Kaiserslautern TSG verpasst den direkten Klassenverbleib
«Kaiserslautern.» Aufsteiger und Vizemeister VfR Kaiserslautern hat gestern das Bezirksliga-Derby am Buchenloch gegen die TSG knapp mit 3:2 (2:1) für sich entschieden. Weil der direkte TSG-Konkurrent im Abstiegskampf, der FV Weilerbach in Steinbach einen Punkt holte, kommt es jetzt zu einem Entscheidungsspiel zwischen der TSG und Weilerbach, um den Verbleib in der Bezirksliga.
„Alles gut“, sagte TSG-Trainer Oliver Gies trotz der knappen Niederlage und freute sich, „dass wir nach unserer schlechten Vorrunde überhaupt so ein Endspiel haben. Heute hat ein Quäntchen zum notwendigen Punkt gefehlt, aber wir können es aus eigener Kraft schaffen“, blickt Gies positiv in Richtung Duell gegen Weilerbach. Seine Mannschaft fand gestern gut in die Partie und verbuchte durch einen Kopfball von Stoßstürmer Florian Germann die erste Torchance (6.). Christian Gies hatte über links vorbereitet. Nach zehn Minuten kam dann der große Regen und die Partie wurde für 90 Minuten unterbrochen. Auch nach der Gewitterpause bestimmte die TSG zunächst das Geschehen. Dominic Larkins zwang VfR-Torhüter Dennis Clemens nach gewonnenem Duell mit Innenverteidiger Daniel Rösler zu einer Glanzparade (15.). Die sehr engagiert zu Werke gehende TSG warf alles in die Waagschale und ging verdient in Führung. Wieder bereitete Gies über links vor. Seine Maßflanke wuchtete Florian Germann per Kopf zum 1:0 ein (21.). Sechs Minuten später kam die Antwort der bis dahin recht zurückhaltenden Erbsenberger. Janik Abreu setzte sich im Strafraum durch und passte von der Grundlinie zurück. Danny Negelen vollstreckte mit links zum 1:1. Dann zeigte der bereits feststehende Aufsteiger seine Stärken beim ruhenden Ball. Einen von Negelen zum Tor getretenen Freistoß verlängerte ausgerechnet der kleine Abreu und Rechtsverteidiger Maximilian Kaulen erzielte aus ganz spitzem Winkel das 1:2 (38.). Das Chancenplus lag aber aufseiten der kampfstarken Buchenlocher. Dank ihrer hervorragenden Effektivität gingen die Erbsenberger aber mit einer knappen Führung in die Kabine. Nach der Pause sahen die Zuschauer zunächst eine Phase mit vielen Passfehlern auf beiden Seiten. Die TSG fand ihre Linie jedoch schnell wieder und verbuchte durch Sebastian Lensch zwei Kopfballchancen (52./54). Dann schlug der VfR wie aus dem Nichts zu. Kapitän Timo Mangold lupfte den Ball geschickt über TSG-Torhüter Simon Rommelfanger zum 1:3 ins Netz (57.). Die TSG antwortete jetzt mit wütenden, aber meist wenig durchdachten Angriffen. Zunächst hatte die VfR-Deckung wenig Mühe. Dann unterlief dem angeschlagenen Constantin Müller bei einer weiten Flanke ein Stellungsfehler. Joker Manuel Lang profitierte davon und netzte humorlos zum Anschlusstreffer ein (67.). Da das Spiel von Konkurrent Weilerbach in Steinbach (1:1) mittlerweile beendet war, wussten alle, dass aus TSG-Sicht ein weiteres Tor für den direkten Klassenerhalt her musste. Die Buchenlocher hatten jetzt mit Benjamin Doll und Manuel Lang zwei echte Spitzen auf dem Feld. Jonathan Toco kam offensiv aus dem Mittelfeld über rechts, Maximilian Hell über links. Aber die VfR-Abwehr stand recht sicher. Die Erbsenberger verpassten bei Kontern durch Abreu (72.) und durch den eingewechselten Christopher Lamprecht sogar die vorzeitige Entscheidung. So mussten sie bei zwei guten Einschussmöglichkeiten von Lang (78./88.) bis zum Schlusspfiff zittern. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, wie sie die Herausforderung heute angenommen hat. Obwohl die Spannung eigentlich weg war, hat sie das Derby gewonnen. Respekt“, gab VfR-Trainer Michael Wolter nach dem Ende der Partie zu Protokoll. So spielten sie TSG Kaiserslautern: Rommelfanger - Kühner, Weber, Krämer, Gies - Larkins (61. Doll), Ömcke, Toco, Lensch, Hell (80. Lauhoff) - Germann (46. Lang) VfR Kaiserslautern: Clemens - Kaulen (78. Rath) Rösler, Östreicher, Miller (67. Daechert) - Weißenborn (65. Lamprecht), Heieck, Heinz, Mangold, Negelen - Abreu Tore: 1:0 Germann (21.), 1:1 Negelen (27.), 1:2 Kaulen (38.), 1:3 Mangold (57.), 2:3 Lang (67.) - Gelbe Karten: Kaulen, Heinz, Heieck - Beste Spieler: Kühner, Gies, Weber - Abreu, Mangold, Heieck, Östreicher - Zuschauer: 170 - Schiedsrichter: Persohn (Rockenhausen).