Kaiserslautern
Trotz Widerstand: Grünes Licht für große PV-Anlage in Siegelbach
Das Vorhaben beschäftigt seit dem Jahr 2023 die politischen Gremien, am Montag nun dürfte die endgültige Entscheidung gefallen sein. Bau- und Umweltausschuss haben sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, dass in Siegelbach eine Freiflächen-PV-Anlage gebaut werden darf. Etliche Fraktionen hatten ihre Zustimmung davon abhängig gemacht, zu erfahren, ob es ausreichend Alternativstandorte in Kaiserslautern gibt, wenn die Anlage hinter dem Neubaugebiet Im Brüchling abgelehnt wird. Aber genau die gibt es nicht, wie Elke Franzreb, Leiterin des Referats Stadtentwicklung, ausführt.
Es gibt nicht viele geeignete Flächen in der Stadt
Kaiserslautern verfügt über eine Fläche von 13.961 Hektar. Aber nur 345 Hektar davon kommen theoretisch für PV-Freiflächenanlagen überhaupt infrage. Vor allem die Grünen finden das problematisch. „Für uns ist klar: Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist zentraler Bestandteil einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung. Siegelbach ist eine der wenigen klar geeigneten Flächen – mit positiven Gutachten, einem engagierten Projektentwickler und konkreter Umsetzungsperspektive. In einer Situation, in der nur rund 50 Hektar als sicher geeignet gelten, viele weitere Potenzialflächen scheitern können und wir bislang gerade einmal sechs Prozent der Ziele, die wir uns als Stadt klimapolitisch gesetzt haben, erreicht haben, dürfen wir solche Chancen nicht verstreichen lassen“, erklärt Grünen-Fraktionschef Tobias Wiesemann.
Die Siegelbacher wollen die Anlage nicht
Baudezernent Manuel Steinbrenner (Grüne) hatte in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass Kaiserslautern beim Ausbau von PV-Anlagen deutlich hinterherhinke. Die Größe der geplanten Anlage „Ober dem Brüchling“ umfasst eine Fläche von 2,28 Hektar. Bauausschuss und Stadtrat hatten sich schon 2023 grundsätzlich dafür ausgesprochen. Aber die Siegelbacher wollten und wollen das Projekt nicht. In der Sitzung am Montag verdeutlichte Ortsvorsteher Robert Gorris (SPD) noch einmal die Haltung der Siegelbacher Bürger. „Der Ort hat nichts gegen erneuerbare Energien, aber uns geht es um den Standort. Wir fragen uns, warum kein Flächentausch vorgenommen werden kann. Deshalb haben wir das im Ortsbeirat auch einstimmig abgelehnt.“