntrainer, der als thematische Schwerpunkte Krafthalteelemente, Beweglichkeit, Handstände, Sprungkraftzirkel, plyometrische Trainingseinheiten und vieles mehr aufführt. Sich gemeinsam vor dem Computerbildschirm soweit eben möglich in Form bringen oder die vorhandene Form einigermaßen zu halten, stärkt natürlich auch den Zusammenhalt der Turner. So wurde beispielsweise kollektiv an der Krähenchallenge des Sportbundes Pfalz teilgenommen.

Alles abgesagt

Die Sehnsucht gemeinsam in der Halle zu stehen, sich an den Geräten beobachten und messen zu können, die wächst natürlich immer weiter. Da sind es keine guten Aussichten, wenn Wätzold darauf verweisen muss, dass der Turnverband für das erste Halbjahr alle Veranstaltungen längst abgesagt hat. Wettkämpfe sind also keine in Sicht.

„Es herrscht in den Fachgremien Einigkeit, dass Wettkämpfe auf Landesebene erst wieder sinnvoll sind, wenn flächendeckend trainiert werden kann“, spricht Wätzold als Vizepräsident Sport im Pfälzer Turnerbund an, dass die Chancengleichheit nicht auf der Strecke bleiben darf. Laut Wätzold finden ganz vereinzelt und meist online Qualiwettkämpfe für Kaderathletinnen zur Qualifikation in den olympischen Sportarten auf Bundesebene statt. Davon sei aber bislang keine der Geräteturnerinnen und auch keiner der Geräteturner aus der Westpfalz betroffen.

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