Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Trippstadt: Docu Center Ramstein präsentiert Foto-Ausstellung im Unterhammer

Eröffneten die Ausstellung übers Docu Center Ramstein im Unterhammer: Kuratorin Claudia Groß und DCR-Leiter Michael Geib.  Foto:
Eröffneten die Ausstellung übers Docu Center Ramstein im Unterhammer: Kuratorin Claudia Groß und DCR-Leiter Michael Geib.

Unter dem Titel „The Best of DCR“ sind im Unterhammer bis Ende Juni Fotografien aus dem Archiv des Docu Center Ramstein zu sehen. Die Bilddokumente zeugen eindrucksvoll von der Präsenz der US-Amerikaner.

Es ist das etwas andere Thema in der Ausstellungsreihe im Café Unterhammer, zu dem Kuratorin Claudia Gross am Mittwoch eingeladen hatte. DCR steht für das Ausstellungszentrum zur Geschichte der US-Amerikaner in Rheinland-Pfalz.

Wer DCR liest, weiß, es geht vor allem um militärische Einrichtungen der Amerikaner seit Ende des Zweiten Weltkrieges in der Region. Oder anders ausgedrückt: um bewirtschaftete oder verlassene Orte, an denen die Folgen der US-Militärpräsenz bis heute spürbar sind.

Das Wissen darum, der Blick dahin ist alltäglich. Da bedarf es eines Anlasses, um wieder genauer hinzusehen. Die Ausstellung „Best of DCR“ bietet nun besten Grund, um mal wieder der charakteristischen Verwurzelung der „Amis“ in der Gegend nachzuspüren. Für Michael Geib, Geograph und Leiter des DCR, bedeutete das, sich im unübersehbar großen Fundus historischer Bilddokumente vorrangig auf gegenwärtige Zeugnisse zu konzentrieren, die zudem mit heutigem Kenntnisstand und/oder der jeweiligen Betrachtungsweise professioneller Fotografen inszeniert und somit interpretiert wurden.

Seit 2007, seit Gründung des Centers, initiiert Geib regelmäßig Ausstellungen im eigenen Haus mit Arbeiten regionaler Kamerakünstler. „Für mich liegt der Reiz darin, mit den Augen eines Fotografen auf die zu dokumentierenden Objekte zu schauen“, sagte der Fachmann in Sachen Amerikaner in Rheinland-Pfalz im Einführungsgespräch mit Gross.

Werke einer auserwählten Riege von Fotokünstlern zu sehen

Die Auswahl fiel auf Thomas Brenner, Jörg Heieck, Walter Matheis, Rüdiger Müller, Günther Wilhelm und Isabelle Girard. Während Müller Ort und Vergangenheit in Bildern vom Festival „Nature One“ bewahrt, stellt Wilhelm architektonisch unverkennbare Elemente an Orten wie Sembach und Pirmasens mit der Lochkamera und Infrarotfilmen dar oder kopiert mit fotografischem Gummidruckverfahren. Matheis (1924-2010) dagegen erfüllte eher den Part der historischen Fotografie. Er dokumentierte bereits früh das gesellschaftliche Clubleben auf dem Flughafengelände samt der Auftritte berühmter Musiker.

Anlässe wie Jahrestage etwa griff Geib immer wieder auf, um Auftragsarbeiten zu vergeben. Eine davon lautete „Hinterm Zaun“ und entstand 2009. Sie gewährt Einblicke hinter 22 Kilometer Maschendraht rund um den Sperrbezirk des größten US-Munitionsdepots Europas in Miesau. Anlässlich des 60. Jahrestages befuhren die Profis Brenner (für inszenierte Fotografie), Heieck (Dokumentar-) und Girard (Reportagefotografie) streng bewacht mit Sondergenehmigungen das bewaldete Terrain, registrierten Bunker, schauten in Lager und Werkstätten. Motive mit abwechslungsreichen Inhalten und aussagestarken Kompositionen entstanden dabei.

Allerdings ist der Anteil von Künstlerfotografien im DCR-Archiv gering. Ganze Nachlasse, Tausende von Filmen, oft aus Privatbesitz, wurden dem Zentrum geliehen, überlassen oder geschenkt. Geib: „Uns steht noch wahnsinnig viel Digitalisierungsarbeit bevor.“ Obschon so manche militärische Einrichtung von der Landkarte verschwand – die Ausstellung vermittelt Präsenz. Die besonnene Auswahl sensibilisierender Fotomotive auf hohem Niveau macht die Schau empfehlenswert. „Heimat/en“ ist das Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz – im Unterhammer spiegelt sich Heimat sehenswert wider.

Info

„The Best of DCR“ ist bis 30. Juni mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

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