Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Traditionsunternehmen Pfaff: Größerer Stellenabbau steht im Raum

Wie viele Stellen bei Pfaff in Gefahr sind, will der Betriebsratsvorsitzende Richard Müller nicht sagen.
Wie viele Stellen bei Pfaff in Gefahr sind, will der Betriebsratsvorsitzende Richard Müller nicht sagen.

Der Nähmaschinenbranche geht es schlecht. 2024 meldete Pfaff bereits Kurzarbeit an. Nun steht ein größerer Stellenabbau im Raum. Die Details werden noch verhandelt.

Die Pfaff Industriesysteme und Maschinen GmbH in der Hans-Geiger-Straße kämpft bereits seit einiger Zeit mit den Auswirkungen verschiedener Krisen und schwächelnder Absatzmärkte. Die Pandemie und dann der Ukrainekrieg gingen nicht spurlos an dem Unternehmen vorbei, erklärte Geschäftsführer Frank Meyer vor etwa einem Jahr im RHEINPFALZ-Gespräch. Bereits 2019 hatte Pfaff Kurzarbeit angemeldet.

Große Abnehmer der in Kaiserslautern produzierten Industrienäh- und Schweißmaschinen wie die Automobilindustrie schwächelten zudem in den vergangenen Jahren. So meldete das Unternehmen für seine 154 Mitarbeiter in Kaiserslautern im vergangenen Mai erneut für ein Jahr Kurzarbeit an. Geschäftsführer Meyer sowie der Betriebsratsvorsitzende Richard Müller zeigten sich damals allerdings optimistisch, dass sich die Konjunktur im zweiten Halbjahr 2024 erholen und es sich bei der Kurzarbeit nur um eine vorübergehende Maßnahme handeln werde.

Noch keine Details veröffentlicht

Doch die Lage ist weiter schwierig, Müller spricht von einem „Einbruch am Nähmaschinenmarkt weltweit, nicht nur bei uns“. Die RHEINPFALZ-Information, wonach die Mitarbeiter in Kaiserslautern bereits vor einigen Wochen von der Geschäftsleitung über die ernste Lage des Unternehmens informiert wurden und ein größerer Stellenabbau dabei Thema war, bestätigt er.

Natürlich hätten viele seiner Kollegen in dieser Situation Angst, den Job zu verlieren. Zu den Details – wie viele Mitarbeiter der Abbau betreffe, in welcher Form er stattfinden soll – will sich Müller aktuell nicht äußern. „Ich kann dazu noch nicht viel sagen, wir sind derzeit in Verhandlungen mit der Geschäftsführung. Der Betriebsrat ist dahingehend optimistisch, dass wir noch eine gute Lösung für die Mitarbeiter finden können“, sagt Müller.

Krisenjahre in den 90ern

Auch das Unternehmen bestätigt die Informationen der RHEINPFALZ. Aufgrund von aktuellen internen Umstrukturierungen könne die Geschäftsführung derzeit aber keine Interviewanfragen annehmen, heißt es auf Nachfrage.

Pfaff hat in Kaiserslautern eine lange Tradition. Georg Michael Pfaff konstruierte 1862 seine erste Nähmaschine und gründete im Anschluss die nach ihm benannte Fabrik, die jahrzehntelang entlang der Königstraße angesiedelt war. Das Unternehmen wuchs schnell, beschäftigte bis in die 1980er Jahre hinein fast 10.000 Mitarbeiter, einen größeren Teil davon an Standorten im Ausland. Schon viele Jahre zuvor war Pfaff an die Börse gegangen. Nach wirtschaftlichen Krisenjahren ab den 90ern mit einem großen Personalabbau, mehreren Insolvenzen und Umstrukturierungen einiger Betriebsbereiche, zog Pfaff 2007 ins IG Nord um. 2013 war Pfaff von der chinesischen Shanggong-Gruppe übernommen worden.

x